Asma Assad

08. Februar 2012 12:19; Akt: 08.02.2012 15:53 Print

Syriens «Lady Di» hält zu ihrem MannSyriens «Lady Di» hält zu ihrem Mann

von Peter Blunschi - Einst galt die schöne Asma Assad in Syrien als Hoffnungsträgerin. Nun hat die First Lady ihr Schweigen gebrochen und ihren Mann in einem Mail in Schutz genommen.

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Baschar und Asma Assad galten lange als modern und aufgeklärt. (Bild: Keystone/AP/Petros Giannakouris)

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Baschar Assads Ehefrau Asma soll vergangene Woche versucht haben, mit ihren drei Kindern und anderen Mitgliedern der Präsidentenfamilie aus Syrien zu flüchten. Deserteure hätten die Wagenkolonne auf dem Weg zum Flughafen von Damaskus gestoppt und zur Umkehr gezwungen, berichtete eine ägyptische Zeitung. Ob sich der Fluchtversuch wirklich zugetragen hat, ist unklar, wie so vieles im heutigen Syrien. Doch er brachte eine Frau in die Schlagzeilen zurück, die früher das Rampenlicht nie gescheut hat.

Seit Beginn des Aufstands gegen das Regime ihres Mannes im letzten März hat Asma Assad geschwiegen. Nun hat die 36-Jährige sich in einem Mail an die britische «Times» erstmals zu Wort gemeldet. «Der Präsident ist der Präsident von Syrien und nicht einer Gruppe von Syrern, und die First Lady unterstützt ihn dabei», heisst es darin. Die «sehr volle Agenda» der First Lady sei nach wie vor darauf konzentriert, zahlreiche wohltätige Organisationen zu unterstützen, ebenso auf die ländliche Entwicklung und die Unterstützung des Präsidenten.

Privilegierte britische Kindheit

In diesen Tagen sei Asma Assad auch daran beteiligt, «Gräben zu überbrücken und den Dialog zu ermutigen», so die von ihrem Büro verschickte Mitteilung: «Sie hört den Familien von Gewaltopfern zu und tröstet sie.» Das Mail war laut «Times» die Antwort auf einen Artikel von vergangener Woche, in dem die Zeitung die Frage stellte, was «eine derart intelligente, gebildete, im liberalen Grossbritannien aufgewachsene Frau» über die Gräuel denkt, die täglich in Syrien verübt werden, «besonders in Homs, der Heimatstadt ihrer Familie».

Diese Frage stellen sich viele, die Asma Akhras kennen. Unter diesem Namen wurde sie 1975 im Londoner Vorort Acton geboren. Ihr Vater stammt aus einer einflussreichen sunnitischen Familie in Homs, er war nach Grossbritannien ausgewandert und praktizierte dort als Kardiologe. Asma erlebte eine privilegierte britische Kindheit. Sie nannte sich selbst Emma, Freunde und Bekannte schildern sie als intelligent und aufgeschlossen. Nach dem Studium arbeitete sie als Investmentbankerin bei der Deutschen Bank und bei J.P. Morgan.

Unterstützung für progressive Projekte

Den zehn Jahre älteren Präsidentensohn Baschar Assad traf sie angeblich bereits in jungen Jahren während Ferienaufenthalten in der syrischen Heimat. Als Baschar sich in den 90er-Jahren in London zum Augenarzt ausbilden liess, kam man sich näher. Nachdem sein älterer Bruder Basil 1994 bei einem Autounfall ums Leben gekommen war, wurde Baschar von Vater Hafis, der Syrien mit eiserner Faust regierte, zum Nachfolger bestimmt. Nach dessen Tod im Jahr 2000 war es so weit. Asma folgte Baschar nach Syrien, Ende 2000 heirateten die beiden heimlich.

Anfangs wurden grosse Hoffnungen in das junge, dynamische Ehepaar gesetzt. Asma Assad reiste drei Monate inkognito durch das Land, um die Menschen und ihre Probleme kennenzulernen. Sie unterstützte progressive Projekte, etwa die Entwicklung der ländlichen Regionen, die Förderung der Jugend und der Zivilgesellschaft. Die Familie lebte nicht im Präsidentenpalast, sondern in einem Appartement. Die drei gemeinsamen Kinder – zwei Söhne und eine Tochter – schickten die Assads laut «Times» auf eine Montessori-Schule.

Von der Reformerin zur Bewahrerin

Kaum jemand bezweifelt, dass es die schöne und charismatische Asma Assad anfangs ernst meinte mit ihrem Engagement für ein modernes Syrien. «Sie nahm alle für sich ein, sie war unsere Hoffnung», sagte ein Syrer, der eng mit ihr zusammenarbeitete, der «Times». Der Syrien-Spezialist Andrew Tabler vom Washington Institute, der ebenfalls mit ihr gearbeitet hat, stellte jedoch mit der Zeit eine Veränderung fest: «Sie verwandelte sich von einer Reformerin zu einer Bewahrerin des Systems.» Asma sei härter, dominanter geworden, die Macht habe sie verführt.

Stellt sich Asma also aus Überzeugung an die Seite ihres Mannes? Syrien-Kenner halten zwei weitere Versionen für möglich: Sie könnte an Realitätsverlust leiden – was angesichts ihrer Intelligenz wenig wahrscheinlich ist. Oder sie ist effektiv eine Gefangene. Dafür spricht einiges: Im alawitischen Assad-Clan war die Sunnitin stets eine Aussenseiterin: zu westlich, zu unabhängig, zu liberal. Ihr Drang ins Rampenlicht soll vor allem bei Schwiegermutter Anisa und Schwägerin Buschra auf Ablehnung, wenn nicht sogar auf Hass gestossen sein.

«Sie kann nachts nicht schlafen»

«Sie hat keine Wahl, sie muss weitermachen, wie unwohl sie sich dabei auch fühlen mag. Sie muss an ihre Familie und die Kinder denken», sagte ihr einstiger syrischer Mitarbeiter. Eine Zeitung aus Saudi-Arabien berichtete kürzlich, Asma habe versucht, sich für Angestellte ihrer wohltätigen Organisationen einzusetzen, die gegen das Regime demonstriert hatten. Die Gräueltaten in Homs seien ihr durchaus bewusst. «Sie kann nachts nicht schlafen, weil sie solche Angst hat», sagte ein Freund der Familie einer syrischen Quelle in London.

Letztlich bleibt unklar, was sie wirklich denkt. Mit ihrer Vorliebe für Glamour, Designerkleider und Louboutin-Schuhe hat es die «syrische Prinzessin Diana» stets verstanden, ein Image von Weltoffenheit zu vermitteln. Noch im letzten März veröffentlichte das Modemagazin «Vogue» ein hymnisches Porträt: «Asma Assad ist glamourös, jung, sehr schick – die frischeste und anziehendste aller First Ladys.» Noch während das Heft in den Kiosken auflag, brach der Aufstand los. Auf der «Vogue»-Website ist die peinliche Lobhudelei nicht mehr zu finden.

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  • Dario am 08.02.2012 16:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    2012 doch das letzte Jahr?

    Wäre diese hübsche Frau auch dann mit ihm zusammen, wenn er nicht reich, berühmt und Präsident wär? Wohl eher nicht, aber Geld zieht an. Wenn wir die Welt verstehen würden, bräuchte es keinen Himmel und auch keine Hölle.

  • Fatima H., Zürich am 08.02.2012 16:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht richtig

    Asma kenne ich srit vielen Jahren persönlich, auch schon von London. Sie ist eine sensible, hochintelligente und demokatische denkende Persönlickkeit, der man ihre unermüdliche Hilfe für karitative Zwecke nicht hoch genug anrechnen kann! Sie hat nie etwas Schlimmes oder Böses getan und der vorgängige Beitrag, dass man ihr einen Prozess machen könnte wegen Verbrechen iegendwelcher Art, entbehrt nicht nur jeglichet Grundlage, sondern ist schlichtweg vollständig falsch. Ich hoffe für sie das Beste und dass sie aus diesem Schlamassel, das andere verursacht haben, mit reinem Gewissen und erhobenen Hauptes als Unschuldige hervorgeht. Lang lebe die liebe First Lady Asma und ihr grosszügiges, liebes Herz. Ich bin nach wie vor in Kontakt mit dieser grossartigen Frau, die sich echt Sorgen macht un die Zukunft ihres Landes.

    • Sylvia Tobias am 08.02.2012 17:20 Report Diesen Beitrag melden

      Frau im Patriarchat...

      ist ja schön und gut, wenn sie so ist, aber darum geht's ja gar nicht! Frauen - und halt auch eine first-lady- haben in arabischen Staaten einfach nichts zu sagen und schon gar nicht sich aufzulehnen, denn dann sind sie einfach der Teufel in person... schade, das Patriarchat und die macht sind (noch) zu stark...

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  • James am 08.02.2012 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    Manoman!

    Sie ist wunderschön!