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US-Wahlen
03. November 2008 16:34; Akt: 03.11.2008 18:29 Print
Die Welt erwartet viel vom neuen US-Präsidenten
Die Wahl des neuen US-Präsidenten am Dienstag wird weltweit von vielen Hoffnungen und Erwartungen begleitet.
Im Anschluss eine Auswahl von Ländern und deren unterschiedlichen Wünschen an den neuen Präsidenten.
Wichtigstes Machtzentrum der Welt: Das Weisse Haus in Washington, Residenz des US-Präsidenten.(Bild: Keystone)
Russland
Russland verbindet die Wahl in den USA mit der Hoffnung, dass das Weisse Haus in Zukunft mehr Verständnis für die Sicherheitsinteressen der aufstrebenden Wirtschaftsmacht zeigt. George W. Bush hatte mit seiner Machtpolitik die Russen wiederholt bis zur Weissglut gereizt. Neben der geplanten US-Raketenabwehr in Polen und Tschechien war das vor allem die Forderung nach einer NATO-Mitgliedschaft der Ukraine und Georgiens.
Israel und Palästinenserführung
Israel wünscht sich einen neuen US-Präsidenten, der eine harte Politik im Atomstreit mit dem Iran verfolgt, den Boykott radikaler und militanter Palästinenserorganisationen fortsetzt und weiterhin keinen Druck auf Israel ausübt.
Die moderate Palästinenserführung um Präsident Mahmud Abbas wünscht sich, dass der Friedensprozess mit Israel rasch fortgesetzt wird. Die radikale Hamas hofft, dass der internationale Boykott gegen sie aufgehoben wird.
Europa
Frankreich würde Obama wählen. Auch Präsident Nicolas Sarkozy hat aus seiner Vorliebe für Barack Obama keinen Hehl gemacht. Er hofft darauf, dass Obamas Wahlsieg eine neue Ära der Partnerschaft zwischen der EU und den USA einleitet.
In Grossbritannien gehen Beobachter davon aus, dass der nächste US-Präsident London und andere europäische Länder um Tausende neuer Soldaten für Afghanistan bitten wird.
Pakistan und Indien
In Pakistan dürfte die US-Regierung von Bush inzwischen so unbeliebt sein wie kaum in einem anderen Land der arabischen Welt. Offiziell ist die Regierung in Islamabad zwar ein enger Partner der USA im Kampf gegen den Terrorismus. Die Bevölkerung aber steht diesem Kampf immer ablehnender gegenüber.
Indien gehört zu den klaren Gewinnern der Ära des scheidenden US- Präsidenten. Bush sorgte mit dem zivilen Nuklearpakt für die de- facto Anerkennung Indiens als legitime Atommacht. Bush bemühte sich wie kein US-Präsident vor ihm um die Zusammenarbeit mit der aufstrebenden Wirtschaftsmacht Indien.
Lateinamerika
Die Beziehungen Lateinamerikas zu den USA sind seit langem von einer Hass-Liebe geprägt. Der Faszination für den American way of life steht die Verbitterung über die oft als arrogant empfundene Einmischung des grossen Bruders im Norden gegenüber. Umfragen in fast allen Ländern haben eindeutige Mehrheiten für Barack Obama aufgezeigt. Ausser Kolumbien gilt kaum eine Regierung des Subkontinents als offener Anhänger eines republikanischen Wahlsiegs.
China
In China ist Barack Obama deutlich populärer als sein Gegenspieler John McCain. Allerdings muss Peking damit rechnen, dass Obama in Handelsfragen, die in den Beziehungen der USA zur drittgrössten Handelsnation China eine zentrale Rolle spielen, kompromissloser auftreten würde als McCain. So hat Obama im Wahlkampf gefordert, China müsse sich «an die internationalen Spielregeln halten».
Arabische Welt
Die Arabische Welt hat bei der US-Wahl einen klaren Favoriten: Barack Obama. Doch selbst wenn sein Rivale McCain den Sieg davontragen würde, wären die Menschen zwischen Damaskus und Rabat zufrieden. Nach dem Motto: Hauptsache, der Wandel kommt. Denn die Nahost-Politik der USA unter Präsident Bush ist aus ihrer Sicht so falsch gewesen, dass sie glauben, mit jedem anderen Präsidenten könne es nur besser werden.
(sda)



























