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US-Wahlen
27. Januar 2012 06:37; Akt: 27.01.2012 09:57 Print
Gingrich erleidet technischen K.o.
von Martin Suter - In der letzten TV-Debatte vor den Vorwahlen von Florida landeten Romneys Schläge zielgenau auf Gingrichs Kinn. Doch der heimliche Sieger hiess Santorum.

Hand aufs Herz: Rick Santorum, Newt Gingrich, Mitt Romney und Ron Paul (v.l. nach r.)während dem Abspielen der Nationalhymne zum Auftakt der TV-Debatte in Jacksonville. (Bild: AFP)
Nach dem zweistündigen Schwergewichtskampf auf der TV-Bühne in Jacksonville konnte sich Newt Gingrich am Donnerstag zwar noch auf den Beinen halten. Doch der frühere Sprecher des US-Repräsentantenhauses wankte mit der politischen Entsprechung eines technischen K.o. aus dem Ring. Fünf Tage vor den wichtigen Primärwahlen von Florida hatte Ex-Gouverneur Mitt Romney den als brillanten Debattierer geltenden Gingrich nach Punkten besiegt.
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Mitt Romney attackiert Newt Gingrich
In jeder der inzwischen 19 TV-Debatten im Vorwahlkampf der Republikaner kam es zu einem definierenden Moment, der in den darauffolgenden Tagen nachhallte. In den zwei Auftritten vor der Wahlrunde in South Carolina hatte Gingrich jeweils die Schlüsselmomente, und in der Folge schnellten seine Beliebtheitswerte so steil empor, dass er die Vorwahlen gewann.
Diesmal war Romney an der Reihe. Sein Moment bahnte sich an, als Gingrich ihn dafür kritisierte, einen Teil seines Vermögens in die beiden Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac sowie in die Investmentbank Goldman Sachs gesteckt zu haben. Diese Finanzinstitutionen seien dafür verantwortlich, dass Menschen in Florida ihre Häuser verlören, sagte Gingrich.
Wer hat wo finanzielle Beteiligungen?
Romney war offenbar auf den Vorwurf vorbereitet. Zuerst erläuterte er, dass sein Finanzvermögen nicht von ihm, sondern von einem blinden Trust verwaltet werde, und zwar via Wertschriftenfonds und nicht über direkte Aktienkäufe. Dann wandte er sich überraschend Gingrich zu und fragte: «Hast Du Deine Investitionen gecheckt?» Der Ex-«Speaker» guckte verdutzt in die Röhre, als Romney erklärte, auch er, Gingrich, besitze Anteile von Fannie Mae und Freddie Mac. Das Publikum brauste in tosendem Applaus auf.
Romney hatte einen Gegenschlag gelandet. Mit der coolen Angriffigkeit zeigte der von vielen als hohl kritisierte Managertyp, dass er sich verteidigen kann und zu echten Emotionen fähig ist. Gingrich hingegen wurde überrumpelt. Von diesem Moment an wirkte er frustriert und legte seine grimmige Miene bis zum Ende der zweistündigen Debatte praktisch nicht mehr ab.
Romney spürte, dass er diesmal obenauf schwang. Ein paar Fragen später ging er ohne Zaudern auf sein ehemaliges Bankkonto in der Schweiz ein, und zum ersten Mal kam er beim Thema seines Reichtums aus der Defensive heraus. «Mein Erfolg sollte für Amerika etwas Positives sein», sagte er.
Die Stunde des Rick Santorum
Unmittelbar nach diesem Schlüsselmoment konnte aber auch Rick Santorum punkten. «Sprecht endlich über die Probleme des Landes», forderte er ungehalten. In der Folge erwies sich der frühere Senator aus Pennsylvania als der kraftvollste Konservative der Runde. Mit klareren Argumenten als die anderen drei Kandidaten rügte er die Lateinamerikapolitik Präsident Barack Obamas und dessen Gesundheitsreform. Romney hatte wenig Erfolg beim Versuch, die von ihm in Massachusetts eingeführte Gesundheitsreform als etwas ganz anderes darzustellen.
Analysten glauben, dass Santorum nächsten Dienstag die niedrigen an ihn gestellten Erwartungen womöglich übertreffen könnte. Der vierte im Bunde, der Repräsentant Ron Paul, zeigte nämlich weniger Engagement als in früheren Debatten. Der libertäre Aussenseiter unterhielt das Publikum dafür mit originellen Antworten. Auf seine Gesundheit angesprochen, sagte der 76-Jährige zum Beispiel, er würde «jeden der Herren hier mit einer 25 Meilen-Velotour herausfordern, bei jeder Tageszeit in der Hitze von Texas».
Nach der Debatte signalisierte das Wettbüro von Intrade eine über 87-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass Mitt Romney am Dienstag siegt. In diesem Fall würde er alle 55 Elektoren des bevölkerungsmässig viertgrössten Gliedstaats für sich verbuchen. Gingrich stünden dann schwierige Wochen bevor: In den meisten nachfolgenden Ausscheidungen des Februars ist Romney populärer, und er hat eine überlegene Organisation aufgebaut. Sollte Gingrich absacken, könnte womöglich Santorum auftrumpfen und sich als konservative Alternative zu Romney aufbauen.
(Video: YouTube/CNN)
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Alle 9 Kommentare






























Unglaublich
Wie gewisse medien ron paul einfach ignorieren. Mit keinem wort wird er erwähnt in diesem text, obwohl er einer der favoriten ist und in den tv debatten alle zerfetzt
Ron Paul?
Kein Wort über Ron Paul? Ah doch er fährt Fahrrad! Das ist nicht ganz korrekt, denn Ron Paul ist der aussichtsreichste Kandidat in den Wahlen, wie Umfragen bereits zeigten könnte er Obama schlagen. Der Applaus, der Ron Paul bekommt, wenn er spricht, bestätigt das. Weder Gingrich noch Romney ernten so viel Applaus (seht selber). Interessant ist auch der Titel des eingebundenen Videos "BREAKING: Ron Paul Rises Above Gingrich and Romney at Florida Immigration SPAR Debate 2012 GOP" Das sagt doch alles aus, zumindest für mich.
immer noch nichts über..
auch ihr redet nicht über Ron Paul, dem einzigen ehrlichen und totgeschwiegenen