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Phänomen Herman Cain
01. November 2011 19:10; Akt: 01.11.2011 19:11 Print
Der neue Liebling der Konservativen
von Peter Blunschi - Mit derben Sprüchen hat Herman Cain die Herzen konservativer Republikaner erobert. Nun muss sich der schwarze Präsidentschaftskandidat gegen Sex-Vorwürfe wehren.
Er galt lange als krasser Aussenseiter. Doch in den letzten Wochen hat Herman Cain das republikanische Bewerberfeld von hinten aufgerollt. Im Bundesstaat Iowa, wo am 3. Januar 2012 die erste Vorwahl stattfinden wird, liegt er laut einer neuen Umfrage in Führung, knapp vor Mitt Romney, dem Favoriten des Partei-Establishments. Cains Aufstieg erstaunt, denn der 65-jährige Gastro-Unternehmer hat noch nie ein politisches Amt bekleidet. Nun aber wird seine Präsidentschaftskandidatur einer ernsthaften Belastungsprobe unterzogen.
Video
Herman Cains Wahlkampfchef raucht
Laut der Website Politico soll Herman Cain in den 90er Jahren als Vorsitzender des US-Gaststättenverbandes zwei weibliche Angestellte sexuell belästigt haben. Der Verband habe darauf mit den Frauen einen Vergleich vereinbart. Cains Verteidigung wirkte am Montag wenig überzeugend. Erst wies er die Anschuldigungen als «komplett falsch» zurück. Später räumte er in einem Interview mit dem Fernsehsender PBS ein, er habe gegenüber einer der Frauen eine Bemerkung gemacht, welche diese als «unangemessen» empfunden habe.
Ein typischer Selfmademan
Für die «Washington Post» bleiben wichtige Fragen offen: Was wird Cain genau vorgeworfen? Und wie sieht der Vergleich aus, den die Frauen mit dem Restaurantverband geschlossen haben? Die angeblichen «Opfer» wollten sich bislang nicht äussern – offensichtlich wurden sie in der Vereinbarung zum Stillschweigen verpflichtet. Dafür wird umso lauter darüber diskutiert, ob der angebliche Sexskandal Herman Cain politisch «erledigen» wird.
Sexuelle Belästigung ist in den USA ein schwerwiegender Vorwurf, vor allem an die Adresse eines Kandidaten, der sich stramm konservativ gibt und an traditionelle Familienwerte appelliert. Doch Herman Cain scheint sich den üblichen Mechanismen zu entziehen. Er hat eine typische «Tellerwäscher-Karriere» absolviert. Aus einfachen Verhältnissen in Atlanta (Georgia) stammend, hat er sich zum CEO der Restaurantkette «Godfather’s Pizza» hochgearbeitet und diese vor dem Bankrott gerettet. «Auf die gleiche Weise werde ich Amerika erneuern», lautet die Botschaft des «Pizza-Manns» im Wahlkampf.
Rustikaler Humor
Der simple Ansatz ist Programm: Herman Cain inszeniert sich bewusst als «Anti-Politiker» und trifft damit den Nerv der Tea-Party-Bewegung mit ihrer Anti-Staat-Ideologie. Auch mit träfen Sprüchen und rustikalem Humor vermag er zu punkten. So forderte er etwa die Errichtung eines Elektro-Zauns an der Südgrenze der USA zur Abschreckung von illegalen Einwanderern aus Lateinamerika. Ein paar Tote müsse man dabei in Kauf nehmen, befand Cain. Damit sorgte er für Empörung, die er mit der Bemerkung konterte, dies sei «ein Witz» gewesen.
Es war nicht der einzige Ausrutscher, doch seine Umfragewerte bleiben hoch. Für seine konvervativen Anhänger könne Herman Cain «nichts falsch machen», stellte «Washington Post»-Kolumnist Dana Milbank fest. Ihnen ist es egal, dass die meisten Ökonomen Herman Cains 9-9-9-Steuerkonzept (je neun Prozent Einkommens-, Unternehmens- und Mehrwertsteuer) in der Luft zerreissen und als untauglich betrachten. Selbst den angeblichen Sexskandal dürfte er überleben, sofern keine neuen und belastenden Fakten auftauchen.
«Herman wird Herman bleiben»
Dabei fragen sich viele Kommentatoren, wie ernst es ihm mit seiner Kandidatur tatsächlich ist, und ob er nicht einfach Werbung für seine kürzlich erschienene Autobiographie machen will. Das bizarre Werbevideo, in dem sein Wahlkampfchef Mark Block genüsslich an einer Zigarette zieht, sorgt genauso für Irritationen wie die Tatsache, dass sich Cains Ehefrau Gloria vollkommen im Hintergrund hält, was nicht den Gepflogenheiten eines US-(Medien-)Wahlkampfs entspricht.
Der Erfolg des «Pizza-Manns» ist ein Symptom für die Schwäche des republikanischen Kandidatenfelds und die verzweifelte Suche des konservativen Lagers nach einem wählbaren Kandidaten. Michele Bachmann und Rick Perry haben enttäuscht, Mitt Romney ist und bleibt ungeliebt. Dennoch bleibt der Weg für Herman Cain ins Weisse Haus sehr weit, er geniesst keinerlei Rückhalt bei der Partei-Elite und den grossen Geldgebern – und ohne deren Unterstützung wird niemand Präsident. Doch das scheint ihn nicht zu erschüttern. «Herman wird Herman bleiben», erklärte er am Montag. Es klingt wie eine Drohung.
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Republikaner schlechte Kandidaten.
Keine Frage, dass Obama wieder gewählt wird, obwohl er nicht gut ist. Die Rep. Kandidaten sind noch viel schlechter und unglaubwürdig. Einzig Ron Paul hätte eventuell Chancen, wenn er mind. 20 Jahre jünger wäre. Es wie einst mit Helmut Kohl. Er war ungenügend und wurde trotzdem wieder gewählt, weil die SPD Kandidaten noch schlechter waren.
Ron Paul
Sehr geehrter Herr Blunschi Den mit Abstand fähigsten und beim Volk beliebtesten Mann haben Sie in Ihrer Aufzählung vergessen. Lustiger Weise passiert dies sonst nur FOX News in USA. Beste Grüsse Beat Rebmann