Chrysler-Werbespot

07. Februar 2012 15:03; Akt: 07.02.2012 16:17 Print

Eastwood macht Republikaner wütendEastwood macht Republikaner wütend

Hollywood-Legende Clint Eastwood hat mit einem Super-Bowl-Spot für Chrysler eine Kontroverse entfacht. Republikaner sehen darin eine verkappte Werbung für Barack Obama.

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Clint Eastwoods Super-Bowl-Werbespot. (Video: YouTube) Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
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Madonna hatte gerade ihren spektakulären Auftritt in der Halbzeitpause des diesjährigen Super Bowl am Sonntag absolviert, als die 110 Millionen Amerikaner, die das grösste Sportereignis des Landes am Fernsehen verfolgten, einen zweiminütigen Werbespot zu sehen bekamen. «Auch in Amerika ist Halbzeit», verkündete eine tiefe, raue Stimme – unverkennbar jene von Hollywood-Legende Clint Eastwood.

In dem Werbefilm für den Autohersteller Chrysler erinnerte der 81-jährige Schauspieler und Regisseur – sein aktueller Film «J. Edgar» ist derzeit auch in unseren Kinos zu sehen – an die finsteren Zeiten, welche die Auto-Metropole Detroit in den letzten Jahren durchmachen musste. Doch nun kämpfe sich «Motor City» zurück, so Eastwoods Botschaft in dem Clip, der von typisch amerikanischem Erbauungs-Patriotismus nur so trieft.

Konservative sind beleidigt

Einen idealeren Werbeträger gibt es kaum. In seiner letzten grossen Rolle als Schauspieler hatte Eastwood 2007 im Film «Gran Torino» einen pensionierten Ford-Arbeiter verkörpert, der mit dem Niedergang der Branche und des Landes hadert. Doch mit dem Chrysler-Spot entfachte er eine Kontroverse, die typisch ist für das polarisierte Politklima in den USA. In seinem Schlusssatz «unsere zweite Halbzeit wird bald beginnen» sehen republikanische Kritiker eine verkappte Werbung für eine zweite Amtszeit von Präsident Barack Obama.

«Ich fühlte mich ehrlich gesagt beleidigt», sagte Karl Rove, der einstige Chefstratege von Präsident George W. Bush, am Montag auf dem Sender Fox News. Für Ärger sorgt vor allem, dass Clint Eastwood zumindest indirekt das Rettungspaket der US-Regierung absegnet, mit dem die beiden Autohersteller General Motors und Chrysler auf dem Höhepunkt der Finanzkrise vor drei Jahren vor dem Bankrott bewahrt worden waren.

Konservative Kritiker werfen Obama diesen «Sündenfall» bis heute vor, obwohl die 60 Milliarden Dollar schwere Rettung noch von Bush aufgegleist worden war, obwohl sie den Abbau von zehntausenden Arbeitsplätzen verhindert hat, die direkt oder indirekt mit der Autobranche verbunden sind, und obwohl diese wieder profitabel arbeitet. Chrysler, das heute mehrheitlich dem italienischen Fiat-Konzern gehört, hat einen grossen Teil der Staatshilfe zurückbezahlt.

Auf Distanz zu Republikanern

In einem Statement wehrte sich Eastwood am Montag gegen die Vorwürfe: «Ich bin politisch sicher nicht mit Mr. Obama verbündet.» Er habe eine Botschaft über Arbeitsplatzwachstum und den Geist Amerikas verbreiten wollen. Clint Eastwoods politischer Standpunkt ist nicht leicht durchschaubar. Während langer Zeit war er ein strammer Republikaner. Noch 2008 unterstützte er John McCain bei der Präsidentschaftswahl. Er könne sich nicht daran erinnern, jemals einen demokratischen Kandidaten gewählt zu haben, erklärte er.

Im letzten September sagte er in einem Interview mit dem Magazin «GQ» jedoch, er könne sich mit der republikanischen Partei nicht mehr identifizieren. Heute betrachtet er sich als libertär, besonders in sozialen Fragen. «Mir ist sch…egal, wer wen heiraten will», sagte er im «GQ»-Interview zum Thema Homo-Ehe. In wirtschaftlichen Fragen allerdings ist er nach wie vor konservativ: Noch im letzten Jahr hatte er in einem Interview die Staatshilfe für die Autoindustrie kritisiert.

(pbl)

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  • Auto Fahrer am 07.02.2012 21:15 Report Diesen Beitrag melden

    Chrysler

    Wer fährt schon Chrysler:-) Qualitativ gibt es besseres, ausserdem kommen mir die Ami Schlitten vor als müsste man ein Haus oder LKW abschleppen:-) Durch den Werbespot steitgt die Qualität des Fahrzeugs nicht.

  • Be Fan am 07.02.2012 17:28 Report Diesen Beitrag melden

    Cool

    Cooler Werbesport.

  • markus bolliger am 07.02.2012 17:09 Report Diesen Beitrag melden

    Korea - nicht Vietnam

    Im Film Gran Torino spielt Eastwood einen Kriegsveteran vom Korea Krieg. Nicht vom Vietnamkrieg. Ich fand den Film super!!