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Rick Santorum
05. Januar 2012 19:21; Akt: 05.01.2012 19:21 Print
Gottesfürchtig und schwulenfeindlich
von Peter Blunschi - Amerikas Konservative haben einen neuen «Nicht-Romney». Der Fundi-Katholik Rick Santorum ist aus dem Nichts an die Spitze gestürmt. Ob er sich halten kann, ist fraglich.

Rick Santorum auf Fasanenjagd in Iowa - auch damit demonstierte er Volksnähe. (Bild: Keystone/AP/Chris Carlson)
Kein Bewerber um die republikanische Präsidentschaftskandidatur hat mehr von Iowa gesehen als Rick Santorum. Abseits der nationalen Medien besuchte der konservative Politiker während Monaten Dörfer und Städte in allen 99 Verwaltungsbezirken des kleinen Bundesstaates im Mittleren Westen – in einem Pickup-Truck, denn mangels Geld konnte er sich keinen Bus leisten. «Ich habe in Iowa kein Speed-Dating gemacht», brüstete sich der 53-jährige frühere Senator von Pennsylvania bei einem Auftritt in der Kleinstadt Newton.
Bildstrecken Obamas mögliche Herausforderer 2012Diese basisnahe Strategie hat sich am Dienstag ausgezahlt: Rick Santorum landete bei der Vorwahl in Iowa nur acht Stimmen hinter dem favorisierten Ex-Gouverneur Mitt Romney auf Platz zwei. Noch vor kurzem deutete nichts auf einen solchen Coup hin. Trotz seiner Anstrengungen verharrte Santorum in den Umfragen im einstelligen Prozentbereich. In Interviews kokettierte er mit einem Ausstieg aus dem Präsidentschafts-Rennen. Erst in den Tagen vor der Wahl tauchte er plötzlich in Reichweite Romneys auf.
Italienisch und katholisch
Rick Santorums Senkrechtstart erstaunt nur auf den ersten Blick. Er passt vielmehr zum bizarren Wahlkampf der Republikaner. Seit Monaten suchen die Konservativen fast schon verzweifelt eine Alternative zum ungeliebten Mitt Romney. Nach Trump, Bachmann, Perry, Cain und Gingrich ist die Reihe nun an Santorum. Der neuste «Nicht-Romney» ist zweifellos stramm konservativ – doch auch er schleppt viel Ballast mit sich herum.
Richard John Santorum ist der Sohn eines Einwanderers aus Italien und einer Amerikanerin italienisch-irischer Abstammung. Seine Eltern waren streng katholisch, er wuchs in einer Arbeiterstadt in Pennsylvania auf und arbeitete nach dem Studium als Anwalt. 1990 wurde er mit 32 Jahren ins Repräsentantenhaus und vier Jahre später in den Senat gewählt, wo er zu «einem der lautstärksten Kulturkämpfer» in Washington wurde, so die «New York Times».
Fehlgeburt als Schlüsselerlebnis
Familie, Glaube und Freiheit – das sind die Schlagworte, unter die Rick Santorum seine Bewerbung gestellt hat. Der romtreue Katholik ist ein strikter Gegner von Abtreibung und Homo-Ehe. Sogar Verhütungsmittel lehnt er persönlich ab, will sie aber nicht verbieten lassen. Ein Schlüsselerlebnis für seine Überzeugungen war eine Fehlgeburt, die seine Frau Karen 1996 erlitten hatte. Danach sei der sechsfache Vater «noch religiöser» geworden, sagte ein langjähriger Mitarbeiter zur «New York Times».
Wie die anderen republikanischen Präsidentschafts-Bewerber legt Santorum seinen wirtschaftspolitischen Schwerpunkt auf die Senkung von Steuern und radikale Kürzungen der Staatsausgaben. «Freie Märkte, freie Menschen, freie Unternehmen, das Streben nach Glück» seien die Prinzipien, die die USA zu einem leuchtenden Vorbild in der Welt gemacht hätten, sagte er vor wenigen Tagen bei einem Auftritt in Iowa.
Schwulenfeindliche Äusserungen
Sein religiöser Fundamentalismus macht Rick Santorum aber auch zu einer polarisierenden Figur, zumal er kaum einer Kontroverse aus dem Weg geht. Für Furore sorgte 2003 ein AP-Interview, in dem der Senator seine Abneigung gegen Homosexuelle unverholen zum Ausdruck brachte. Der bekannte Schwulen-Aktivist Dan Savage verpasste darauf dem Namen Santorum eine neue, extrem vulgäre Definition. Die eigens dafür eingerichtete Website taucht in den Online-Suchmaschinen bei der Eingabe des Namens Santorum an vorderster Stelle auf.
Die von Santorum ausgelösten Polemiken trugen auch dazu bei, dass er 2006 aus dem Senat abgewählt wurde. Danach galt seine politische Karriere als beendet. Viele Beobachter bezweifeln deshalb, dass er seine derzeitige Rolle als Liebling der Konservativen länger spielen kann als seine Vorgänger. Zwar dürften die Spenden nach dem Coup in Iowa reichlicher fliessen, doch die grossen Geldgeber der Partei werden ihn kaum unterstützen. Für sie ist der Rechtsaussen zu extrem, um gegen Barack Obama gewinnen zu können.
Hoffen auf South Carolina
Ungemach droht ihm auch von Mitt Romney, oder vielmehr von mit ihm verbündeten Polit-Komitees, den so genannten Super PACs. Diese dürften Santorum mit Negativwerbung eindecken – eine Strategie, die schon gegen Newt Gingrich funktioniert hat. «Sie brachten Gingrich in Iowa zur Strecke, nun werden sie das Gleiche mit Santorum machen», orakelte der republikanische Politikberater Steve Mitchell gegenüber dem «Guardian».
Doch in diesem Wahlzyklus scheint vieles möglich. Bei der Vorwahl am nächsten Dienstag in New Hampshire liegt für Rick Santorum zwar wenig drin – der religiöse Konservatismus hat im Nordosten der USA keine breite Basis. Doch schon am 21. Januar in South Carolina könnte der stramme Katholik wieder zuschlagen. Medienmogul Rupert Murdoch jedenfalls hat auf seinem neuen Twitter-Account seine Sympathie für Santorum zum Ausdruck gebracht. Dieser sei «der einzige Kandidat mit einer wirklich grossen Vision für das Land».
Rick Santorum gegen «Privilegien» für Schwule:
Im Grossformat auf dem Videoportal ![]()
(mit Material von SDA)
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Alle 21 Kommentare






























kein Weltverbesserer
Ich glaube nicht, dass er besser wird als Obama. Welcher US-Präsident war schon gut?
Gefährlicher Fanatismus
Dieser Mann vetritt eine gefährliche Mischung aus Fanatismus, einerseits "Gottesfürchtigkeit" die er nach eigener biblischer Sicht praktiziert (Dreht und wendet die Bibel wie er will) und auf der anderen Seite schwulenfeindlich und Ansichten wie im Mittelalter den Gleichgeschlechtlichen gegenüber. Wenn er wirklich und ehrlich "GLAUBEN" würde nach der gegenwärtigen weltweiten Bibel, dann wüsste er dass jeder Mensch eigentlich den gleichen Wert vor Gott hat, und zu akzeptieren ist wie er von Gott geschaffen wurde.
Entweder oder
Entweder ist er ein gläubiger Katholik oder aber schwulenfeindlich. Beides zusammen geht nicht. Auch nicht nach den Worten der Bibel.Ach ich vergass: In den USA gibt es ja hunderte von Bibel "Versionen". Jeder kann sich die auswählen, die ihm am besten gefällt.
Welche Bibel?
Ich weiss nicht genau, welche Bibel mein Vorredner gelesen hat, aber bei meiner gibts Levitikus 18:22, Römer 1:27, 1 Timotheus 1:10....natürlich sollten wir dieses alte Buch nicht als Gesetzesgeber benutzen, (die Schrift verbietet schliesslich auch den Genuss von Schweinefleisch, und erlaubt Sklaverei und Polygamie..) aber vorhanden sind die Stellen schon.
Beides zusammen geht!
Der Vatikan ist auch nicht gerade schwulenfreundlich gestimmt! Was die Katholiken über schwule rauslassen, das ist auch nicht ganz ohne. Er würde als strenger Katholike bloss seine Religion vertreten. Solange die schwulen mich nicht anfassen stöhren sie mich auch nicht (und wenn sie nicht so weibisch tun).
Nicht so viel Trara
Seht ihr euer Problem? Wir die nicht an Götter und Religionen glauben, sehen Homosexuelle als das was sie sind, nämlich als unsere Mitmenschen.