Bei den Wählern punkten

02. November 2011 23:37; Akt: 03.11.2011 08:47 Print

Mit Volksnähe gegen miese WirtschaftslageMit Volksnähe gegen miese Wirtschaftslage

Die US-Konjunktur ist ins Stocken geraten. Das gefährdet Obamas Wiederwahl. Damit sich die Wähler wieder bewusst werden, was für ein sympathischer Typ der Präsident ist, tingelt dieser von Grillfest zu Schulparty.

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Barack Obama mischt sich gerne unters Volk und hofft auf den Sypathie-Faktor. Hier spricht er nach einer Wahlveranstaltung mit Anhängern in Georgetown/Washington. (Bild: Keystone)

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Wenn so manch frustrierter US-Bürger im November 2012 an die Wahlurne tritt und einen Sündenbock sucht, hoffen Barack Obamas Berater vor allem auf eines: Dass sich die Wähler daran erinnern mögen, dass sie den US-Präsidenten eigentlich ganz sympathisch finden.

So baut Obamas Wahlkampfteam derzeit besonders auf den Faktor Volksnähe. Mit Auftritten in ländlichen Imbissrestaurants und auf Grillfesten wie etwa während seiner jüngsten Bustour durch die wichtigen Staaten North Carolina und Virginia soll der Präsident als «ganz normaler Typ» von nebenan in Erscheinung treten, den man einfach gernhaben muss. Und gerade in Zeiten, in denen der US-Konjunkturmotor ein Jahr vor der Präsidentenwahl ins Stocken geraten ist, soll nun Obamas Beliebtheit als politische Trumpfkarte dienen.

So stellte sich der Präsident unlängst den Fragen von Schülern einer High-School auf dem Lande - und auch der Frage eines Mädchens, ob er denn den Popsänger Justin Bieber kenne. In der vergangenen Woche setzte sich Obama dann während einer Tour zur US-Westküste auf die Couch von Jay Leno. Mit dem Fernsehmoderator sprach er über seinen Abstecher in ein beliebtes Hühnchen- und Waffelrestaurant in Los Angeles und seine getroffene Menüwahl. Dabei witzelte er auch über seine ernährungsbewusste First Lady Michelle, die an Halloween statt Süssigkeiten lieber Obst und Rosinen an die Kinder verteilt. «Ich sagte ihr, dass dann Eier aufs Weisse Haus fliegen werden, wenn das so weitergeht», erklärte Obama zur allgemeinen Erheiterung.

Hier gehts zum zweiten Teil.

«Sympathische Person»

Tatsächlich stehen seine hohen Beliebtheitswerte in krassem Gegensatz zur sinkenden Zustimmung zu seiner Amtsführung: Bei 54 Prozent der erwachsenen Amerikaner hinterlässt Obama laut einer jüngsten gemeinsamen Umfrage der Nachrichtenagentur AP und des Marktforschungsinstituts GfK einen guten Eindruck, 44 Prozent äusserten sich dagegen negativ. Demnach halten 78 Prozent der Befragten den Präsidenten ausserdem für «eine sympathische Person».

Eine andere Sprache spricht allerdings das Urteil über Obamas Amtsführung: 46 Prozent zeigten sich zufrieden, während er bei 52 Prozent in diesem Punkt durchfällt. «Es ist besser, gemocht oder bewundert zu werden als nicht, besonders wenn man schwere Zeiten durchmacht», erklärt der demokratische Meinungsforscher Geoff Garin.

Verbesserung nicht in Sicht

Allerdings rückt die Präsidentenwahl im November 2012 immer näher, eine deutliche Verbesserung der wirtschaftlichen Lage ist bislang nicht in Sicht. Entsprechend unklar ist, ob Obama mit seiner einnehmenden Persönlichkeit die Frustration vieler Wähler auffangen kann.

«Seine derzeitige Bilanz ist klar, das spiegeln die Zustimmungswerte über seine Amtsführung wider», fügt der republikanische Meinungsforscher David Winston hinzu. «Dem kann er nicht entgehen, aber andererseits ist es nicht so, dass die Bürger nicht willens wären, ihm zuzuhören.»

Angesichts der Grabenkämpfe um seine Politik und den Sorgen über die lahmende Wirtschaft wird sich Obama vermutlich mehr als andere auf seine Beliebtheit verlassen müssen.

(dapd)

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