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US-Präsidentschaftswahl
12. Dezember 2011 00:00; Akt: 13.12.2011 07:49 Print
Mitt Romney und das 10'000-Dollar-Problem
von Peter Blunschi - Im US-Präsidentschaftsrennen der Republikaner ist Favorit Mitt Romney gegenüber Newt Gingrich in Rücklage geraten – auch weil er eine Wette anbieten wollte.
Man kann Mitt Romney manches vorwerfen. Eines hatte der ehemalige Gouverneur von Massachusetts im schier unendlich langen Vorgeplänkel zur Präsidentschaftswahl 2012 seinen Konkurrenten aber voraus: Er konnte es vermeiden, in den Fettnapf zu treten. Seit der letzten Fernsehdebatte am Samstag in Des Moines im Bundesstaat Iowa, wo in drei Wochen die erste Vorwahl stattfinden wird, ist auch Romney nicht mehr unbefleckt.
Bildstrecken Obamas mögliche Herausforderer 2012Als ihm der texanische Gouverneur Rick Perry vorhielt, er habe sich einst für ein Krankenkassen-Obligatorium eingesetzt und versuche nun, dies zu verschleiern, konterte Romney mit einem kühnen Angebot: «Weisst du was, Rick:
Ein abgehobener Typ
10 000 Dollar sind eine Summe, die kaum ein Amerikaner einfach aus dem Hut zaubern kann, besonders nicht in wirtschaftlich harten Zeiten. Eine Sprecherin von Romneys Kontrahentin Michele Bachmann sagte, für viele Wähler in Iowa seien
Der Flop mit der Wette hätte für ihn zu keinem schlechteren Zeitpunkt kommen können. Seit Monaten kämpft der 64-Jährige vergeblich darum, das Misstrauen der konservativen Parteibasis zu überwinden. In den Umfragen konnte er nie mehr als 25 Prozent der republikanischen Wählerschaft für sich gewinnen. Und nun stärkte der ohnehin aristokratisch wirkende Mormone das Vorurteil, ein abgehobener Typ zu sein, der keinen Bezug zur Welt der Durchschnitts-Amerikaner hat – ein in einem US-Wahlkampf fast tödlicher Vorwurf.
Nagelprobe in New Hampshire
Bei einem Auftritt am Sonntag im Bundesstaat New Hampshire versuchte Romney, den Schaden zu begrenzen. Er habe gar nicht mehr als
New Hampshire ist ein Nachbarstaat von Massachusetts, hier findet am 10. Januar die zweite Vorwahl statt. Alles andere als ein klarer Sieg wäre für Mitt Romney ein Debakel, denn auf nationaler Ebene hat ihn Newt Gingrich, der frühere Vorsitzende des Repräsentantenhauses, in den Umfragen überholt. In Iowa führt er klar, ebenso in South Carolina und Florida, zwei gewichtigen Staaten, in denen ebenfalls im Januar gewählt wird.
Newt und Mitt sind Hans was Heiri
Der wundersame Aufstieg des Newt Gingrich in der Wählergunst stösst längst nicht bei allen Republikanern auf Begeisterung. Zu viele Altlasten schleppt der 68-Jährige mit sich herum, und auch seine Glaubwürdigkeit als Konservativer wird angezweifelt. Michele Bachmann sprach in der Debatte vom Samstag mehrfach von «Newt Romney». Es war kein Versprecher, sondern ein Signal an die konservative Wählerschaft: Newt und Mitt sind Hans was Heiri – windige Typen, denen man nicht trauen kann.
Kandidat Ron Paul liess letzte Woche ein zweieinhalbminütiges Video (siehe oben) verbreiten, in dem Gingrichs gesamtes «Sündenregister» dargeboten wird – und die privaten Eskapaden des zum dritten Mal verheirateten Lebemanns sind nicht einmal enthalten. Denn Newt Gingrich ist auch kein Ausbund an Bescheidenheit. In den letzten zehn Jahren soll er als Berater und Buchautor rund 100 Millionen Dollar verdient haben. Bei Engagements als Redner beharre er auf «Erstklass-Ausgaben» bei Flug und Hotel, enthüllte die Website Smoking Gun.
Nach wie vor ein grosses Unbehagen
Derzeit aber geniesst Gingrich noch seine Rolle als neuer Partei-Liebling. Die Attacken seiner Rivalen in der Debatte vom Samstag konterte er kühl. Mitt Romney sei nur deshalb kein Berufspolitiker geworden, weil er «1994 die Senatswahl gegen Ted Kennedy verloren hat», hielt er seinem Hauptkontrahenten vor. Allzu sicher aber darf sich Gingrich nicht fühlen. Die Umfragen belegen auch, dass das Unbehagen bei der republikanischen Wählerschaft über das schwache Kandidatenfeld nach wie vor beträchtlich ist.
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Alle 30 Kommentare






























RON PAUL
Warum wird Ron Paul ignoriert? Anstatt über blöde Präsidentschaftskandidaten mit zu viel Geld und zu wenigen Kenntnissen über Amerikas Aussenpolitik und momentane Kriege, bringt ihr lieber mal ein Bericht über Ron Paul. Er ist gegen Kriege, und gegen die finanzielle Unterstützung für Israel...das reicht um ihn zu boykotieren?!
richtig
jo ron paul ist der beste! :) ich beobachte das schon länger und bin mit dir vollkommen einverstanden. lg
Und?
Ron Paul ist einfach ein Konstitutionalist und jemand der die Republikanische Ideologie radikal umsetzen will. Das akzeptiere ich, aber es ist sehr extrem. Der Staat wird fast auf null reduziert. Das heisst KEINE Sozialhilfe mehr, KEINE Staatliche Krankenkasse, KEINE Unterstützung für Staatliche Schulen u.s.w. Zu dieser Einstellung gehört auch keine Interventionspolitik zu führen, aber das dann auch sehr strikt, was heisst, dass man Europa im Grenzfall NICHT helfen würde! Ob man die militärische Deckung von Israel gutheisst muss jeder selber wissen. Ich tue es auf jeden Fall.
Obama oder Perry
Ich hoffe eigentlich, dass Barack Obama oder Rick Perry gewinnt. Beide sind mir sympathisch. Meine Prinzipien entsprechen eher den Republikanern. Ich glaube die USA müssen sich in diesen Zeiten auf Republikanische Grundwerte zurückbesinnen und damit meine ich vor allem wenig Staat, viel Freiheit, viel Föderalismus, Eigenverantwortung und die harte Arbeit eines jeden Amerikaners und zukünftigen Amerikaners. Leider ist das Kandidatenfeld insgesamt tatsächlich nicht überzeugend. Deshalb rechne ich damit, dass Obama eine zweite Amtszeit antreten wird, womit ich mich ebenfalls anfreunden könnte.
Guter Beitrag von Auswanderer
Grundsätzlich gebe ich ihnen absolut recht. Die republikanischen Werte wären gut. Leider sind sie pervertiert worden. Heute ist es längst nicht mehr möglich nur mit harter Arbeit und Fleiss Geld zu verdienen, nicht mal wenn Intelligenz dazu kommt. Es braucht Kontakte, bereits vorhandenes Geld, Skrupellosigkeit und vor allem auch Glück... Daher favorisiere ich die Demokraten. Herzlichen Dank für ihre erfrischende Einschätzung der Republikaner. Wenn alle so vernünftig wären, hätten sie die Wahl schon gewonne. So hoffe ich auf den pragmatischen und vernünftigen Obama.
Neuer Schaffner....
Spielt sowiso keine Rolle... Absolut egal wer gewählt wird aus welchem Lager. Bloss ein neuer Schaffner im Zug zur NWO ;)
Genau
richtig Muhkuh hat recht.. der einzige der Amerika resp auch der ganzen welt noch helfen kann ist Ron Paul. Alle anderen sind marionetten der Finanz- und Rüstungsindustrie..
Etwas zu einseitig
@t.ruther Genau das habe ich gemeint mit "vernünftige Republikaner" ;-) Denken Sie nicht auch, dass es etwas gar übertrieben ist Ron Paul zum einzigen Retter der USA hochzustilisieren? Obwohl ich ihn ebenfalls für einen interessanten Kandidaten hallte. Aber ob seine Wahl wirklich so viel ändern würde ist fragwürdig, ein Präsident kann nicht einfach walten und machen was er will. Vor allem nicht wenn es sich um Einschnitte beim US Militär handelt ;-)
@Auswanderer
Sollten die Republikaner wieder an die Macht kommen, so gibt es wieder einen Krieg. Das sind Worte nicht von mir sondern eines Kollegen, der seit Jahren in den USA lebt. Soviel zu den US Wahlen und republikanischen Grundwerten.
Grundwerte
"wenig Staat, viel Freiheit" Klingt aber eher nach Ron Paul als nach Obama oder Perry.
@stadelmann
naja. Obama und die Demokraten haben die letzten 4 Jahre bewiesen, dass sie es auch nicht besser können. Die Republikaner würden diesen Planeten mit ihren Kriegen sowieso sofort in den Abgrund stürtzen. Daher kann nur er es richten.. Klar ist der "hype" etwas übetrieben.. aber solange er grundsätzlich von allen Medien ignoriert und boykottiert wird ist es wichtig ihn immer wieder zu erwähnen, sodass er nicht vergessen geht.
Grundwerte u.s.w.
@Amigo: Das ist eine Meinung, aber kein Fakt. Ich respektiere die Ansicht Ihres Kollegen natürlich, aber er kann sich auch irren. @jo hanns: Ron Paul ist einfach einer, der diese Werte extrem strikte umsetzen will. Das bedeutet aber auch die komplette Abschaffung jeglicher staatlicher Sozialhilfe. Ob das bei so einer hohen Arbeitslosenquote wirklich hilft ist ganz sicher fraglich.
Wette
Hier redet niemand ueber die 10.000 dollar Wette! Keine meiner Kollegen verlieren auch nur ein piips darueber. Romney verliert von tag zu tag mehr stimmen und Newt legt zu. Beangstigend so was !