Kampf der Republikaner

11. Januar 2012 07:38; Akt: 11.01.2012 09:41 Print

Nach dem Scharmützel die SchlachtNach dem Scharmützel die Schlacht

von Martin Suter, New Hampshire - Mitt Romney gewann die Primärwahlen von New Hampshire so klar, dass seine Rivalen schweres Geschütz gegen ihn auffahren. Damit könnten sie die Partei empfindlich schwächen.

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: Der frühere Sprecher des Repräsentantenhauses hat bislang eine Achterbahnfahrt erlebt. Mit dem Sieg bei der Vorwahl in South Carolina war er zuletzt ganz oben. Unklar ist, wie lange dies so bleibt, denn Gingrich schleppt viel Ballast mit sich herum. : Der Ex-Gouverneur von Massachusetts und Multimillionär gilt als mehrheitsfähig. Doch viele Konservative tun sich schwer mit dem Mormonen, sie halten ihn für zu glatt und abgehoben. Nach gutem Start in die Vorwahlen ist er zuletzt in Rücklage geraten. Der 53-jährige Italoamerikaner sass zwölf Jahre für den Bundesstaat Pennsylvania im Senat, ehe er 2006 abgewählt wurde. Er politisiert am rechten Rand der Partei. Lange war er ein krasser Aussenseiter, doch in Iowa gewann er knapp gegen Romney. : Der Texaner hat mit seinen libertären, staatskritischen Ansichten eine grosse Fangemeinde erobert. Diese hat ihm bei den bisherigen Vorwahlen zu teilweise guten Resultaten verworfen. Eine Chance auf die Nomination hat er trotzdem nicht. Der Gouverneur von Texas stieg im August ins Rennen ein und erreichte in den Umfragen sofort Spitzenwerte. Doch nach einigen Patzern stürzte er immer tiefer ab. Nach schwachen Ergebnissen in Iowa und New Hampshire stieg er aus dem Rennen aus. : Er war Gouverneur von Utah, US-Botschafter in China und ist bekennender Mormone, wie Mitt Romney. Huntsman wollte sich als moderate Alternative zu diesem anbieten, doch wirklich durchsetzen konnte er sich nie. Am 16. Januar warf er das Handtuch. Die Kongressabgeordnete aus Minnesota hat fünf eigene und 23 Pflegekinder. Sie ist eine Favoritin der Tea-Party-Bewegung und berüchtigt für ihr loses Mundwerk. Nachdem sie bei der Vorwahl in ihrem Geburtsstaat Iowa nur den letzten Platz belegte, gab sie ihre Bemühungen auf. Der ehemalige Chef einer Pizza-Kette inszeniert sich als Anti-Politiker und kommt damit vor allem bei der Tea-Party-Bewegung an. Vorwürfe wegen sexueller Belästigung und peinliche Patzer haben ihm jedoch geschadet - so sehr, dass er am 3. Dezember 2011 seine Kandidatur vorläufig auf Eis gelegt hat. Mit seiner zupackenden Art hat er sich als Gouverneur von New Jersey schnell Respekt verschafft. Für viele Republikaner ist er ein Hoffnungsträger, doch am 4. Oktober 2011 stellte Christie ein für allemal klar, dass er nicht kandidieren wird. : Die ehemalige Gouverneurin von Alaska erhält viel Aufmerksamkeit, doch ob sie in der Lage wäre, gegen Barack Obama zu gewinnen, haben viele bezweifelt. Am 5. Oktober 2011 hat sie ihren Verzicht auf eine Kandidatur bekanntgegeben. Der Bruder von George W. Bush (l.) hat sich als früherer Gouverneur von Florida Respekt verschafft. Einen weiteren Bush im Weissen Haus will er den Amerikanern aber offensichtlich nicht zumuten. «Ich kandidiere nicht», hielt er in einer Mitteilung fest. Der Kongressabgeordnete von Wisconsin hat den radikalen Budget-Sparplan der Republikaner entworfen. Das macht ihn für viele in der Partei zu einem möglichen Kandidaten, doch Ryan will davon bislang nichts wissen. Der populäre Gouverneur von Indiana und Budgetdirektor in der Regierung von George W. Bush galt als Favorit der Parteiführung. Am 22. Mai 2011 erklärte er jedoch aus Rücksicht auf seine Familie den Verzicht auf eine Kandidatur. : Dem ehemaligen Gouverneur von Arkansas gelang 2008 zum Auftakt der Vorwahlen ein Überraschungssieg. Dieses Mal hat der Baptistenprediger frühzeitig das Handtuch geworfen. : Der Gouverneur von Minnesota hat versucht, sich als solider Konservativer zu profilieren. Allerdings fehlt es ihm an Charisma. Im Juli stieg er als erster Kandidat aus dem Rennen aus. Der New Yorker Immobilienmogul sorgte mit markigen Sprüchen für Furore und erklomm in den Umfragen kurzzeitig den Spitzenplatz. Dann krebste er zurück: Seine vermeintliche Präsidentschaftskandidatur war wohl nur ein Werbegag für seine TV-Show «The Celebrity Apprentice».

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Eigentlich sollte New Hampshire das Kandidatenfeld ausdünnen. Doch diesmal spielte der neuenglische Gliedstaat seine traditionelle Rolle nicht: Alle sechs Anwärter auf die Nomination als republikanische Herausforderer von Barack Obama in den diesjährigen US-Präsidentschaftswahlen bleiben nach dem Urnengang vom Dienstag im Rennen. Obama darf sich freuen: In den nächsten Wahlgängen in South Carolina und Florida droht der parteiinterne Kampf selbstzerstörerisch zu werden.

New Hampshire hat einen klaren Sieger hervorgebracht: Mitt Romney, der frühere Gouverneur des südlichen Nachbarstaats Massachusetts, gewann 39 Prozent der Primärwahlstimmen, 16 Prozentpunkte mehr als der libertäre Kandidat Ron Paul.

Romneys Sieg war historisch: Amtierende Präsidenten ausgenommen, ist es ihm als erstem Kandidaten der amerikanischen Geschichte gelungen, sowohl in den Parteiversammlungen von Iowa als auch in New Hamphshire obenauf zu schwingen.

Zudem konnte Romney seine Wählerbasis verbreitern. Bei eingeschriebenen Republikanern gewann er haushoch, aber auch die in New Hampshire zugelassenen Wähler ohne Parteideklaration strömten ihm zu; Romney erhielt von ihnen praktisch gleich viel Zuspruch wie der bei Freigeistern und ideologisch Ungebundenen populäre Ron Paul.

Romney vom Sieg überzeugt

Selbst Zauderer, die sich erst in letzter Minute festlegten, stimmten mehrheitlich für Romney. Das könnte ein Indiz dafür sein, dass die übers Wochenende losgetretene Attacke auf ihn als angeblichen Arbeitsplatzkiller bei der Beteiligungsgesellschaft Bain Capital vorerst noch nicht viel Wirkung entfaltet hat.

Jedenfalls präsentierte sich Romney am Abend so, als hätte er die Nomination bereits in der Tasche. Er trat im Anzug auf und hielt eine Rede, die sich fast ausschliesslich um Obama und dessen Versagen drehte. Dabei ging er sogar so weit, den Präsidenten zu imitieren, indem er wie dieser vom Teleprompter ablas.

Kampf in South Carolina

Als nächstes wird Romney nun mit seiner prallvollen Wahlkampfkasse den Kampf in South Carolina fortsetzen, wo er in Hinblick auf die Primärwahlen vom 21. Januar in Umfragen ebenfalls vorne liegt. Doch in dem Südstaat werden alle anderen auch aktiv sein:

  • Ron Paul wird seinen Erfolg von New Hampshire in South Carolina nicht wiederholen können. Er denkt stärker an das nachfolgende Florida (31. Januar) und wird versuchen, dort Delegiertenstimmen zu sammeln, mit denen er seinen Einfluss in der Partei verstärken kann. Eine Chance, nominiert zu werden, hat der exzentrische Politiker nicht.
  • Jon Huntsman sieht seinen dritten Platz mit 17 Stimmenprozent als Ticket für die nächste Runde. Laut Umfragen liegt der Ex-Gouverneur von Utah in South Carolina aber weit unter zehn Prozent. Dass er seinen Rückstand auf dem kulturell wenig günstigen Terrain so schnell wettmachen kann, gilt als unwahrscheinlich.
  • Rick Santorum konnte den Schwung von Iowa nicht nach New Hampshire hinüberretten und erhielt hier nur 9 Prozent der Stimmen. Als sozial Konservativer glaubt der frühere Senator aus Pennsylvania jedoch, in South Carolina bessere Karten zu haben.
  • Newt Gingrich, für den auch 9 Prozent stimmten, hat sich nicht aus dem Loch herausarbeiten können, in das er nach einem Höhenflug im November gefallen war. Der Ex-Präsident des Repräsentantenhauses aus Georgia hofft, im Nachbarstaat South Carolina mehr Sympathisanten zu finden.
  • Rick Perry rechnet sich als konservativer Gouverneur von Texas in den Südstaaten ebenfalls mehr Erfolg aus. In New Hampshire hat er überhaupt keinen Wahlkampf geführt, weshalb er bloss auf knapp ein Prozent der Stimmen kam.

Gingrich rächt sich

Für alle verbliebenen Kandidaten ist also South Carolina die beste – und wahrscheinlich letzte – Gelegenheit, Mitt Romney die Nomination streitig zu machen. Deshalb rüsten sie sich für eine Grossschlacht: Insgesamt sind bereits Werbespots für 7,3 Millionen Dollar gebucht worden. Mit 3,5 Millionen Dollar geht der grösste Teil davon auf das Konto von Newt Gingrich, der sich an Romney für dessen Negativkampagne in Iowa rächen will.

Gingrich hat vom Casino-Milliardär Sheldon Adelson, einem Gesinnungsfreund, fünf Millionen Dollar erhalten, damit er ein «unabhängiges» Aktionskomitee gründen und Wahlwerbung organisieren kann.

Der Grossangriff könnte sich für die Republikaner aber als selbstmörderisch erweisen, wenn er sich auf Romneys Rolle als Chef von Bain Capital konzentriert. In den letzten Tagen haben Gingrich, Perry und Huntsman Romney als Geier-Kapitalisten beschimpft, der dank der Vernichtung von Arbeitsplätzen reich geworden sei.

Sowohl die Angriffslinie wie die Begrifflichkeit könnte linker Kapitalismuskritik entstammen. Gingrich und die anderen Romney-Rivalen rechtfertigen den aus dem Mund von Republikanern ungewöhnlich klingenden Vorwurf, indem sie sagen, Obama und seine Wahlhelfer würden später genau die gleichen Attacken reiten. Indem Romney schon jetzt mit ihnen konfrontiert werde, könne er sich für den Endkampf im Herbst stählen.

Test für die Republikaner

Andere Republikaner halten es jedoch für verheerend, wenn die Partei den Wahlkampf mit Argumenten der Demokraten führe. Erst habe Ron Paul die Aussenpolitik der Partei von links kritisiert, jetzt gingen Gingrich & Co. ebenfalls von links auf die Wirtschaftspolitik der Republikaner los, beklagen sie. So unterwerfe sich die Partei der gegnerischen Denkungsart, sie spalte sich und werde geschwächt.

Die Primärwahlen in South Carolina werden daher nicht nur Mitt Romneys Stehvermögen testen. Sie werfen auch die Frage auf, ob sich die Republikaner überhaupt hinter einer ideologischen Alternative zu Barack Obama und den Demokraten zusammenraufen können.

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  • Thomas am 11.01.2012 22:31 Report Diesen Beitrag melden

    Ron Paul

    Ron Paul ist der einzige der die USA vor dem totalen Bankrott noch retten kann. Ron Paul 4 President.

  • Alain am 11.01.2012 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    Wer für Frieden ist, wählt Ron Paul!!

    Wenn man Ron Paul nicht mehr verschweigen kann kommt das übliche Mantra der Mainstream-Medien, er sei ein Spinner und hätte eh keine Chance. Es wird dann so oft und penetrant wiederholt wird, dass man schon von Gehirnwäsche sprechen muss.

  • Ka Pa am 11.01.2012 12:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ron paul !!

    Der einzige der die welt und die USA wirklich verändern würde wäre Ron Paul ..!! warum begreifen die amis das nicht ..? ist ja wirklich fragwürdig der einzige für freiheit ist wird als verrückter dargestellt meiner meinung nach sind die verrückt die ihn nicht wählen ..! Absoluter irsinn das ganze ..! Ohne ron paul wird es noch schlimmer denkt an seine worte ..!!ron paul 4 2012!