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22. Januar 2012 01:41; Akt: 22.01.2012 06:17 Print
Newt Gingrich macht es wieder spannend
Newt Gingrich gewinnt die Vorwahl der Republikaner in South Carolina klar. Nun könnte es zu einem langen Ringen um die Nominierung kommen. Doch Statistik-Fans kennen Obamas Herausforderer schon jetzt.

Hat die Vorwahl von South Carolina vor Mitt Romney gewonnen: Der republikanische Präsidentschaftskandidat Newt Gingrich. (Bild: Keystone)
Der Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner ist wieder offen: Der Ex-Chef des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich, hat die Vorwahlen im Bundesstaat South Carolina am Samstag ersten Ergebnissen zufolge klar gewonnen.
Bildstrecken Obamas mögliche Herausforderer 2012Vorwahl in New Hampshire Video
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Santorum gewinnt in Iowa nachträglich
Die Republikanische Partei im US-Staat Iowa hat nun den Ex-Senator Rick Santorum offiziell zum Sieger der Vorwahl erklärt. Eine entsprechende Erklärung gab der Parteivorstand am späten Freitagabend heraus. Demnach erhielt Santorum 34 Stimmen mehr als sein Rivale Mitt Romney. Ursprünglich hatte es geheissen, der ehemalige Gouverneur Romney habe den sogenannten Caucus Anfang Januar mit acht Stimmen Vorsprung für sich entschieden. Die Republikaner hatten die überraschende Korrektur bereits am Mittwoch mitgeteilt, Santorum aber wegen fehlender Abstimmungsergebnisse noch nicht offiziell zum Sieger erklärt. (dapd)
Nach Ergebnissen aus rund zwei Dritteln der Stimmbezirke lag Gingrich mit rund 41 Prozent klar in Führung, wie CNN meldete. Romney erhielt demnach nur rund 26 Prozent. Der christlich-konservative Ex-Senator Rick Santorum kam auf 18 Prozent, der texanische Abgeordnete Ron Paul erreichte 13 Prozent.
Der Vorwahlsieger kann sich bis zu 25 Delegierte für den Nominierungsparteitag der Partei im August sichern, wo insgesamt 1144 Stimmen für eine Aufstellung zum Herausforderer des demokratischen Amtsinhabers Barack Obama erforderlich sind. Romney galt noch bis vor wenigen Tagen als grosser Favorit in South Carolina. Er hatte die Vorwahl in New Hampshire gewonnen und war in Iowa nur hauchdünn an einem Sieg vorbeigeschrammt.
Gingrich kampfeslustig - Romney stellt sich
Im Hauptquartier von Gingrich skandierten seine Anhänger «Newt, Newt», als die TV-Sender ihn zum Sieger erklärten. «Danke, South Carolina», erklärte Gingrich über den Online-Kurznachrichtendienst Twitter. Er wolle in Florida, wo am 31. Januar die nächsten Vorwahlen stattfinden, einen K.-o.-Schlag abliefern, schrieb er. Wähler rief er dazu auf, für seine Kampagne Geld zu spenden, und verwies auf eine entsprechende Website.
Gingrich hatte den favorisierten Romney in den vergangenen Tagen in der Gunst der Wähler in South Carolina eingeholt. Der aus dem Nachbarstaat Georgia stammende Polit-Veteran überzeugte mit starken Auftritten in zwei TV-Debatten und erhielt die Unterstützung des Gouverneurs von Texas, Rick Perry, als dieser sich aus dem Präsidentschaftsrennen zurückzog.
Romney sagte derweil seinen Anhängern, sie sollten sich auf einen langen Kampf einstellen. Er werde um jede einzelne Stimme in jedem einzelnen Staat ringen. Ohne Namen zu nennen, kritisierte Romney seinen Kontrahenten, indem er sagte, dieser habe einen Frontalangriff auf freies Unternehmertum gestartet, als er sich negativ über Romneys Zeit bei einer Beteiligungsgesellschaft geäussert habe. Seine Partei könne nicht jemanden wählen, der noch nie ein Unternehmen geführt, geschweige denn einen US-Staat regiert habe.
Doch kein Kopf-an-Kopf-Rennen
Eigentlich hatte man in South Carolina ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Romney und Gingrich erwartet. Doch dem bislang favorisierten Romney war es in den vergangenen Tagen nicht gelungen, seinen Vorsprung in den Umfragen zu behaupten. Letzte Telefonumfragen vom Samstagmorgen sahen den Sieg Gingrichs vielmehr bereits voraus, wie die «Huffington Post» schrieb. Demzufolge hätte Gingrich rund 37 bis 40 Prozent der Stimmen auf sich vereinen sollen, derweil Romney nur auf 26 bis 28 Prozent käme.Diese Prognose scheint sich jetzt zu bewahrheiten.
Attacke der Ex-Frau verpufft
Grund für die Abkehr von Romney waren vor allem kritische Fragen zu seinem persönlichen Vermögen und den Steuern, die er zahlt. Diese konnte der Mormone nicht zur Zufriedenheit der Wähler im konservativen Südstaat der USA beantworten.
Gingrich dagegen legte zu, weil er insbesondere in zwei Fernsehdebatten zu überzeugen wusste. Er musste sich dabei Vorwürfen seiner Exfrau stellen, die in einem Fernsehinterview sagte, er habe sie einst um eine offene Ehe gebeten. So habe er die Affäre mit seiner Geliebten fortsetzen wollen, die heute seine Ehefrau ist.
Nun könnte es ein langes Ringen werden
Für alle Kandidaten ging es um viel in South Carolina. Hätte Romney den Sieg davontragen können, wäre ihm nach seinem Sieg in New Hampshire und einem faktischen Unentschieden in Iowa die Nominierung kaum noch zu nehmen gewesen. So wie es jetzt aussieht, dürfte es aber noch ein langes Ringen werden, bis feststeht, wer für die Republikaner gegen den demokratischen Amtsinhaber Barack Obama antritt.
Die Statistik spricht allerdings eine deutliche Sprache: Bisher hat jeder der republikanischen Bewerber seit 1980, der in South Carolina gewann, die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten gewonnen.
Neben Romney und Gingrich bewarben sich auch noch der frühere Senator Rick Santorum, der nachträglich zum Sieger der Vorwahl von Iowa erklärt worden war (siehe Infobox) und der Abgeordnete Ron Paul. Das Feld hatte sich am Donnerstag gelichtet, als der texanische Gouverneur Rick Perry aus dem Rennen ausstieg.
Eine Wählerbefragung für die Nachrichtenagentur AP und US-Fernsehsender ergab, dass Santorum und Paul weit abgeschlagen zurücklagen. Edison Research befragte 1577 Wähler. Die Befragung hat eine Stichprobenfehlermarge von plus beziehungsweise minus vier Prozentpunkten
(jam/sda/dapd)



























