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Von «Kleingeistigkeit» lösen
17. Januar 2009 18:07; Akt: 18.01.2009 14:41 Print
Obamas Triumphzug nach Washington
Für Barack Obama haben die Marathon-Feiern zu seiner Amtseinführung am 20. Januar begonnen: Wie einst Abraham Lincoln 1861 brach er am Samstag mit dem Zug von Philadelphia - der Wiege der amerikanischen Demokratie - nach Washington auf.
Zusammen mit seiner Frau Michelle, seinen Töchtern Sasha und Malia und seinem künftigen Stellvertreter Joe Biden fuhr Obama in einem historischen Sonderzug in die Hauptstadt. Entlang der Strecke jubelten ihm bei klirrender Kälte zehntausende Anhänger zu.
«We are one» - am Sonntag geht's los
Für die breite Öffentlichkeit gehen die Feiern am Sonntag richtig los - mit einem kostenlosen Konzert am Lincoln Memorial in der Bundeshauptstadt. Angesagt haben sich hochkarätige Stars wie Bruce Springsteen, Beyoncé, U2 und Stevie Wonder. Das Motto der Veranstaltung, zu der mindestens
Montag ist ein nationaler Feiertag, der traditionelle Martin-Luther-King-Day zu Ehren des ermordeten Bürgerrechtlers. Obama will, dass dieser Tag wieder so begangen wird wie er einst gedacht war: mit dem Dienst der Bürger an der Gemeinschaft. Der künftige Präsident selbst und seine Familie wollen sich an diesem Tag aktiv sozial betätigen; Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt.
Am Dienstag geht es dann Schlag auf Schlag: Nach einem Kaffeestündchen der Obamas mit dem scheidenden Präsidenten George W. Bush und dessen Frau Laura beginnt um 17:30 Uhr MEZ die offizielle Vereidigungszeremonie.
Nach seinem Amtseid plant Obama eine rund 15-minütige Antrittsrede. Um 20:00 Uhr MEZ beginnt eine grosse Parade vom Kapitol zum Weissen Haus, danach heisst es für die Obamas Umkleiden- für die abendliche Serie von Bällen.
Die Reise wurde nach dem Vorbild einer Zugfahrt des früheren US- Präsidenten Abraham Lincoln organisiert. Dieser war 1861 ebenfalls über diese Strecke zur Amtseinführung nach Washington gefahren.
Der Pullman-Zug aus den 1930er Jahren startete in Philadelphia im Bundesstaat Pennsylvania und hielt zwischendurch in Wilmington im Bundesstaat Delaware und in Baltimore im Bundesstaat Maryland, bevor er am Abend (Ortszeit) in Washington eintraf.
«Hallelujah, wir haben es geschafft!», hiess es auf einem Plakat, das Obama in der Stadt Claymont entgegengehalten wurde. Biden gesellte sich in seinem Wohnort Wilmington zu der Reisegesellschaft. Für Obamas Frau Michelle, die am Samstag 45 Jahre alt wurde, stimmte die Menschenmenge ein «Happy Birthday» an.
Ein historischer Augenblick
An der Bahnstrecke herrschten scharfe Sicherheitsvorkehrungen, zur Luftüberwachung war ein Chinook-Helikopter im Einsatz. In Baltimore warteten
«Dies ist wirklich ein historischer Augenblick», sagte der 54-jährige Lehrer Walter Massey - «wahrscheinlich der geschichtsträchtigste Vorgang, den ich in meinem Leben mitbekomme». Er habe vor der Wahl Obamas nicht gedacht, dass «Amerika reif genug ist, einen Afro-Amerikaner als Präsidenten zu wählen».
Obama legt am kommenden Dienstag vor dem Kapitol in Washington als erster schwarzer Präsident in der Geschichte der USA seinen Amtseid ab. Zu dem Grossereignis werden bis zu zwei Millionen Besucher erwartet.
Neue Unabhängigkeitserklärung
Auf der Zugfahrt rief Obama sein Land zu einer «neuen Unabhängigkeitserklärung» auf, um die Menschen von «Ideologie und Kleingeistigkeit, Vorurteilen und Engstirnigkeit» zu befreien. «Lasst uns dafür sorgen, dass diese Wahl nicht das Ende des Wandels in Amerika ist, sondern der Anfang», sagte Obama.
In seiner letzten Radioansprache vor seinem Einzug ins Weisse Haus hatte er die US-Bürger zuvor auf schwierige Zeiten eingestimmt. «Wir erleben eine schwere Zeit, und noch schwerere Tage könnten vor uns liegen», sagte der 47-Jährige.
«Unsere Nation ist im Krieg. Unsere Wirtschaft durchlebt grosse Turbulenzen. Und es gibt so viel zu tun, um Frieden wiederherzustellen und Wohlstand zu steigern.»
(sda)



























