Luftverkehr

15. April 2010 14:14; Akt: 16.04.2010 15:23 Print

Deshalb ist Vulkan-Asche so gefährlichDeshalb ist Vulkan-Asche so gefährlich

Die Flugzeuge in halb Europa müssen am Boden bleiben. Das hat einen guten Grund: Vulkan-Asche ist so hart wie Stahl – und kann Flugzeuge zum Absturz bringen.

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Der Eyjafjallajökull hat seine isländische Umgebung in eine Mondlandschaft verwandelt (16. Mai 2010). Der Gletschervulkan als Touristenattraktion (17. Mai 2010). Noch am 17. Mai wurden Teile des europäischen Luftraums geschlossen. Ein Mitglied des Krisenstabes der Deutschen Flugsicherung zeigt am 20. April 2010 in Langen bei Frankfurt auf eine Karte, auf der die Berechnung für die Ausdehnung (rote Kontur) der Aschewolke zu sehen ist. Erkennungsflug am 19. April: Die Eruptionen des Gletschervulkans nähmen wieder an Stärke zu, hiess es anschliessend. Man habe es mit «dynamischen und sich schnell ändernden Bedingungen» zu tun. Spektakuläres Bild vom Vulkan in der Nacht auf den 19. April 2010. Immer noch spuckt der Vulkan Lava und Asche. Eine klebrige Aschemasse bedeckt Teile Islands. Einsatzkräfte befreien das Dach eines Hauses im isländischen Seljavellir vom Aschregen des Vulkans. Statt vom Schnee werden Strassen in Island vom Aschregen befreit. Dächer werden von der Asche freigeräumt. In Island sind die Ausmasse des Vulkanausbruchs eindrücklich zu sehen. Selbst im Auto müssen sich die Leute mit Masken schützen. Die Aschewolke ist ein einmaliges Naturphänomen. Spektakuläre Bilder aus Island zeigen, was der Vulkanausbruch dort angerichtet hat. Bauern sind besonders betroffen. Ein isländischer Bauer schützt sich mit einer Schutzmaske vor der Asche. Eine Eruption mit gravierenden Folgen: Der Ausbruch des Vulkans legte den Flugverkehr tagelang in halb Europa lahm. Das Schmelzwasser nimmt als Folge der erneuten Eruptionen am Gletscher weiter zu. Der Gletscherfluss Markarfljot ist schon bedenklich angestiegen. Die Folgen des Vulkanausbruchs sind am 14. April bis über die Wolkendecke zu sehen. Die grosse Gefahr am Boden ist das Hochwasser. Touristen betrachten die Lava am 2. April 2010. 2. April 2010. Schaulustige betrachten das Naturschauspiel am 27. März 2010. 27. März 2010. 27. März 2010. 27. März 2010. 25. März 2010. Die isländische Küstenwache machte Aufnahmen aus der Höhe.

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Ein Flugzeug gerät in eine Vulkanwolke – eine Horrorvorstellung für jeden Flugzeugkapitän. Thomas Frick, Chefpilot der Swiss Langstreckenflotte, erklärt in der «Tagesschau»: «Die Aschepartikel werden im Triebwerk geschmolzen und backen die Turbine förmlich zu.» Dies könne rasch zu Triebswerkausfällen führen. Zudem verstopfe der Staub sämtliche Messinstrumente, wie beispielsweise den Geschwindigkeitsmesser. Damit nicht genug: Weil die Aschepartikel die Aussenhaut des Flugzeugs elektrisch aufladen, können sie laut Frick den kompletten Funkverkehr des Flugzeuges zum Erliegen bringen.

Jumbo-Jet beinahe abgestürzt

Wie gefährlich die Asche für Flugzeuge sein kann, zeigte sich 1982 über Indonesien. Ein Jumbo-Jet der British Airways geriet mitten in der Nacht in eine Vulkanwolke, welche vom Gung Galunggung ausgestossen worden war. «Anfangs blitzte es rund um die Maschine, dann geriet 'Rauch' in die Kabine. Schliesslich fielen alle vier Triebwerke innert wenigen Minuten aus», sagt Luftfahrt-Experte Ralph Benkö.

Das Undenkbare war eingetreten - eine riesige 747 wurde plötzlich zum Segelflugzeug. Den Piloten sei es schliesslich durch enormes Glück und viel Können gelungen, die Boeing 747 aus der Wolke zu manövrieren und nach endlosen 14 Minuten Gleitflug zwei Triebwerke wieder zu starten. Das voll besetzte Flugzeug entging nur knapp einer Katastrophe und konnte schliesslich in Jakarta landen.

Nie zuvor hatte sich auf derart dramatische Weise gezeigt, welche Gefahr für den Flugverkehr von Vulkanasche ausgeht. Die Piloten hatten damals keine Ahnung, woher all die Störungen plötzlich kamen. Denn Vulkanwolken sind auf dem Wetterradar nicht erkennbar, die etwa einen Hundertstelmillimeter kleinen Partikel bleiben für die Piloten unsichtbar.

Asche ist wie Glassplitter

Vulkanasche sei nicht mit normaler Asche vergleichbar, erklärt Vulkanologe Bruce Dingwell gegenüber N-TV. «Die Partikel sind hart wie Glas.» Trotzdem steigen sie kilometerhoch in die Atmosphäre: «Sie können schweben, weil die Luft in einer Vulkanwolke sehr warm ist», so der Experte.

Es sei sehr schwierig zu sagen, wie lange sich die Wolken in der Atmosphäre halten könnten. «Es kann Tage, Wochen oder gar Monate dauern», so Dingwell. Die Sperre des Luftraums sei die einzig sinnvolle Massnahme, um die Flugzeuge keiner Gefahr auszusetzen.

So gefährlich ist Vulkan-Asche:
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(am)