Luftraum bleibt dicht

18. April 2010 08:37; Akt: 18.04.2010 15:15 Print

Vulkan spuckt weiterVulkan spuckt weiter

Der Vulkan in Island ist auch am Sonntag unverändert aktiv. Fast auf dem ganzen Kontinent bleiben die Jets weiter am Boden.

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Der Eyjafjallajökull hat seine isländische Umgebung in eine Mondlandschaft verwandelt (16. Mai 2010). Der Gletschervulkan als Touristenattraktion (17. Mai 2010). Noch am 17. Mai wurden Teile des europäischen Luftraums geschlossen. Ein Mitglied des Krisenstabes der Deutschen Flugsicherung zeigt am 20. April 2010 in Langen bei Frankfurt auf eine Karte, auf der die Berechnung für die Ausdehnung (rote Kontur) der Aschewolke zu sehen ist. Erkennungsflug am 19. April: Die Eruptionen des Gletschervulkans nähmen wieder an Stärke zu, hiess es anschliessend. Man habe es mit «dynamischen und sich schnell ändernden Bedingungen» zu tun. Spektakuläres Bild vom Vulkan in der Nacht auf den 19. April 2010. Immer noch spuckt der Vulkan Lava und Asche. Eine klebrige Aschemasse bedeckt Teile Islands. Einsatzkräfte befreien das Dach eines Hauses im isländischen Seljavellir vom Aschregen des Vulkans. Statt vom Schnee werden Strassen in Island vom Aschregen befreit. Dächer werden von der Asche freigeräumt. In Island sind die Ausmasse des Vulkanausbruchs eindrücklich zu sehen. Selbst im Auto müssen sich die Leute mit Masken schützen. Die Aschewolke ist ein einmaliges Naturphänomen. Spektakuläre Bilder aus Island zeigen, was der Vulkanausbruch dort angerichtet hat. Bauern sind besonders betroffen. Ein isländischer Bauer schützt sich mit einer Schutzmaske vor der Asche. Eine Eruption mit gravierenden Folgen: Der Ausbruch des Vulkans legte den Flugverkehr tagelang in halb Europa lahm. Das Schmelzwasser nimmt als Folge der erneuten Eruptionen am Gletscher weiter zu. Der Gletscherfluss Markarfljot ist schon bedenklich angestiegen. Die Folgen des Vulkanausbruchs sind am 14. April bis über die Wolkendecke zu sehen. Die grosse Gefahr am Boden ist das Hochwasser. Touristen betrachten die Lava am 2. April 2010. 2. April 2010. Schaulustige betrachten das Naturschauspiel am 27. März 2010. 27. März 2010. 27. März 2010. 27. März 2010. 25. März 2010. Die isländische Küstenwache machte Aufnahmen aus der Höhe.

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Der Vulkan am Eyjafjalla-Gletscher in Island ist unverändert aktiv. Wie das Meteorologische Institut in Reykjavik am Sonntagmorgen mitteilte, stösst er wie seit Mitte der Woche riesige Mengen Rauch und Asche in die Atmosphäre.

Der Wind in höheren Lagen treibt die Vulkanwolke weiter auf den europäischen Kontinent in südliche Richtung zu. Im Vulkangebiet selbst fallen grosse Mengen Asche nieder. Auch die Messungen seismischer Aktivitäten im südisländischen Gebiet um den Eyjafjalla- Gletscher ergaben keine Anzeichen für eine Beruhigung.

Aufnahmen des kürzlich eruptierten Eyjafjallajökull:
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(Quelle: APTN Video)


Flughäfen bleiben zu

Neben der Schweiz hat auch Deutschland die Sperrung des Luftraums erneut verlängert: Bis 20.00 Uhr am Sonntag dürfen keine Flugzeuge starten und landen, wie ein Sprecher der Deutschen Flugsicherung am Samstagabend sagte. Grund ist die Aschewolke aus dem isländischen Vulkan. Bislang hatte eine Sperrung bis Sonntag um 14.00 Uhr gegolten.

Nur Südeuropa verschont

In Spanien dagegen gaben die Behörden wieder Entwarnung und hoben ihr Start- und Landeverbot für sieben Flughäfen im Norden Spaniens nach nur rund einer Stunde wieder auf.

Die Schliessung sollte eigentlich von 20.00 Uhr am Samstag bis 10.00 Uhr am Sonntag dauern. Die Aschewolke habe sich jedoch Richtung Osten bewegt, deshalb könnten die Flughäfen wieder geöffnet werden, teilte die staatliche Flughafenbehörde AENA am Abend in Madrid mit.

Obwohl Spanien selbst bislang von der Wolke nur gestreift wurde, fielen in dem Land am Samstag landesweit rund 2000 der knapp 2400 geplanten Starts und Landungen aus. Grund ist die Luftraumsperrung über weiten Teilen Europas.

Bisher nicht von der Aschewolke betroffen sind neben Spanien nur noch Portugal, der Süden Italiens, Griechenland und die Türkei.

Schweizer Luftraum bleibt zu

Auch das Flugverbot über der Schweiz ist wegen der Vulkanaschewolke erneut verlängert worden, und zwar bis Montag 14 Uhr.

Nicht der ganze Luftraum über der Schweiz ist jedoch gesperrt, da die für Flugzeuge gefährliche Wolke aus feinen Stein- und Glasteilchen nur in einer begrenzten Höhe liegt. In grosser Höhe hingegen können Flugzeuge die Schweiz überqueren. Die Wolke sei im Tagesverlauf zudem abgesunken, sagte Göring. Deshalb konnte das BAZL am Samstag den Luftraum ab einer Höhe von rund 6000 Metern über Meer wieder freigegeben. Bis anhin lag diese Grenze bei rund 11 000 Metern.

Gleichzeitig untersagte das BAZL für die Nacht die am Tage erlaubten Flüge auf Sicht. Das BAZL will nach eigenen Angaben am Sonntagmorgen nach Rücksprache mit Meteoschweiz, Skyguide und ausländischen Behörden die Situation neu beurteilen und über die getroffenen Entscheide informieren.

Seltsame Stimmung am Zürich Flughafen vergangenen Samstag:

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(Video: Debby Galka)

Swiss streicht Flüge

Obwohl das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) bislang nur ein Flugverbot bis Sonntag um 14 Uhr verfügt hat, streicht die Fluggesellschaft Swiss alle Flüge für Sonntag. Für die Flüge ab Montag warte die Swiss die neuen Entscheide des BAZL ab, die am Sonntagmorgen gefällt werden, sagte Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel am Samstag gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Damit geht die Gesellschaft weiter als von der Behörde verlangt.

Warum Swiss über die Vorgaben des BAZL hinaus geht, erklärte Donzel mit der Unsicherheit über die weitere Entwicklung. Mit dem Entscheid der Swiss herrschten für die Passagiere klare Verhältnisse.

Zudem benötige eine Fluggesellschaft stets eine gewisse Vorlaufzeit, um Flüge zu auf die Beine zu stellen. Unter anderem müsse das Personal aufgeboten oder das Essen organisiert werden.

Aktuell stehen gemäss Donzel die Langstreckenflugzeuge im Ausland am Boden. In Bangkok, São Paulo und Johannesburg stünden gar zwei Flieger. Die Europaflotte stehe in der Schweiz.

Wie es weiter geht, weiss zur Zeit niemand. Die grösste Schwierigkeit ist laut Swiss-Sprecher Donzel, dass die Passagiere nicht klar informiert werden könnten, weil auch die Swiss nicht wisse, wie es weiter gehe. «Wir sind abhängig von den Meteorologen», sagte Donzel.

Über 16 000 Flüge ausgefallen

Die Beeinträchtigungen über dem europäischen Luftraum haben am Samstag gegenüber dem Vortag deutlich zugenommen. Statt der üblichen 22 000 Flüge gab es nur rund 5000, wie die europäische Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol in Brüssel mitteilte. Das sind weniger als ein Viertel der an Samstagen üblichen Flugbewegungen. Am Freitag gab es noch rund 12 000 von 28 000 vorgesehenen Flügen.

Nach Nord- und Mitteleuropa schlossen auch immer mehr Länder im Osten und Südosten ihre Lufträume zumindest teilweise, etwa Slowenien, Kroatien, Serbien und Montenegro. Polen erweiterte die Flugverbote nahezu auf das gesamte Land - mit Ausnahme von Krakau, wo der tödlich verunglückte Staatspräsident Lech Kaczynski am Sonntag beigesetzt werden soll.

Keine Besserung erwartet

Meteorologen machen den wegen der Vulkanasche gestrandeten Flugreisenden in Europa wenig Hoffnung auf eine baldige Änderung der Situation. Die vorherrschenden schwachen Windströmungen und die nach wie vor vorhandene grosse Menge an Gletschereis an dem ausgebrochenen Vulkan in Island lassen für die kommenden Tage keine grossen Veränderungen der Aschewolke erwarten. «Derzeit stehen Grossbritannien und ein Grossteil Europas unter Hochdruckeinfluss, was bedeutet, dass der Wind relativ schwach ist und die Wolke sich nur langsam auflöst», sagte Graeme Leitch vom britischen Wetterdienst.

Matthew Roberts vom isländischen Wetterdienst erklärte, dass bislang nur ein Drittel des Gletschereises in der Umgebung des ausgebrochenen Vulkans Eyjafjallajökull abgeschmolzen ist. Das verdampfende Wasser ist ein wichtiger Faktor bei der Entstehung der Aschewolke.

Nach Angaben von Leitch reicht die Aschesäule über dem Eyjafjallajökull mittlerweile bis in eine Höhe von auf 9150 Meter. Die Vulkanaktivität intensiviere sich weiter.

Auch über der Schweiz schwebt die Asche nach wie vor. Marcel Häfliger von Skyguide erklärte am Samstag, dass die Asche-Wolke nun tiefer in der Luft hänge. «Die Partikel sind im Laufe des Vormittags bis auf 3500 Meter gesunken.» Es sei nicht abschätzbar, wann die Asche den Boden erreiche und somit keine Gefahr für den Flugverkehr mehr darstelle.

Die Asche-Partikel sind für Flugzeuge deshalb so gefährlich, weil sie Schäden an Düsentriebwerken und aussen angebrachten Messinstrumenten verursachen können und den Piloten die Sicht nehmen.

Lufthansa flog trotz Aschewolke

Die Lufthansa überführte am Samstag trotz der Sperrung des Luftraums zehn leere Langstreckenflugzeuge von München nach Frankfurt. Die Maschinen sollten am richtigen Startflughafen sei, wenn der Luftraum wieder geöffnet werde, sagte Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber. In enger Absprache mit der Deutschen Flugsicherung seien sie rund 3000 Meter hoch nach Sichtflugregeln geflogen worden. In dieser Höhe bestehe keine Gefahr durch die Flugasche.

(meg/am/jcg/kub/sda/dapd)