Vulkanasche

19. Mai 2010 12:34; Akt: 19.05.2010 15:25 Print

Firmen wollen Kohle wegen der AscheFirmen wollen Kohle wegen der Asche

49 Betriebe, die direkt vom Flughafen Zürich abhängig sind, wollen für die vulkanbedingten Ausfälle entschädigt werden.

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Idylle statt startende und landende Flieger am Flughafen Zürich. Sämtliche Maschinen bleiben auf dem Boden. Die Triebwerke müssen vor der Asche geschützt werden. Am Flughafen in Zürich Kloten geht gar nichts mehr. Der Airport ist fast leer. Einige Wenige verweilten in der Wartehalle. Eine Swiss-Angestellte alleine auf weiter Flur. Der Schweizer Luftraum ist seit dem 17. April ab 0.00 Uhr gesperrt. Die Passagiere von Hunderten von Flügen in Zürich müssen am Boden bleiben. Unzählige Flüge sind gestrichen. Der verlassene Flughafen Zürich. Die gestrandeten Passagieren werden mit Mineralwasser versorgt. Die massiven Störungen im Flugverkehr nach dem Vulkanausbruch in Island dauern weiter an. So sah es in Zürich am 16. April um 08.30 Uhr aus: Sämtliche Flüge Richtung Norden waren annulliert. Auch in Helsinki wurden alle Flugzeuge gegroundet. Für die gestrandeten Fluggäste mussten die Fluggesellschaften Erfrischungen, Mahlzeiten und Unterkünfte zur Verfügung stellen. Passagiere wurden gebeten, sich im Internet zu informieren und bei ihren Fluggesellschaften nachzufragen. Vor den Bahnschaltern am Frankfurter Flughafen kam es am Freitag als Folge der Luftraumsperrung zu langen Warteschlangen. Grund für das monumentale Chaos im Flugverkehr sind gigantische Aschewolken des Eyjafjallajökull-Ausbruchs auf Island. Die Aschewolke zog sich seit Donnertagnachmittag wie ein Band Richtung Süden. Meteorologen befürchten, dass sie sich weiter auf Kontinentaleuropa ausbreiten könnte. Laut Experten spuckt der ausgebrochene Vulkan auf Island weiter Asche. Es gebe kein Anzeichen, dass sich die Aktivität unter dem Gletscher Eyjafjallajökull abschwäche. Die Vulkanasche kann Piloten die Sicht nehmen und die Triebwerke beschädigen. Tausende Flüge von und nach den britischen Inseln waren bereits am 15. April ausgefallen. Als erster wurde der Londoner Flughafen Heathrow geschlossen. Danach folgten Glasgow,... ... Belfast, ... ... und Schiphol in Amsterdam. Auch in Hamburg ... ... und Madrid warteten gestrandete Passagiere auf ihre Verbindungsflüge.

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49 Flughafenbetriebe haben beim Zürcher Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) Kurzarbeitsentschädigung beantragt. Zu ihnen gehören unter anderem die Fluggesellschaft Swiss, die Swissport, Gate Gourmet und die Flughafen Zürich AG selber. Sie alle mussten im April ihren Betrieb während gut drei Tagen einstellen, weil der Flugraum über ganz Europa wegen der Aschewolke aus Island gesperrt war.

Insgesamt mussten 11 000 Mitarbeitende in dieser Zeit nach Hause geschickt werden. Bei der Flughafen Zürich AG beispielsweise waren rund 300 Mitarbeiter betroffen, wie Flughafen-Sprecherin Sonja Zöchling am Mittwoch gegenüber dem «Regionaljournal Zürich- Schaffhausen» von Radio DRS sagte.

Die Flughafenbetreiberin ist zuversichtlich, dass das Entschädigungsgesuch bewilligt wird. Grundlage für diese Zuversicht ist das Arbeitslosengesetz, welches eine Entschädigung zuspricht, sofern die Betriebsschliessung aufgrund von behördlichen Massnahmen erfolgte. Dies sei bei der aschebedingten Flugraumsperre der Fall, so Zöchling weiter.

«Chancen stehen gut»

Beim Zürcher AWA ist man ähnlicher Ansicht. «Die Chancen auf Genehmigung stehen gut», sagte Amts-Sprecherin Irene Tschopp auf Anfrage der SDA. Man werde die Gesuche nun innerhalb der kommenden zehn Tage bearbeiten.

Voraussetzung für eine Genehmigung ist, dass die Unternehmen plausibel darlegen können, dass die Verdienstausfälle wirklich durch die Aschewolke verursacht wurden - und nicht etwa als normales Unternehmerrisiko bezeichnet werden müssen.

Firmen aus dem Transport- und Sicherheitsbereich haben somit grössere Chancen auf Genehmigung als beispielsweise eine Bäckerei, deren Angebot auch von Nicht-Passagieren genutzt werden kann.

(sda)