Gefährlicher Close-up

19. April 2010 11:59; Akt: 19.04.2010 12:15 Print

Heisser Ritt auf der WolkeHeisser Ritt auf der Wolke

von Roland Losch, AP - Mutige Mission: Sieben Flieger und Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wollen die Vulkanasche am Himmel über Deutschland aus nächster Nähe untersuchen.

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Der Eyjafjallajökull hat seine isländische Umgebung in eine Mondlandschaft verwandelt (16. Mai 2010). Der Gletschervulkan als Touristenattraktion (17. Mai 2010). Noch am 17. Mai wurden Teile des europäischen Luftraums geschlossen. Ein Mitglied des Krisenstabes der Deutschen Flugsicherung zeigt am 20. April 2010 in Langen bei Frankfurt auf eine Karte, auf der die Berechnung für die Ausdehnung (rote Kontur) der Aschewolke zu sehen ist. Erkennungsflug am 19. April: Die Eruptionen des Gletschervulkans nähmen wieder an Stärke zu, hiess es anschliessend. Man habe es mit «dynamischen und sich schnell ändernden Bedingungen» zu tun. Spektakuläres Bild vom Vulkan in der Nacht auf den 19. April 2010. Immer noch spuckt der Vulkan Lava und Asche. Eine klebrige Aschemasse bedeckt Teile Islands. Einsatzkräfte befreien das Dach eines Hauses im isländischen Seljavellir vom Aschregen des Vulkans. Statt vom Schnee werden Strassen in Island vom Aschregen befreit. Dächer werden von der Asche freigeräumt. In Island sind die Ausmasse des Vulkanausbruchs eindrücklich zu sehen. Selbst im Auto müssen sich die Leute mit Masken schützen. Die Aschewolke ist ein einmaliges Naturphänomen. Spektakuläre Bilder aus Island zeigen, was der Vulkanausbruch dort angerichtet hat. Bauern sind besonders betroffen. Ein isländischer Bauer schützt sich mit einer Schutzmaske vor der Asche. Eine Eruption mit gravierenden Folgen: Der Ausbruch des Vulkans legte den Flugverkehr tagelang in halb Europa lahm. Das Schmelzwasser nimmt als Folge der erneuten Eruptionen am Gletscher weiter zu. Der Gletscherfluss Markarfljot ist schon bedenklich angestiegen. Die Folgen des Vulkanausbruchs sind am 14. April bis über die Wolkendecke zu sehen. Die grosse Gefahr am Boden ist das Hochwasser. Touristen betrachten die Lava am 2. April 2010. 2. April 2010. Schaulustige betrachten das Naturschauspiel am 27. März 2010. 27. März 2010. 27. März 2010. 27. März 2010. 25. März 2010. Die isländische Küstenwache machte Aufnahmen aus der Höhe.

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Professor Ulrich Schumann, Leiter des DLR-Instituts für Physik der Atmosphäre, erklärte der Nachrichtenagentur DAPD die gefährliche Mission, die Aschewolke des isländischen Vulkans aus der nähe anzuschauen.

Auf dem Flugplatz Oberpfaffenhofen bei München haben 50 DLR-Mitarbeiter schon seit Freitag Messinstrumente in ein kleines Flugzeug vom Typ Falcon 20E eingebaut. Wichtigstes Gerät ist eine Art Laserkanone namens Lidar. «Wir fliegen zuerst in eine Richtung, wo die Konzentration niedrig ist. Das heisst, wir fliegen oberhalb der Wolke hoffentlich in sauberer Luft», erklärte Schumann. «Dann können wir das von oben beobachten und uns langsam herantasten.»

Durch ein Flugzeugfenster wollen die Forscher Laserlicht im Infrarotbereich nach unten schiessen - bis zum Boden oder bis zu der Aschewolke. Mit einem Teleskop messen sie dann, wie das Licht gestreut wird. Aus der Laufzeit und der Stärke des Signals können sie Entfernung und Konzentration der Ascheteilchen ablesen.

Das zweistrahlige Forschungsflugzeug kann 12 000 Meter hoch und 3000 Kilometer weit fliegen. Die beiden erfahrenen Piloten haben mit der Falcon schon Wolken von Saharastaub durchflogen und auch sehr dünne Wolken von Vulkanasche aus Japan. Dichte Vulkanasche sei allerdings weit gefährlicher: «Lava kann schmelzen im Triebwerk», erklärte der Professor. «Wie weit wir uns herantasten, entscheidet der Pilot in Absprache mit den Wissenschaftlern. Wir werden nicht direkt hineinfliegen - das wäre ein Hasardeurspiel.»

Neben den beiden Piloten und zwei Mechanikern sollen drei Wissenschaftler mit an Bord gehen - wahrscheinlich auch Schumann selbst. Drei bis vier Stunden werde der Messflug über Deutschland dauern. Als Starttermin war der späte Montagnachmittag vorgesehen - «manche sagen, nicht vor 18.00 Uhr», sagte Schumann. Diese Gretchenfrage werde vom Luftfahrtbundesamt mit entscheiden.

Einige Daten werden schon während des Fluges an Kollegen am Boden gefunkt. Erste Ergebnisse seien dann schon einige Stunden später zu erwarten, sagte der Professor. Sobald der Deutsche Wetterdienst verlässliche Daten über die Höhe und Verteilung der Aschewolken bekomme, könne er seine Vorhersage überprüfen.