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Vulkan auf Island
27. Juni 2010 17:00; Akt: 27.06.2010 20:53 Print
Keine Abschlussparty in Sicht
von Thomas Borchert, dpa - Der isländische Gletschervulkan Eyjafjalla spuckt keine Asche und auch keine Lava mehr. 100 Tage nach Beginn des für die Luftfahrt so verheerenden Ausbruchs wollen die Experten aber noch nicht endgültig Entwarnung geben.
«Wir haben kein Datum für unsere Eyjafjallajökull-Abschlussparty, da kann noch viel passieren», sagt Rikke Pedersen vom Vulkanologischen Institut in Reykjavik. 100 Tage sind seit dem Ausbruch des Gletschervulkans Island vergangen.
Bildstrecken Island im Bann des VulkansAschewolke legt Europas Flughäfen lahmDie für Flugzeuge gefährliche Wolke von der Atlantikinsel hatte wochenlang den Flugverkehr über Europa lahmgelegt und Reisende wie Fluggesellschaften an den Rand des Wahnsinns getrieben. Vom 15. bis 21. April fielen mehr als 100'000 Flüge in Europa aus, der Gesamtschaden geht gemäss Studien in die Milliarden.
Dass das in absehbarer Zeit wieder so sein könnte, hält Institutschefin Pedersen für unwahrscheinlich. «Aber sicher ist das nicht. Wir haben den Ausbruch ja auch noch nicht für beendet erklärt.»
Für sie und ihre Kollegen ist der Vulkan unter dem Gletscher Eyjafjalla bisher «sehr speziell und voller Überraschungen» gewesen. Auch deshalb könne man keine sicheren Vorhersagen machen.
«Übrigens will Europa von uns jetzt viel mehr und noch genauere Vorhersagen. Nur müsste man dem sehr kleinen Island dafür auch mal was zahlen», sagt die aus Dänemark auf die Insel gekommene Vulkanologin.
Buchungszahlen stabilisiert
Am Gletscherrand, wo Bauern, Hotelbetreiber und andere Anwohner wochenlang mit dem Niederschlag der Vulkanasche kämpfen mussten, wächst das Gras jetzt grüner als je zuvor.
Hier habe die Asche im Frühling als Düngemittel gewirkt, berichtete die Zeitung «Morgunbladid» vom Thoraldseyri-Gehöft, wo es in der Zeit nach dem Ausbruch in der Nacht zum 21. März durch die dunkelgraue Asche ganz besonders schlimm ausgesehen hatte.
Gerade noch an einer Katastrophe vorbeigeschrammt ist die Tourismus-Industrie, Islands wichtigste Einnahmequelle nach der Fischerei. Im Mai gingen die Buchungen wegen der unsicheren Transportlage zeitweise massiv zurück, aber die Situation hat sich rechtzeitig vor den Sommerferien wieder entspannt.
Vorfreude auf Abschlussparty
Inzwischen kann man bei einigen Internet-Auktionshäusern auch jede Menge Vulkanasche kaufen. Direkten «Vulkantourismus» allerdings gibt es nicht, weil das Gebiet um den Krater weiter gesperrt ist und es auch nichts Spektakuläres mehr zu sehen gibt.
Emsig Daten sammeln dort die von Rikke Pedersen aus dem 130 Kilometer entfernten Reykjavik losgeschickten Feldforscher. «Wir bekommen immer noch jede Menge Besuch von Kollegen aus aller Welt», sagt die Vulkanologin und freut sich über «unglaubliche Mengen spannender wissenschaftlicher Informationen» durch den Ausbruch.
Noch mehr freut sie sich auf die Eyjafjallajökull-Abschlussparty: «Die muss sein, das ist klar. Aber wann, das weiss keiner.» Der letzte Ausbruch hier Ende 1821 dauerte länger als ein Jahr.



























