Aschewolke über Europa

09. Mai 2010 16:30; Akt: 09.05.2010 16:35 Print

München und Innsbruck geschlossenMünchen und Innsbruck geschlossen

Die zweite Aschewolke hat die Schweiz erreicht. Den Flugverkehr hat sie nur minim eingeschränkt. Der Luftraum im Südosten Deutschlands und jetzt auch in Teilen von Österreich ist jedoch geschlossen worden.

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Der Eyjafjallajökull hat seine isländische Umgebung in eine Mondlandschaft verwandelt (16. Mai 2010). Der Gletschervulkan als Touristenattraktion (17. Mai 2010). Noch am 17. Mai wurden Teile des europäischen Luftraums geschlossen. Ein Mitglied des Krisenstabes der Deutschen Flugsicherung zeigt am 20. April 2010 in Langen bei Frankfurt auf eine Karte, auf der die Berechnung für die Ausdehnung (rote Kontur) der Aschewolke zu sehen ist. Erkennungsflug am 19. April: Die Eruptionen des Gletschervulkans nähmen wieder an Stärke zu, hiess es anschliessend. Man habe es mit «dynamischen und sich schnell ändernden Bedingungen» zu tun. Spektakuläres Bild vom Vulkan in der Nacht auf den 19. April 2010. Immer noch spuckt der Vulkan Lava und Asche. Eine klebrige Aschemasse bedeckt Teile Islands. Einsatzkräfte befreien das Dach eines Hauses im isländischen Seljavellir vom Aschregen des Vulkans. Statt vom Schnee werden Strassen in Island vom Aschregen befreit. Dächer werden von der Asche freigeräumt. In Island sind die Ausmasse des Vulkanausbruchs eindrücklich zu sehen. Selbst im Auto müssen sich die Leute mit Masken schützen. Die Aschewolke ist ein einmaliges Naturphänomen. Spektakuläre Bilder aus Island zeigen, was der Vulkanausbruch dort angerichtet hat. Bauern sind besonders betroffen. Ein isländischer Bauer schützt sich mit einer Schutzmaske vor der Asche. Eine Eruption mit gravierenden Folgen: Der Ausbruch des Vulkans legte den Flugverkehr tagelang in halb Europa lahm. Das Schmelzwasser nimmt als Folge der erneuten Eruptionen am Gletscher weiter zu. Der Gletscherfluss Markarfljot ist schon bedenklich angestiegen. Die Folgen des Vulkanausbruchs sind am 14. April bis über die Wolkendecke zu sehen. Die grosse Gefahr am Boden ist das Hochwasser. Touristen betrachten die Lava am 2. April 2010. 2. April 2010. Schaulustige betrachten das Naturschauspiel am 27. März 2010. 27. März 2010. 27. März 2010. 27. März 2010. 25. März 2010. Die isländische Küstenwache machte Aufnahmen aus der Höhe.

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Wegen der neuen Aschewolke aus Island ist der Münchner Luftraum seit 15.00 Uhr bis auf weiteres gesperrt. Dies erklärte der Verkehrsleiter vom Dienst des Frankfurter Flughafens. Auch der Stuttgarter Flughafen sowie die Airports in Augsburg und Memmingen wurden geschlossen, der in Stuttgart zunächst nur für eine Stunde, wie die Deutsche Flugsicherung (DFS) am Sonntag mitteilte.

Das Flugverbot gelte sowohl für Flüge nach Instrumentenflugverfahren als auch, von wenigen Ausnahmen abgesehen, für Flüge nach Sichtflugverfahren, erklärte die DFS. Grund für die Massnahme sei eine Flugwetterwarnung, die der Deutsche Wetterdienst (DWD) für einen Teil des süddeutschen Luftraums herausgegeben habe. Der DWD stütze sich dabei auf Prognosen des Volcanic Ash Advisory Centre (VAAC) in London. Daraus gehe hervor, dass die vom isländischen Vulkan Eyjafjallajökull ausgestossene Vulkanasche über Spanien und Frankreich bis in den deutschen Luftraum gelange und ein Teil des süddeutschen Luftraums dabei hoch mit Vulkanasche belastet sein werde.

Auch der Luftverkehr in Österreich ist von der Aschewolke beeinträchtigt. Österreich hat am Sonntag eine Sperrung weiter Teile seines Luftraums beschlossen. Der Flughafen von Innsbruck wurde um 15.30 Uhr geschlossen, Salzburg, Linz und Wien sollten Zug um Zug folgen. Nach Angaben der Flugaufsicht Austro Control sollen die Flugverbote bis Montagmorgen um 05.00 Uhr bestehen bleiben.

Zürich bleibt offen

Auf den Betrieb am Flughafen Zürich hat die neue Aschewolke des isländischen Vulkans Eyjafjalla auch am Sonntag kaum Auswirkungen gehabt. Wie am Vortag kam es erneut zu Verspätungen von Nordatlantikflügen. Annulliert werden mussten lediglich vier Flüge.

Da die Flieger wegen der Wolke eine nördlichere Route wählen müssen, verlängere sich deren Flugzeit und es komme zu Verspätungen, erklärte Ralph Staub von der Betriebskoordination des Flughafens Zürich auf Anfrage.

Zudem komme es aufgrund der Luftraumeinschränkungen zu Engpässen in der Luft, was ebenfalls zu Verspätungen führe. Bis am Mittag seien vier Flüge annulliert worden, sagte Staub. Betroffen waren Flüge von und nach Florenz, Mailand und Porto.

In Genf wurden bis am Sonntagmittag rund 20 Flüge gestrichen, sagte Flughafensprecher Bertrand Stämpfli. Flüge in Richtung Nizza, Barcelona, London und Washington konnten laut der Internetseite des Flughafens nicht starten. Auf der Ankunftsanzeige waren Flüge aus Porto, Budapest, Madrid und Lissabon annulliert.

Rund 500 Flüge ausgefallen

Die Aschewolke hat am Sonntag erneut zu zahlreichen Flugausfällen in Europa geführt. Es werde rund 24 500 Flüge geben, rund 500 weniger als an normalen Sonntagen in dieser Jahreszeit, teilte die europäische Flugsicherheitsorganisation Eurocontrol in Brüssel mit.

Es werde aber erwartet, dass die meisten derzeit noch geschlossenen Flughäfen später wieder öffnen könnten. Transatlantikflüge müssten weiter umgeleitet werde, es komme deshalb zu einigen Verspätungen. Am Samstag habe es rund 22'400 Flüge im europäischen Luftraum gegeben, etwa 200 weniger als üblich.

Norditaliens Flughäfen seit 14 Uhr wieder offen

Das italienische Amt für Flugsicherheit ENAC hat am Sonntagmorgen erneut die Sperrung des norditalienischen Luftraums angeordnet. Mittlerweile sind die Flüghäfen wieder offen.

Alle Flughäfen im Norden des Landes - mit Ausnahme von Venedig, Triest und Rimini - waren am Sonntag von 8.00 bis 14.00 Uhr geschlossen.

Spanien wieder grössestenteils von Wolke befreit

Die Aschewolke ist aus dem spanischen Luftraum grösstenteils wieder abgezogen. Die meisten der 20 Flughäfen in Nordspanien, die am Samstag geschlossen worden waren, konnten am Sonntag den Betrieb wieder aufnehmen.

Der Grossflughafen in Barcelona war bereits am Samstagabend nach einer fünfstündigen Schliessung wieder geöffnet worden. Wie das staatliche Radio RNE berichtete, waren am Sonntag nur noch die Flughäfen von La Coruña, Santiago de Compostela und Vigo im Nordwesten Spaniens geschlossen.

19 Flughäfen geschlossen

In Nordspanien wurden am Samstag 19 Flughäfen geschlossen. Die spanische Flughafenbehörde AENA ordnete dies unter anderem für die Airports von La Coruña, Asturias, Santander, San Sebastián, Bilbao und später auch für den Grossflughafen von Barcelona an. Die internationalen Flughäfen in Madrid und Palma de Mallorca blieben geöffnet. Allein in Spanien waren nach Regierungsangaben mehr als 400 Flüge betroffen. Transatlantikflüge wurden wegen der Aschewolke umgeleitet. Die Behörde kündigte unter Berufung auf Eurocontrol an, dass die betroffenen Flughäfen am Samstag mindestens bis 20.00 Uhr geschlossen bleiben sollten.
Die grösste spanische Fluggesellschaft Iberia beförderte einen Teil der Flugpassagiere mit Bussen. Nach Angaben des Unternehmens wurde damit gerechnet, dass die Flughäfen in Nordspanien am Sonntag wieder geöffnet werden können.

In Portugal wurden nach Angaben der Flughafenbehörde ANA mehr als 100 Flüge gestrichen, aber keine Flughäfen geschlossen. Auch wegen der Umleitung von Transatlantikflügen komme es zu erheblichen Verspätungen, ergänzte eine Sprecherin von Eurocontrol.

Am Flughafen Frankfurt fielen zunächst sechs Flüge von und nach Spanien aus. Betroffen seien Verbindungen aus und nach Barcelona sowie Bilbao, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport. Bei den Flügen aus den USA entstanden in Frankfurt Verspätungen zwischen 30 und 60 Minuten.

Island: Beruhigung der Lage

Einer Analyse des Meteorologischen Institutes Reykjavik zufolge hat sich die zuvor massiv stärker gewordene Eruption aus dem Gletscher Eyjafjallajökull inzwischen wieder beruhigt. Die Rauchsäule steige nicht mehr so hoch und sei wegen des geringeren Ascheanteils heller geworden, hiess es aus der isländischen Hauptstadt. Anzeichen für ein Ende der Eruption gebe es aber nicht.

Der Ausbruch hatte Mitte April begonnen. Für knapp eine Woche legte die Asche daraufhin den Flugverkehr in weiten Teilen Europas lahm.

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(aeg/sda)