Vulkanasche

16. Mai 2010 17:59; Akt: 17.05.2010 07:29 Print

Pfingsturlauber müssen bangenPfingsturlauber müssen bangen

Der Vulkan auf Island schickt wieder Asche nach Europa. Die Flughäfen in Irland, Schottland und England sind geschlossen. Auch die Schweiz könnte morgen von der Aschewolke betroffen sein.

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Der Eyjafjallajökull hat seine isländische Umgebung in eine Mondlandschaft verwandelt (16. Mai 2010). Der Gletschervulkan als Touristenattraktion (17. Mai 2010). Noch am 17. Mai wurden Teile des europäischen Luftraums geschlossen. Ein Mitglied des Krisenstabes der Deutschen Flugsicherung zeigt am 20. April 2010 in Langen bei Frankfurt auf eine Karte, auf der die Berechnung für die Ausdehnung (rote Kontur) der Aschewolke zu sehen ist. Erkennungsflug am 19. April: Die Eruptionen des Gletschervulkans nähmen wieder an Stärke zu, hiess es anschliessend. Man habe es mit «dynamischen und sich schnell ändernden Bedingungen» zu tun. Spektakuläres Bild vom Vulkan in der Nacht auf den 19. April 2010. Immer noch spuckt der Vulkan Lava und Asche. Eine klebrige Aschemasse bedeckt Teile Islands. Einsatzkräfte befreien das Dach eines Hauses im isländischen Seljavellir vom Aschregen des Vulkans. Statt vom Schnee werden Strassen in Island vom Aschregen befreit. Dächer werden von der Asche freigeräumt. In Island sind die Ausmasse des Vulkanausbruchs eindrücklich zu sehen. Selbst im Auto müssen sich die Leute mit Masken schützen. Die Aschewolke ist ein einmaliges Naturphänomen. Spektakuläre Bilder aus Island zeigen, was der Vulkanausbruch dort angerichtet hat. Bauern sind besonders betroffen. Ein isländischer Bauer schützt sich mit einer Schutzmaske vor der Asche. Eine Eruption mit gravierenden Folgen: Der Ausbruch des Vulkans legte den Flugverkehr tagelang in halb Europa lahm. Das Schmelzwasser nimmt als Folge der erneuten Eruptionen am Gletscher weiter zu. Der Gletscherfluss Markarfljot ist schon bedenklich angestiegen. Die Folgen des Vulkanausbruchs sind am 14. April bis über die Wolkendecke zu sehen. Die grosse Gefahr am Boden ist das Hochwasser. Touristen betrachten die Lava am 2. April 2010. 2. April 2010. Schaulustige betrachten das Naturschauspiel am 27. März 2010. 27. März 2010. 27. März 2010. 27. März 2010. 25. März 2010. Die isländische Küstenwache machte Aufnahmen aus der Höhe.

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Vier Wochen nach der ersten grossräumigen Luftraumsperrung wegen der Aschewolke aus Island müssen jetzt die Pfingsturlauber bangen: Trotz einer vorläufigen Entwarnung bis Dienstag drohen in Deutschland kommende Woche neue Flugverbote. Am Sonntag wurden bereits Flughäfen in Grossbritannien geschlossen, nach der Vorhersagen des Volcanic Ash Advisory Centre (VAAC) in London sollte die Asche am Montagmorgen Deutschland erreichen. Ob die Konzentration aber den Flugverkehr gefährden wird, war zunächst unklar. In Deutschland starteten am Sonntag zwei Messflüge.

«Es sind leider nur kurze Prognosen möglich», betonte der Sprecher der Deutschen Flugsicherung (DFS), Axel Raab. Nachdem es am Samstag zunächst geheissen hatte, dass zu Wochenbeginn erneut Flugverbote drohten, gab die DFS am Abend unter Hinweis auf neue Informationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vorläufige Entwarnung. Bis einschliesslich Dienstag sei nicht mit einer Beeinträchtigung des Luftverkehrs zu rechnen. Raab betonte aber am Sonntag, dass keine weitergehenden Vorhersagen möglich seien.

Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften teilte dennoch mit, der Flugbetrieb gehe «nach der aktuellen Einschätzung» auch in der kommenden Woche ganz normal weiter.

Laut isländischem Zivilschutz nahm die Aktivität des Vulkans Eyjafjallajökull nicht merklich zu, wegen der Wetterlage änderte sich aber die Situation für den Luftverkehr. Nach den VAAC-Prognosen sollte die Aschewolke in der Nacht zum Montag in Deutschland ankommen. Für die neue Woche sagt der DWD teils starken Wind aus nordwestlicher Richtung vorher, was bedeutet, dass weitere Asche aus Island nach Deutschland geweht werden kann. Entscheidend für ein Flugverbot ist aber die Konzentration der Aschepartikel.

Britische Flughäfen teilweise gesperrt

Zur Messung der Aschekonzentration starteten am Sonntag zwei getrennte Messflüge der Lufthansa und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Das DLR-Flugzeug startete um 11.10 Uhr, landete zunächst in Südengland und flog dann weiter Richtung Norden. Die Rückkehr war für den frühen Abend geplant. Die komplette Auswertung der Daten sollte ein bis zwei Tage dauern, aber schon während des Fluges wurden Daten an den DWD übermittelt.

Der speziell ausgerüstete Lufthansa-Airbus A340-600, der in Zusammenarbeit mit dem Mainzer Max-Planck-Institut Messungen vornahm, startete gegen 10.00 Uhr vom Frankfurter Flughafen. Er flog über Norddeutschland, Skandinavien, die britischen Inseln und den Nordatlantik und sollte gegen 17.00 Uhr zurückkehren. Erste Ergebnisse wurden für Dienstag erwartet.

Am Sonntag wurden bereits die Flughäfen in Nordirland, im Norden Englands sowie in Teilen Schottlands geschlossen. Die Londoner Flughäfen, darunter das Drehkreuz Heathrow, sollten mindestens bis zum Abend geöffnet bleiben. In Irland rechnete man damit, dass der Flughafen von Dublin bis mindestens Montagmorgen geöffnet bleiben kann.

Lufthansa setzt neuen Sicherheitspiloten ein

Unterdessen wurde bekannt, dass der Lufthansa-Sicherheitspilot Jürgen Steinberg nach Kritik an der Entscheidung des Unternehmens zu Sichtflügen während des Flugverbots im April diese Position aufgeben wird. Man habe sich in «beidseitigem Einvernehmen» darauf verständigt, dass Steinberg die Funktion des Sicherheitspiloten ab 1. August nicht mehr ausüben werde, sagte eine Lufthansa-Sprecherin. Er soll aber weiter als Pilot bei dem Unternehmen arbeiten.

Steinberg hatte zusammen mit der Lufthansa-Geschäftsleitung und Flottenführung entschieden, dass während des tagelangen ersten Flugverbots kontrollierte Sichtflüge erlaubt waren. Laut «Spiegel» erklärte er später nach heftiger Kritik von Lufthansa-Piloten, er würde nicht noch einmal so entscheiden. Daraufhin erklärte die Konzernleitung, es handele sich dabei um seine Privatmeinung.

Neue Aschewolke nähert sich der Schweiz

Prognosen der EMPA lassen vermuten, dass auch die Schweiz ab Montag Abend wieder von der Aschewolke über Europa betroffen sein könnte, heisst es auf der Homepage der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Die Trajektorien zeigen eine Abwärtsbewegung, wonach die kontaminierte Schicht, ähnlich wie am 17. April 2010, in relativ tiefer Höhe in der Schweiz ankommen würde. Für Montag Morgen um 08h00 hat das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) eine Krisensitzung einberufen.

(kub/sda/dapd)