Anti-Wef-Front

23. Januar 2009 13:31; Akt: 23.01.2009 14:08 Print

Krise schliesst die militanten Reihen

von Adrian Müller - Das Demo-Verbot der Genfer Behörden schreckt die WEF-Gegner nicht ab, im Gegenteil. Wegen der Finanzkrise verspüren die Kapitalismus-Gegner Zulauf – und verteilen sogar vergünstigte SBB-Tickets.

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Die Internet-Aufrufe einiger Gruppen aus dem autonomen Umfeld, Genf in ein «neues Athen» zu verwandeln, zeigen Folgen: Die Genfer Regierung hat am Mittwoch beschlossen, die Anti-Wef-Demo vom 31. Januar zu verbieten. «Wir haben es hier nicht mit einer Volksbewegung, sondern mit Krawallmachern zu tun», begründete Staatsrat Laurent Moutinot den Entscheid.

Die WEF-Gegner lassen sich durch das Verbot nicht beirren. In verschiedenen Internet-Foren rufen sie dazu auf, in Genf einen «revolutionären Block» zu bilden – und rechnen mit Krawallen. «Wenn Genf nun Ausschreitungen erlebt, dann hat sich dies die Regierung selbst zuzuschreiben», heisst es etwa auf Indymedia.org.

Demo-Zulauf wegen Wirtschaftskrise

Die Chancen stehen gut, dass die diesjährige Anti-WEF Demo grösser wird als in den vergangenen Jahren: «Wir stellen fest, dass sich aufgrund der kapitalistischen Krise viel mehr Leute an den Demo-Vorbereitungen beteiligen», erklärt eine Person aus dem Umfeld des «Revolutionären Bündnis Zürich» gegenüber 20 Minuten Online.

Selbst für den Transport an die Kundgebung ist gesorgt: Die Vereinigung bietet den eigenen «Schäfchen» vergünstigte Bahn-Tickets an, welche sie bei der Aktion eines Grossverteilers beschaffte.

Doch ob der Zug wirklich nach Genf fährt, wird sich erst am Montag zeigen. Dann entscheidet ein «überregionales Bündnis», ob es trotz Verbot weiterhin zur Demoteilnahme aufruft. Den Krawallmachern dürfte dies egal sein: «Auf nach Genf – und zwar militant», äussert sich ein weiterer User auf Indymedia.

Solothurn statt Genf?

Als Alternative für die Demo-Touristen bietet sich Solothurn an: Dort findet am Samstag ebenfalls eine Anti-Wef -Kundgebung statt. Der Sprecher der Kantonspolizei Solothurn erwartet trotz Demo-Verbot in Genf keine grösseren Zwischenfälle: «Wir rechnen nicht mit einem riesigen Aufmarsch», erklärt Peter Schluep auf Anfrage.

(Mitarbeit: Ann)