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Neues Buch
02. September 2010 15:14; Akt: 02.09.2010 15:32 Print
Nazi-Jäger war Mossad-Agent
Simon Wiesenthal arbeitete offenbar für den israelischen Geheimdienst – und war früh in die Ergreifung des Kriegsverbrechers Adolf Eichmann involviert.

Simon Wiesenthal 1992 in einem jüdischen Friedhof in Eisenstadt, Österreich, wo Rechtsextremisten zuvor Grabsteine mit Hakenkreuten beschmiert hatten. (Bild: Keystone)
Der Holocaust-Überlebende Simon Wiesenthal, der die Aufspürung von Nazi-Kriegsverbrechern zu seiner Lebensaufgabe gemacht hatte, galt stets als Ein-Mann-Organisation. Doch jetzt beweisen Dokumente aus seinem Privatbesitz, dass er ein Agent des israelischen Auslandgeheimdienstes Mossad war.
Adolf Eichmann 1962 während seiner Gerichtsverhandlung in Jerusalem.(Bild: Keystone)
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Der Mossad-Mythos
Infografik
Der Zweite Weltkrieg
In seiner neuen Biographie Wiesenthals enthüllt der israelische Historiker und Journalist Tom Segev, dass der Mossad Wiesenthal finanziell unterstützte und ihm auch einen israelischen Pass verschaffte. 1948 unternahm der Mossad den ersten Versuch zur Erfassung von Adolf Eichmann – aufgrund von Hinweisen Wiesenthals und des österreichischen Geheimdienstes. Eichmann gilt als «Architekt» des Holocausts, der die Vertreibung und Deportation der europäischen Juden in Konzentrations- und Vernichtungslager organisierte.
Agenten lauerten Eichmann auf
Israel schickte im Dezember 1948 drei Agenten nach Österreich. Im kleinen Dorf Altaussee in den Alpen, wo Eichmanns Ehefrau mit ihren Kindern lebte, lauerten sie ihm auf. Sie vermuteten, dass Eichmann, der aus dem Kriegsgefangenenlager Oberdachstetten ausgebrochen war, seine Familie am Sylvester aufsuchen würde. Doch Eichmann tauchte nie auf, möglicherweise war er gewarnt worden.
1953 spürte Wiesenthal Eichmann erneut auf und informierte die israelischen Behörden über seinen Aufenthaltsort. Allerdings vergingen weitere sieben Jahre, bis der Mossad ihn aufgrund von Informationen aus Deutschland in Argentinien festnehmen und mit einer spektakulären Entführung nach Israel bringen konnte. Im seither berühmten Eichmann-Prozess wurde er zum Tod verurteilt und 1962 hingerichtet.
Wiesenthals offizielle Mitarbeit beim Mossad begann nach der Ergreifung Eichmanns 1960 und dauerte ca. zehn Jahre. Seine Hauptaufgabe war die Aufspürung von Nazi-Verbrechern, aber er beschaffte auch Informationen über deutsche Raketenspezialisten, die inzwischen in Ägypten tätig waren. Der Mossad finanzierte auch Wiesenthals Büro in Wien und überwies ihm monatlich 300 US-Dollar. Wiesenthal verstarb 2005 im Alter von 97 Jahren in Wien.
(kri)



























