Die Geschichte der Mauer in Zitaten

08. November 2009 23:37; Akt: 08.11.2009 23:37 Print

«Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten»«Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten»

Nicht einmal zwei Monate vor dem Mauerbau im August 1961 dementierte DDR-Staatschef Walter Ulbricht jede Absicht, eine Mauer bauen zu lassen. Im Januar 1989, dem Jahr des Mauerfalls, gab sein Nachfolger Erich Honecker der Mauer noch weitere 100 Jahre.

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«Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.» (DDR-Staats- und Parteichef Walter Ulbricht) «Zur Unterbindung der feindlichen Tätigkeit der revanchistischen und militärischen Kräfte Westdeutschlands und Westberlins wird eine solche Kontrolle an den Grenzen der DDR ... ... einschliesslich der Grenze zu den Westsektoren von Gross-Berlin eingeführt, wie sie an den Grenzen jedes souveränen Staates üblich ist.» (Aus einem Beschluss des DDR-Ministerrats) «Es ist das Gebot der Stunde, in Festigkeit, aber auch in Ruhe der Herausforderung des Ostens zu begegnen und nichts zu unternehmen, was die Lage nur erschweren, aber nicht verbessern kann.» (Bundeskanzler Konrad Adenauer) «Man muss die Unzahl menschlicher Tragödien im Auge haben, die sich in diesen Tagen abspielen. Mitten durch eine Stadt, in der es trotz der administrativen Teilung noch immer täglich vieltausendfache Verbindungen gab, sind die Betonpfähle einer Grenze eingerammt worden, die zu einer Art chinesischer Mauer ausgebaut wird.» (Westberlins Regierender Bürgermeister Willy Brandt) «Mit der Mauer werden wir uns niemals abfinden.» (Westberlins Regierender Bürgermeister Willy Brandt) «Alle freien Menschen, wo immer sie leben mögen, sind Bürger dieser Stadt West-Berlin, und deshalb bin ich als freier Mann stolz darauf, sagen zu können: Ich bin ein Berliner.» (US-Präsident John F. Kennedy) «Die Mauer in Berlin ist eine Realität, aber realistisch ist sie nicht, denn sie ist nicht vernünftig, nicht human. Deshalb wird sie in der geschichtlichen Perspektive keinen Bestand haben.» (Bundespräsident Richard von Weizsäcker) «Solange es Mauer, Stacheldraht und Schiessbefehl gibt, kann von Normalität in Deutschland keine Rede sein.» (Bundeskanzler Helmut Kohl) «Mister Gorbachev, tear down this wall!» - «Herr Gorbatschow, reissen Sie diese Mauer ein!» (US-Präsident Ronald Reagan) «Sie (die Mauer) wird in 50 Jahren und auch in 100 Jahren noch bestehen bleiben, wenn die dazu vorhandenen Gründe nicht beseitigt sind.» (DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker) «Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.» (Der sowjetische Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow an die DDR-Führung, so wiedergegeben von seinem Sprecher Gennadi Gerassimow) «Privatreisen nach dem Ausland können ohne Vorliegen von Voraussetzungen - (...) - beantragt werden. Die Genehmigungen werden kurzfristig erteilt (...)» (Politbüromitglied Günter Schabowski) «Wir Deutschen sind jetzt das glücklichste Volk auf der Welt.» (Westberlins Regierender Bürgermeister Walter Momper)

Von Ulbricht bis Momper: Die Geschichte der Berliner Mauer von 1961 bis 1989 in Zitaten.

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Fast drei Jahrzehnte lang war die Berliner Mauer Symbol für den Kalten Krieg und die Teilung Deutschlands und Europas. Die folgende Chronik dokumentiert die Geschichte des von der DDR so genannten «antifaschistischen Schutzwalls» in Zitaten:

15. Juni 1961: «Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.»
(DDR-Staats- und Parteichef Walter Ulbricht auf einer Pressekonferenz in Ostberlin)

12. August 1961: «Zur Unterbindung der feindlichen Tätigkeit der revanchistischen und militärischen Kräfte Westdeutschlands und Westberlins wird eine solche Kontrolle an den Grenzen der DDR einschliesslich der Grenze zu den Westsektoren von Gross-Berlin eingeführt, wie sie an den Grenzen jedes souveränen Staates üblich ist.» (Aus einem Beschluss des DDR-Ministerrats)

13. August 1961: «Die Regierungen der Warschauer Vertragsstaaten wenden sich an die Volkskammer und an die Regierung der DDR, an alle Werktätigen der Deutschen Demokratischen Republik mit dem Vorschlag, an der Westberliner Grenze eine solche Ordnung einzuführen, durch die der Wühltätigkeit gegen die Länder des sozialistischen Lagers zuverlässig der Weg verlegt und rings um das ganze Gebiet Westberlins, einschliesslich seiner Grenzen mit dem demokratischen Berlin, eine verlässliche Bewachung und eine wirksame Kontrolle gewährleistet wird.» (Aus einer Erklärung der Warschauer-Pakt-Staaten)

13. August 1961: «Durch die Willkür des Pankower Regimes ist eine ernste Situation heraufbeschworen worden. Im Verein mit unseren Alliierten werden die erforderlichen Gegenmassnahmen getroffen. Die Bundesregierung bittet alle Deutschen, auf diese Massnahmen zu vertrauen. Es ist das Gebot der Stunde, in Festigkeit, aber auch in Ruhe der Herausforderung des Ostens zu begegnen und nichts zu unternehmen, was die Lage nur erschweren, aber nicht verbessern kann.» (Aus einer Erklärung von Bundeskanzler Konrad Adenauer)

23. Dezember 1961: «Mit der Mauer werden wir uns niemals abfinden. Unsere Forderung bleibt, dass die Mauer überwunden werden muss. Wir werden diese Forderung laut vor der Welt erheben und keine Ruhe geben, bis uns Gerechtigkeit widerfahren ist.»
(Westberlins Regierender Bürgermeister Willy Brandt)

26. Juni 1963: «Vor 2000 Jahren war der stolzeste Satz, den ein Mensch sagen konnte, der: Ich bin ein Bürger Roms. Heute ist der stolzeste Satz, den jemand in der freien Welt sagen kann: Ich bin ein Berliner. (...) Alle freien Menschen, wo immer sie leben mögen, sind Bürger dieser Stadt West-Berlin, und deshalb bin ich als freier Mann stolz darauf, sagen zu können: Ich bin ein Berliner.»
(US-Präsident John F. Kennedy vor dem Rathaus Schöneberg)

18. März 1986: «Die Mauer in Berlin ist eine Realität, aber realistisch ist sie nicht, denn sie ist nicht vernünftig, nicht human. Deshalb wird sie in der geschichtlichen Perspektive keinen Bestand haben.»
(Bundespräsident Richard von Weizsäcker)

13. August 1986: «Solange es Mauer, Stacheldraht und Schiessbefehl gibt, kann von Normalität in Deutschland keine Rede sein.» (Bundeskanzler Helmut Kohl)

12. Juni 1987: «Herr Gorbatschow, öffnen Sie dieses Tor. Herr Gorbatschow, reissen Sie diese Mauer nieder.» (US-Präsident Ronald Reagan in einer Rede vor dem Brandenburger Tor in Westberlin)

19. Januar 1989: «Sie (die Mauer) wird in 50 Jahren und auch in 100 Jahren noch bestehen bleiben, wenn die dazu vorhandenen Gründe nicht beseitigt sind.»
(DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker)

7. Oktober 1989: «Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.»
(Ermahnung des sowjetischen Staats- und Parteichefs Michail Gorbatschow an die DDR-Führung, in dieser Formulierung wiedergegeben von seinem Sprecher Gennadi Gerassimow)

4. November 1989: «Es ist, als habe einer die Fenster aufgestossen, nach all den Jahren der Stagnation, der geistigen, wirtschaftlichen, politischen, den Jahren von Dumpfheit und Mief und bürokratischer Willkür, von amtlicher Blindheit und Taubheit.»
(DDR-Schriftsteller Stefan Heym bei einer Grossdemonstration auf dem Alexanderplatz)

9. November 1989: «Privatreisen nach dem Ausland können ohne Vorliegen von Voraussetzungen - Reiseanlässe und Verwandtschaftsverhältnisse - beantragt werden. Die Genehmigungen werden kurzfristig erteilt (...) Nach meiner Kenntnis ist das sofort, unverzüglich.»
(SED-Politbüromitglied Günter Schabowski auf einer Pressekonferenz im Internationalen Pressezentrum in Ostberlin)

10. November 1989: «Wir Deutschen sind jetzt das glücklichste Volk auf der Welt.»
(Westberlins Regierender Bürgermeister Walter Momper)

(dapd)