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Väter der deutschen Einheit
31. Oktober 2009 12:45; Akt: 31.10.2009 15:57 Print
Drei alte Männer und der Mauerfall
«Ein Glücksfall der Geschichte»: Zwei Jahrzehnte nach dem Mauerfall haben die Wegbereiter der deutschen Einheit - Helmut Kohl, George Bush senior und Michail Gorbatschow - das Ereignis bei Feierlichkeiten in Berlin gewürdigt. Es ist der erste gemeinsame Auftritt der drei Altpolitiker seit Jahren.

Die Wegbereiter der deutschen Einheit - Helmut Kohl (rechts), George Bush senior (Mitte) und Michail Gorbatschow (links) in Berlin. (Bild: Reuters)
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Der Ostalgie-Boom
Bei einer Veranstaltung der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung im Friedrichstadtpalast sagte der ehemalige deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl, er sei «stolz», dass die Deutschen die Einheit «gemeinsam, mutig und friedlich» erreicht hätten.
Die Zusammenarbeit mit Bush und Gorbatschow in dieser Zeit bezeichnete er als «Glücksfall». Die frühere US-Präsident und der ehemalige sowjetische Staatschef seien in der damaligen Zeit «die wichtigsten Partner» der Bundesrepublik gewesen.
Es war einer der wenigen öffentlichen Auftritte Kohls seit längerer Zeit. Der 79-Jährige hat sich von einem schweren Sturz vor über einem Jahr nicht erholt und hatte Mühe, sich zu artikulieren. Er sei «sehr froh und dankbar», überhaupt bei der Feierstunde im Berliner Friedrichstadtpalast anwesend sein zu können, sagte Kohl.
Gorbatschow: «Nicht vom Himmel gefallen»
Gorbatschow erinnerte an die Verdienste der vorangegangenen Generationen um die Wiedervereinigung. «Das ist ja nicht vom Himmel gefallen», sagte er. Neben der Ostpolitik des früheren Bundeskanzlers Willy Brandt nannte er auch ausdrücklich den Beitrag der DDR, die für Moskau ein «Fenster nach Deutschland» geöffnet habe.
Der 78-Jährige ermutigte Europa, den Weg der Einigung weiterzugehen. Viele Möglichkeiten nach dem Kalten Krieg seien noch nicht genutzt worden, sagte er. Allerdings warnte er, das europäische Projekt könne nicht erfolgreich abgeschlossen werden, wenn es auf anti-russischen oder gegen die USA gerichteten Gefühlen aufbaue.
Dank «im Namen aller Völker Europas»
Bush zeigte sich «stolz und geehrt», an der Veranstaltung teilzunehmen. Der 85-Jährige erinnerte daran, dass die Ereignisse im Herbst 1989 zuerst in den «Herzen und Gedanken» jener Menschen in Bewegung gesetzt worden seien, die hinter dem Eisernen Vorhang so lange ihrer «Gott gegebenen Rechte» vorenthalten worden seien.
Zuvor hatte der deutsche Bundespräsident Horst Köhler den drei früheren Politikern in einer Rede «im Namen der Deutschen und - ich bin sicher - auch im Namen aller Völker Europas» gedankt. Die drei ehemaligen Staatsmänner hätten mit ihrer «Staatskunst» für «Millionen Menschen Türen und Tore aufgestossen», sagte Köhler.
Empfang der «Bild»-Zeitung
Kohl war von 1982 bis 1998 deutscher Bundeskanzler, George Bush senior amtierte von 1989 bis 1993 als Präsident der USA. Michail Gorbatschow war von 1985 bis 1991 Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei und von 1990 bis 1991 Präsident der Sowjetunion.
Die drei Staatsmänner hatten sich bereits am Freitag auf Initiative der «Bild»-Zeitung im Axel-Springer-Haus in Berlin erstmals seit etlichen Jahren wieder getroffen.
(sda)


























