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20 Jahre Mauerfall
06. November 2009 15:14; Akt: 06.11.2009 15:14 Print
Gorbatschow: Atomkrieg statt Mauerfall
Die Berliner Mauer war einer der Brennpunkte in der Konfrontation zwischen West und Ost. Hier wäre der Kalte Krieg beinahe doch noch heiss geworden — ausgerechnet beim Fall der Mauer im November 1989.
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Im Herbst 1989 verlor die DDR-Führung in rasantem Tempo die Kontrolle über die Bevölkerung. Der Strom der «Republikflüchtigen» schwoll dermassen an, dass sich das Land dem Kollaps näherte. Und auf den Strassen der ostdeutschen Grossstädte spielte sich zuvor Undenkbares ab: Zehntausende, ja Hunderttausende wagten es plötzlich, sich offen der realsozialistischen Obrigkeit entgegenzustellen.
Schlimmstenfalls ein Atomkrieg
Die Dynamik dieser unerhörten Vorgänge — von denen wir erst im Rückblick wissen, dass sie in Wahrheit eine friedliche und schliesslich erfolgreiche Revolution waren — hätte damals schnell ausser Kontrolle geraten können. Eine falsche Entscheidung, und die DDR hätte ihr eigenes Massaker vom Tiananmen-Platz gehabt. Schlimmer noch: Die Situation in diesem heissen Herbst hätte schlimmstenfalls bis zum Atomkrieg eskalieren können. Das sagt zumindest ein Mann, der wie kaum ein anderer ursächlich am Fall der Mauer beteiligt war: Michail Gorbatschow.
«Wenn wir besorgt gewesen wären, dann hätten wir die Soldaten nicht abgezogen. Wir hatten ja auch Panzer. Wenn wir die reingeschickt hätten, dann wäre es so geworden. Das hätte sogar bis zum Atomkrieg führen können. Und das wäre eine fürchterliche Variante gewesen», sagte der frühere sowjetische Staats- und Parteichef am Freitag im ZDF-Mittagsmagazin.
«Das sind eure Probleme»
«Die Deutschen sind auf die Strassen gegangen in den Städten und haben ihre Forderungen konsequent durchsetzen wollen», sagte er weiter. Die Sowjetunion habe das genau verfolgt, sich aber nicht eingemischt, betonte Gorbatschow, der 1990 den Friedensnobelpreis für seine Beteiligung bei der Beendigung des Kalten Kriegs erhielt.
Auch an die direkten Gespräche mit der DDR-Führung erinnert sich Gorbatschow: «Es gab Verhandlungen mit dem Politbüro der SED. Es gab Treffen, ja. Sie haben ihre Unruhe mir gegenüber geäussert, dass es schlecht läuft. Und wir haben geantwortet: Das ist eure Sache. Das sind eure Probleme. Löst sie selbst.»
(dhr/dapd)


























