14. April 2008 15:39; Akt: 14.04.2008 15:50 Print

Schriftsteller stützen Widmer-SchlumpfSchriftsteller stützen Widmer-Schlumpf

Die Schriftstellerinnen und Schriftsteller des Verbandes der AutorInnen der Schweiz (AdS) haben in einem offenen Brief Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf ihre Unterstützung zugesagt.

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Toleranz und Respekt gegenüber Andersdenkenden und -handelnden hätten in der Schweiz stets grösste Bedeutung gehabt. Eine eigene Meinung zu haben müsse auch in Zukunft möglich sein, ohne Verunglimpfung, Rufschädigung und Bedrohungen ausgesetzt zu werden. «Wir ermutigen die demokratisch gewählte Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf, unbedingt im Amt zu bleiben. Ein Rücktritt würde die mit der Wahl verbundene Hoffnung einer Mehrheit von Parlamentarierinnen und Parlamentariern der Bundesversammlung und eines grossen Teils des Volkes auf eine anständige und zukunftsorientierte Politik enttäuschen», heisst es in dem heute veröffentlichten offenen Brief.

Erpresserische Versuche, ein bestimmtes Ziel erreichen zu wollen, seien zu verurteilen und gehörten nicht in das hoch differenzierte demokratische System der Schweiz. Dem kollektiven Mobbing müsse Einhalt geboten werden. Im Bunker, in dem die SVP am ersten Aprilwochenende die Forderung nach dem Austritt von Widmer-Schlumpf aus der SVP und die Erpressung der bündnerischen SVP beschlossen habe, seien im Jahr 1991 die legendären Flüeli-Ranft-Flüchtinge eingesperrt worden, nämlich nach ihrer Verhaftung in Bern am Jubeltag der Eidgenossen bis zur Ausschaffung in die Türkei. Das Jüngste der Inhaftierten habe ein paar Wochen gezählt. Und wiederum scheine es in diesem Bunker zu sein, wo übelste Schweizergeschichte geschrieben werde, schreiben die AdS.

Bürgerinnen und Bürger, auch Mitglieder der SVP, werden aufgerufen, dem Gebot der Fairness, Gerechtigkeit und Demokratie nachzukommen. Alt Bundesrat Christoph Blocher wird gebeten, seine Kränkung nicht auf dem Buckel anderer auszutragen. An die bündnerische SVP ergehe der Appell, ihr Parteimitglied nicht dem «harten Kern» ihrer Partei preiszugeben. Die SVP-Mitglieder der ganzen Schweiz seien aufgerufen, sich auf ihre Verantwortung zu besinnen und demokratisches Politisieren zu bewahren oder, wo nötig, wieder zu etablieren. Die Hetzkampagne gegen Widmer-Schlumpf müsse ein sofortiges Ende haben. Die Schweiz sei ein vielfältiges, vielfarbiges Land, in dem viele Meinungen Platz hätten und wo - wie es zu jeder Demokratie gehöre - bei Wahlen und Abstimmungen eine Mehrheit entscheide. Bundesrätin Widmer-Schlumpf wünschen die Autoren Kraft und Durchhaltevermögen in der momentan schwierigen Zeit.

(dapd)