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19. Dezember 2010 18:17; Akt: 20.12.2010 08:34 Print

Assange und der verweigerte HIV-Test

Zwei Schwedinnen erheben gegen Wikileaks-Gründer deftige Vorwürfe. Der «Guardian» hat jetzt Details zu den Sex-Ermittlungen publiziert - ein ungewöhnlicher Schritt.

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Mit der Veröffentlichung von Einzelheiten über die Vorwürfe gegen Julian Assange wegen sexuellen Fehlverhaltens hat der britische «Guardian» die Debatte über den Wikileaks-Gründer befeuert. In einem ungewöhnlichen Schritt veröffentlichte die Zeitung Details aus den Unterlagen der schwedischen Staatsanwaltschaft. Während die Anhänger Assanges über eine Venusfalle interessierter Geheimdienste spekulieren, sehen ihn seine Gegner als Sexualstraftäter.

Laut «Guardian» werfen zwei schwedische Frauen Assange vor, sich ihnen unangemessen sexuell genähert zu haben. Die eine spricht demnach davon, er habe sie zunächst mit Gewalt von der Benutzung eines Kondoms abhalten wollen und dieses dann später absichtlich zum Platzen gebracht. Später habe er sich geweigert, einen HIV-Test zu machen. Laut dem Bericht wirft ihm die andere Frau vor, nach einer Liebesnacht im Schlaf über sie hergefallen zu sein und auch dabei kein Präservativ benutzt zu haben. Auch die zweite Frau machte sich demnach Sorgen über eine mögliche Ansteckung mit HIV.

Aus den von der Zeitung zitierten Unterlagen geht aber auch hervor, dass Assange bei der ersten Frau übernachtete und auch nach dem Vorfall noch mehrere Tage blieb. Zudem gingen beide Frauen erst einige Zeit später zur Polizei, nachdem sie sich über ihre Erlebnisse ausgetauscht hatten. Laut dem Bericht schalteten die beiden die Ermittler auch nur ein, um Assange zu einem Aids-Test zu zwingen.

(ap)