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17. Dezember 2010 14:56; Akt: 17.12.2010 15:57 Print

Assange schon wieder in der Offensive

Julian Assange kündigt eine forschere Gangart bei den Veröffentlichungen brisanter Dokumente an. Auch eine «Enthauptungsattacke» könne Wikileaks nicht stoppen.

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Schlechte Nachrichten für Wikileaks-Gründer Julian Assange: Ein britisches Gericht hat seiner Auslieferung nach Schweden zugestimmt. Vor dem Gerichtsgebäude versammelten sich Anhänger von Assange und zeigten Transparente mit der Aufschrift «Lasst Julian Assange und Bradley Manning frei». Es nützte alles nichts. Seine Anwälte haben allerdings gegen den Entscheid des Gerichts bereits rekurriert. Julian Assange verlässt am 16. Dezember 2010 kurz nach 19 Uhr das Gerichtsgebäude in London. Es sei grossartig wieder den Duft der frischen Londoner Luft zu riechen, sagte er. Auf den Stufen des High Court spricht Assange zu seinen Unterstützern und den Medienvertretern. Unterstützung bekommt Julian Assange seit seiner Festnahme aus allen Ecken. In London hat unter anderen Jemima Khan Geld für die mögliche Kaution angeboten. Auch die Menschenrechtlerin Bianca Jagger, Ex-Frau von Rolling-Stones-Sänger Mick Jagger, ... ... stand bei den Protesten vor dem Londoner Gerichtsgebäude. Filmregisseur Ken Loach, ... ... der pakistanische Schriftsteller Tariq Ali, ... ... Fatima Bhutto, die Nichte der ermordeten pakistanischen Premierministerin Benazir und... ... der Journalist John Pilger gingen ebenfalls auf die Strasse, um die Freilassung von Julian Assange zu fordern. Seine Mutter Christine Assange durfte ihn am 14. Dezember 2010 besuchen. Sie brachte eine Frage mit, die sie einen australischen Fernsehsender zu stellen bat: War es das Ganze wert? «Sicher», lautete Assanges Anwort. Selbst Regisseur Michael Moore hatte am 13. Dezember 2010 angekündigt, für Wikileaks einzustehen. Er werde sich mit 20 000 Dollar an einer Kaution beteiligen. Tausende Wikileaks-Sympathisanten haben am Wochenende vom 11. und 12. Dezember 2010 in mehreren Städten für die Freilassung von Julian Assange demonstriert. Vielen Demonstranten ist eines gemeinsam: die Vendetta-Maske. Sie skandierten «Freiheit für Assange!» und forderten, das Recht auf Informationsfreiheit zu achten. Viele Demonstranten trugen Vendetta-Masken oder ein Foto von Assange. Vendetta, Rache - und genau das wollen die Wikileaks-Anhänger auch mit ihren Cyber-Attacken auf postfinance.ch, Mastercard oder Visa. Die Masken, die nun getragen werden, sind ein Zitat aus einem Comic von Alan Moore. Es sind Geschichten von V, einem Anarchisten und Terroristen, der es mit dem autoritären Staat aufnimmt, ein moderner Robin Hood.

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Wikileaks-Gründer Julian Asssange hat nach seiner Freilassung aus britischer Untersuchungshaft weitere Enthüllungen auf der Plattform Wikileaks angekündigt. Das Tempo werde nun zunehmen, sagte er am Freitag vor der Villa eines Unterstützers, die von einem Gericht als sein Aufenthaltsort festgelegt worden war. Seine Organisation sei unverwüstlich und darauf vorbereitet, einer «Enthauptungsattacke» standzuhalten.

Die in Schweden gegen ihn erhobenen Vergewaltigungsvorwürfe bezeichnete Assange als Teil einer Hetzkampagne. Schweden vertritt indes den Standpunkt, es handele sich um ernst zu nehmende Anschuldigungen zweier Frauen. Ein britisches Gericht hatte Assange am Donnerstag gegen Kaution aus der Haft entlassen. Nun muss er sich auf dem Anwesen eines Unterstützers aufhalten, eine elektronische Fussfessel tragen und sich täglich bei der Polizei melden.

Australien sieht keinen Gesetzesverstoss

Gegen australische Gesetze hat der Wikileaks-Gründer mit den Enthüllungen allerdings nicht verstossen, wie am Freitag Ministerpräsidentin Julia Gillard erklärte. Die Polizei hatte im Auftrag der Regierung Ermittlungen aufgenommen, ob die Veröffentlichung von geheimen US-Dokumenten einen Verstoss gegen australisches Recht darstelle. Die US-Justiz prüft indes, wie sie Assange vor Gericht stellen kann.

(sda/ap)