Wikiliebe

17. Dezember 2010 18:55; Akt: 20.12.2010 09:32 Print

Staatsfeind, ledig, sucht...

Julian Assange ist frei – und immer noch zu haben. Kaum zu glauben, dass der Wikileaks-Gründer und Frauenheld früher bei Frauen nicht gut ankam.

Bildstrecke im Grossformat »
Auf der Webseite OkCupid.com ging Julian Assange im Jahr 2006 auf Partnersuche. Erst ein Jahr später gründete er Wikileaks. Unter dem Decknamen Harry Harrison präsentierte sich der damals 36-Jährige als ein «ungewöhnlicher Typ, leidenschaftlich, manchmal etwas eigensinnig», der eine «Sirene sucht, für eine Liebesaffäre, Kinder und der einen oder anderen kriminellen Verschwörung.» Die Dame seines Herzens solle, wenn möglich, aus einem politisch turbulenten Land kommen. Die westliche Kultur schaffe nur «dümmliche Frauen ohne Werte». Sich selber beschreibt er als «gross mit nordischer Erscheinung», der oft «mysteriöse braune Papierbündel» mit sich herumtrage. Dass er manchmal «merkwürdig» sein konnte, beweist ein E-Mail-Verkehr, den eine gewisse Elizabeth dem Portal «Gawker» nach Veröffentlichung der ersten Meldung zur Verfügung stellte. Elizabeth soll Assange eines Abends im April 2004 kennen gelernt haben. In einer Bar in Melbourne sei die damals 19-Jährige auf den Mann zugegangen, «weil er mit seinen weissen Haaren anders aussah als die anderen.» Er habe sehr ruhig auf sie gewirkt, fast etwas «nerdy». «Ich fand ihn besonders sexy», erzählt sie. Trotzdem habe sie mit ihm geredet, bis die Bar schloss. Der damals 33-Jährige habe sich angeboten, die junge Frau nach Hause zu begleiten. Auf dem Weg habe er sie geküsst. Beim Abschied hätten sie Mailadressen ausgetauscht. Zu ihrer grossen Überraschung, rief Assange bei ihr an. Die junge Frau hatte ihm aber nie ihre Telefonnummer gegeben. Über ihre Abwendung sei der Australier dann gar nicht erfreut gewesen. In der darauffolgende Woche schrieb er ihr sieben Mails, in denen er mal fordernd, mal frech seine Enttäuschung bekundete. Dass er heute wegen sexueller Nötigung in Schweden vor Gericht gezogen wird, wundert sie wenig. «Offenbar hat sich sein Verhalten in den letzten sechs Jahren kaum verbessert.» Sie betont, sich nie von Assange bedroht gefühlt zu haben. «Er ist kein böser Mensch, einfach ein kleiner Mistkerl.» Heute, sechs Jahre später, sieht alles ganz anders aus: Seine weiblichen Fans warten in der klirrende Kälte mit Plakaten mit der Aufschrift «Ich will Babys mit dir». Dafür hat der gute Julian seiner Herzensdame eine Luxusvilla zu bieten: Seitdem er am 16. Dezember 2010 aus der Haft entlassen wurde ... ... wohnt er bei Vaughn Smith, dem Gründer des Frontline Club, eine Plattform für Enthüllungsjournalismus. Ellingham Hall ist ein ein Landhaus aus dem 18. Jahrhundert mit zehn Schlafzimmern, 250 Hektar Land und freilaufende Fasane. Die Familie Smith ist seit 225 Jahren im Besitz von Ellingham Hall, auf dem der Journalist nun auch einen Biobauernhof betreibt. Vor dem riesigen Anwesen gab Julian Assange am 17. Dezember 2010 sein erstes Interview unter Arrest: Er forderte dabei die US-Bürger zur Unterstützung gegen «Institutionen» auf. «Wir sind auf eine Enthauptungsaktion vorbereitet. Wikileaks sind nicht nur mein Rucksack und ich», so der 39-jährige Australier.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das Blatt scheint sich gewendet zu haben: Am Donnerstagabend standen Dutzende weibliche Fans des Wikileaks-Frontmanns Julian Assange vor dem Gerichtsgebäude in London und demonstrierten in der klirrenden Kälte für seine Freilassung. Einige trugen Plakate mit der Aufschrift «Ich will Babys mit dir», andere waren aus dem Ausland angereist, um ihrem Helden ihre Unterstützung zu zeigen.

Julian Assange, der Popstar, könnte man meinen. Doch das war nicht immer so. Laut einem Bericht im Klatschblog «Gawker» soll Assange im Jahr 2006 – ein Jahr vor der Gründung von Wikileaks - auf der Webseite OkCupid.com auf Partnersuche gegangen sein. Unter dem Decknamen Harry Harrison präsentierte sich der damals 36-Jährige als ein «ungewöhnlicher Typ, leidenschaftlich, manchmal etwas eigensinnig», der eine «Sirene sucht, für eine Liebesaffäre, Kinder und die eine oder andere kriminelle Verschwörung.»

Der Westen schafft nur «dümmliche Frauen»

Die Dame seines Herzens solle, wenn möglich, aus einem politisch turbulenten Land kommen. Die westliche Kultur schaffe nur «dümmliche Frauen ohne Werte», schrieb er weiter. Fünf Bilder begleiten das Profil, in dem er sich selber als «grosser Mann mit nordischer Erscheinung» beschreibt, der oft «mysteriöse braune Papierbündel» mit sich herumtrage.

Dass er manchmal «merkwürdig» sein konnte, beweist ein E-Mail-Verkehr, den eine gewisse Elizabeth dem Portal «Gawker» nach Veröffentlichung der ersten Meldung zur Verfügung stellte. Zusammen mit den manchmal etwas schrägen Texten, die sie von Assange bekommen hatte, verriet sie Details über ihr kurzes Verhältnis.

Reizvolle Küsse

Elizabeth soll Assange eines Abends im April 2004 kennen gelernt haben. In einer Bar in Melbourne sei die damals 19-Jährige auf den Mann zugegangen, «weil er mit seinen weissen Haaren anders aussah als die anderen.» Er habe sehr ruhig auf sie gewirkt, fast etwas «nerdy». «Ich fand ihn nicht besonders sexy», erzählt sie. Trotzdem habe sie mit ihm geredet, bis die Bar schloss.

Der damals 33-Jährige habe sich angeboten, die junge Frau nach Hause zu begleiten. Auf dem Weg habe er sie geküsst. Beim Abschied hätten sie Mailadressen ausgetauscht. Kurz danach kam Assanges erste Nachricht: «Ich fand deine Begleitung und deine Küsse sehr reizvoll. Zeit für ein Treffen heute Abend?»

Nur ein «kleiner Mistkerl»

Heute weiss Elizabeth nicht mehr, was sie darauf geantwortet hat. Es war jedenfalls eine Absage: «Er gefiel mir nicht so», sagt sie jetzt. Zu ihrer grossen Überraschung, rief Assange bei ihr an. Die junge Frau hatte ihm aber nie ihre Telefonnummer gegeben. «Ich erschrak», erinnert sie sich. Über ihre Abwendung sei der Australier dann gar nicht erfreut gewesen. In der darauffolgende Woche schrieb er ihr sieben Mails, in denen er mal fordernd, mal frech seine Enttäuschung bekundete.

Dass er heute wegen sexueller Nötigung in Schweden vor Gericht gezogen wird, wundert sie wenig. «Offenbar hat sich sein Verhalten in den letzten sechs Jahren kaum gebessert.» Sie betont, sich nie von Assange bedroht gefühlt zu haben. «Er ist kein böser Mensch, einfach ein kleiner Mistkerl.»

(kle)