Gaddafi-Affäre

02. Februar 2011 13:26; Akt: 02.02.2011 14:11 Print

US-Botschaft hätte Geiseln nicht geholfenUS-Botschaft hätte Geiseln nicht geholfen

Während der Libyen-Krise fürchteten die Schweizer Diplomaten laut Wikileaks, ausgewiesen zu werden. Deshalb baten sie andere Botschaften um Hilfe - teils ohne Erfolg.

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Die Schweizer Diplomaten in der libyschen Hauptstadt Tripolis sind während der Affäre Gaddafi ziemlich isoliert gewesen. Für den Fall ihrer Ausweisung beantragten sie bei anderen Botschaften humanitäre Hilfe für die beiden Schweizer Geiseln.

Dies geht aus Dokumenten der Enthüllungsplattform Wikileaks hervor, über welche die Westschweizer Zeitung «Le Temps» am Mittwoch berichtete.

Angesichts der Eskalation der Krise zwischen der Schweiz und Libyen äusserten Schweizer Diplomaten in mehreren Schreiben die Befürchtung, von Tripolis zu «personae non gratae» erklärt zu werden.

«Jede Nacht an Ausweisung gedacht»

Ende 2008 erklärte der damalige Schweizer Konsul François Schmidt, er erwache Nacht für Nacht und wisse nicht, ob die Libyer die Schweizer Diplomaten ausreisen lassen würden oder nicht.

Ein Jahr später fragte der damalige Schweizer Geschäftsträger in Tripolis, Stefano Lazarotto, die Botschaften der USA und «mehrerer» EU-Staaten an, ob sie den beiden Schweizer Geiseln humanitäre Hilfe leisten würden, falls er das Land verlassen müsse. Er bat, die beiden mit Nahrungsmitteln zu versorgen und auf ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu achten.

Von der US-Botschaft in Tripolis erhielt Lazarotto allerdings eine ablehnende Antwort: Eine direkte Unterstützung der Schweizer könne sich «höchst schädlich auf unsere eigenen Interessen» auswirken, schätzte Missionschefin Joan Polaschik die Situation ein.

(sda)

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  • John Americano am 15.02.2011 08:54 Report Diesen Beitrag melden

    "Splendid isolation"

    "Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott". Länder haben keine Freunde, nur allenfalls gewisse gemeinsame Interessen. Uns Schweizern geht es am besten alleine, was verschiedentlich den Neid der lieben Nachbarn hervorruft!

  • klaus teutsch am 04.02.2011 08:39 Report Diesen Beitrag melden

    nachher-experten

    der kluge hilft sich selbst. ohne vorlauffehler in genf wäre hilfe gar nicht nötig. so teuer wie unser staatsapparat ist, sollte doch wenigstens ein einziger fähiger stratege/in vorhanden sein. die usa um hilfe zu bitten ist doch kindisch. im nachhinein hören wir doch zuhauf unser schweizer super"experten" ! dann weiss man aber bis in jede sennhütte schon alles.

  • reto gasser am 04.02.2011 08:25 Report Diesen Beitrag melden

    geisel oder visasünder?

    die schweiz kann nicht visasünder zu helden machen und dann erwarten dass die anderen länder sich die finger verbrennen. die peinliche genferhotelaffaire ist schuld, nicht die usa. und bei uns muss man sich hoffentlich auch an die visavorschriften halten!