Sabu büxt erneut aus

10. Juni 2010 10:56; Akt: 10.06.2010 16:07 Print

«Zirkuspersonal wirkte verzweifelt»«Zirkuspersonal wirkte verzweifelt»

von Adrian Müller - Innert drei Tagen ist Knie-Elefant Sabu zweimal abgehauen. Ein neues Video zeigt, wie das Tier durch Wettingen rennt. Droht Sabu nun ein Zirkus-Verbot?

Bildstrecke im Grossformat »

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Die Abendvorstellung am Mittwoch in Wettingen läuft noch, als die Knie-Elefantendame Sabu Reissaus nimmt. Leser-Reporter Robert Ernst wohnt nur wenige Meter neben dem Zirkus und hat die Flucht beobachtet. «Der Elefant tauchte plötzlich zwischen den Bäumen auf und rannte mit hohem Tempo die Strasse runter.» Knie-Arbeiter, die bereits mit dem Abbau beschäftigt waren, seien dem Tier im Laufschritt gefolgt (siehe Video unten).

Sabu lief dann bis zu einem Bach, wo sie sich ein Bad gönnte. «Gegen 40 Personen versuchten, Sabu zu fangen. Die Knie-Angestellten machten dabei einen verzweifelten Eindruck», sagt Leser-Reporter Sebastian Kuhn, der die Szene auf Video festgehalten hat.

Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal

Der TV-Player benötigt einen aktuellen Adobe Flash Player: Flash herunterladen

(Video: Leser-Reporter Daniel Ernst)

Elefanten brauchen Dominanz

Der vier Tonnen schwere Dickhäuter büxt innerhalb von drei Tagen in Zürich und Wettingen beim Verladen aus und spurtet durch Wohngebiete. Wie kann das passieren? «Der Ausbruch in Zürich hat die Tierpfleger wohl verunsichert. Dies bemerken die sensiblen Tiere sofort – Sabu hat dies beim Transport ausgenützt und ist wieder ausgebüxt», sagt Robert Zingg, Kurator am Zoo Zürich. Der Elefantenexperte kennt das Wesen der Dickhäuter: «Betreuer müssen gegenüber Elefanten Dominanz ausstrahlen.» Dies sei im Zirkus Knie derzeit wohl nicht vollumfänglich gegeben.

Obschon Sabu weder in Zürich noch Wettingen Menschen verletzt habe, sei so ein Ausflug gefährlich, sagt Peter Schlup, Wildtierexperte beim Schweizer Tierschutz STS. «Ein Elefant ist zwar ein friedliches, aber auch sehr kräftiges Tier. Wenn ein Dickhäuter mit dem Rüssel zulangt und einen Menschen trifft, könnte dieser mehrere Meter durch die Luft fliegen.»

Darf Sabu noch auf Tournee?

Der Zirkus Knie sei nun gefordert, sagt Kurator Zingg. Die Verantwortlichen müssen die Abläufe beim Transport nach Schwachstellen untersuchen – und das Verladen intensiv mit den Elefanten trainieren. «Wenn dies nicht den gewünschten Erfolg zeigt, darf Sabu als letzte Konsequenz nicht mehr auf die Zirkus-Tournee mitgenommen werden.»

Für Schlup ist klar: «Ein weiterer Ausbruch darf nicht passieren.» Falls sich Sabu nicht beruhige, müsse der Elefant ausgetauscht werden. Knie-Sprecher Nik Leuenberger konnte gegenüber 20 Minuten Online noch keine Angaben über mögliche Konsequenzen machen. «Priorität hat bei uns derzeit der Aufbau des Zeltes.»

Der Zirkus Knie gastiert bis zum 23. Juni auf dem Rosentalareal in Basel. Aufgepasst: Der Rhein ist nur wenige hundert Meter entfernt ...

Input
Haben Sie Sabus Flucht beobachtet? Dann schicken Sie uns Ihre Fotos und Videos via MMS an 2020 oder an: feedback@20minuten.ch

Knie-Helfer versuchten am Mittwochabend, Sabu einzufangen:

Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal

Der TV-Player benötigt einen aktuellen Adobe Flash Player: Flash herunterladen

Video: Sebastian Kuhn


20min Login Facebook Connect
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

  • SABuuu-family am 17.06.2010 09:35 Report Diesen Beitrag melden

    SABuuu hat auch ein recht auf bummeln !!

    wir lieben SABuuu & würden den 4 tonnen dickhäuter gerne adoptieren !!! genug auslauf bekommt er bei uns garantiert :) bummeln wird in unserer familie sehr gross geschrieben & auch ein ausgiebiges bad können wir ihm im heimischen teich anbieten. santäre anlagen sind auch ausreichend vorhanden !!! also liebe tierschützer gehbt ihn besser in unsere obhut, ne leine ist auch schon organisiert :) eure SABuuu-family

  • Menscheschützerin am 12.06.2010 15:33 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist mit den Menschen?

    Immer wieder wird geschrieben dass Tiere nichts in Circusse zu suchen haben, da sie zu wenig Platz haben. Hat irgendjemand schon mal überlegt wie die Arbeiter in den Circus wohnen? Die Abteile sind klein!!! Die haben weitaus weniger Platz als Sabu und Co. Wenn die Plätze genug gross sind, bekommen die Tiere gute Auslaufmöglichkeiten, leider sind in der Schweiz, viele Plätze zu klein...

    • maro am 13.06.2010 12:29 Report Diesen Beitrag melden

      was ist mit den menschen

      menschenschutz und tierschutz sind kein gegensatz und schliessen sich auch nicht aus, sondern ergänzen sich

    einklappen einklappen
  • Antonietta Tumminello am 11.06.2010 08:16 Report Diesen Beitrag melden

    gegen Zirkusse und Zoos !!!

    Die Zucht in Gefangenschaft sorgt für einen Überschuss an Tieren. Babys sind nämlich Kassenmagneten und ziehen massenweise Besucher an, die zusätzlich zum Eintrittsgeld auch noch Geld in den Geschenkeshops und Snackbars der Zoos ausgeben. Zoos können vielleicht größere und feudalere Anlagen bauen, aber es sind und bleiben doch Gefängnisse. Viele "Verbesserungen" sind eher kosmetischer Art und dienen eher den Besuchern als den Tieren. Die meisten Tiere in Gefangenschaft leiden unter Frustration und Langeweile. Anstatt Millionen darauf zu verschwenden, Unmengen an Tieren einzusperren, sollten w

    • Anna Fischer am 11.06.2010 20:10 Report Diesen Beitrag melden

      WILDTIERVERBOT IM ZIRKUS

      Ich schließe mich der Meinung an. In Ländern wie Finnland, Schweden, Dänemark, Österreich, Polen und Bulgarien besteht bereits ein Wildtier-Verbot im Zirkus und immer mehr Länder folgen!! Es ist beschähmend, dass die Schweiz nicht mal ansatzweise ein solches Verbot hat! Wildtiere im Zirkus ist schlicht und einfach Tierquälerei und vermittelt - im pädagogischen Sinne gesehen - einen falschen Eindruck für Kinder vom "Leben der Wildtiere", denn die sie sind es ja schließlich, die von ihren Eltern Zirkus mitgenommen werden. Ich würde mit meinem Kind niemals in einen Zirkus gehen!!

    einklappen einklappen