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Gewalt
02. Dezember 2008 22:34; Akt: 02.12.2008 21:58 Print
«Es gibt keinen Klaps zur rechten Zeit»
Kontroverse um ein Gewaltverbot in der Erziehung: Bis auf Weiteres bleibt die Ohrfeige erlaubt.
Der Nationalrat will Kinder nicht ausdrücklich vor Körperstrafen schützen. Er hat eine Initiative der früheren SP-Nationalrätin Gaby Vermot abgelehnt. Die bestehenden Bestimmungen böten genügend Möglichkeiten, Kinder vor Gewalt zu schützen, sagte Kommissionssprecherin Christa Markwalder (FDP/BE).
Umstritten: Kinder mit Ohrfeigen bestrafen (gestelltes Bild).(Bild: Keystone)
Vermot, die auch als Vorstandsmitglied von Kinderschutz Schweiz amtet, zeigte sich sehr enttäuscht: «Damit bleiben Körperstrafen gegen Kinder faktisch erlaubt. Die bisherigen Bestimmungen reichen eben nicht aus.» Das Strafrecht verbietet zwar Tätlichkeiten gegen Kinder. Die Bundesgerichtspraxis sei aber sehr schwammig, so SP-Nationalrätin Anita Thanei. Vermot kündigte an, der Kinderschutz Schweiz werde in absehbarer Zeit einen neuen Vorstoss lancieren. Denn: «Es gibt in der Kindererziehung keinen Klaps zur rechten Zeit.»
Kinder- und Jugendpsychologe Alain Guggenbühl relativiert diese Aussage:
«Eine Ohrfeige ist als Erziehungsmittel zwar falsch, aber sie kann passieren. Ein ultimatives Verbot wäre deshalb übertrieben.» Im Gegenteil: «Bereits jetzt verwenden Kinder eine Anzeige wegen einer Ohrfeige oft als Druckmittel gegen ihre Eltern», so Guggenbühl.
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