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Kultvideo
16. Oktober 2009 15:57; Akt: 19.10.2009 10:10 Print
«Hüärä güät»-Produzent trifft Bundesrat Maurer
von Adrian Müller - Die ganze Schweiz lacht über die YouTube-Parodie. Pikant: Videoproduzent Pipo filmte im offiziellen Auftrag der Armee. Gegenüber 20 Minuten Online erzählt er, wie der Clip entstanden ist und warum er deswegen unter Verfolgungswahn leidet.

"Üäli, du bisch ä geilä Siäch": Pipo traf Bundesrat Ueli Maurer per Zufall am Spiel Schweiz-Israel. (Bild: zvg)
Ein Walliser sorgt auf YouTube für Furore: In schönstem Dialekt gibt er Bundesrat Ueli Maurer Anweisungen für das Scharfschützen-Gewehr — und sorgt damit für viel Amusement. Pikant: Der 25-jährige Oberwalliser drehte den Film im offiziellen Auftrag der Armee: «Ich wurde angefragt, ob ich ein Video über einen WK machen kann», sagt D.C.*, Künstlername Pipo. Der passionierte Filmemacher sagte zu und ging mit der Kamera auf Truppenbesuch. So kam es, dass sich Bundesrat Ueli Maurer Ende Juli 2009 auf dem Glaubenberg oberhalb von Sarnen OW direkt vor seiner Linse als Scharfschütze versuchte.
YouTube-Einladung wird Pipo zum Verhängnis
Der Bundesrat als Sniper war Pipo nicht aufregend genug: «Komm, ich baue eine witzige Sequenz in den Armeefilm ein», sagte sich der Walliser und überspielte auf dem Film die Stimme des Scharfschützen-Instruktors mit seinen markigen Walliser Ausdrücken. «Üäli, jetzt muesch di scho bitz konzentriera, itz schiesse mer scharf», ist noch ein harmloses Beispiel, wie Pipo den Instruktor parodiert. Schliesslich schickte er an 25 Militärkumpels eine Einladung, sich den auf 'privat' gestellten YouTube-Clip anzugucken. Noch während des WKs flog er auf; der Kommandant schaltete die Militärpolizei ein. «Die Militärpolizisten filzten mich, nahmen mir mein iPhone weg und verhörten mich fünf Stunden lang», erzählt Pipo. Sie hätten ihm immer wieder die gleichen Fragen gestellt, etwa ob er mit der Publikation politische Absichten verfolge.
Wiedersehen im Joggeli
Pipo will kein Revoluzzer sein: «Ich habe zwar eine andere politische Denkrichtung als Maurer, finde ihn aber als Person in Ordnung. Er ist ein Mann fürs Volk.» Von diesem Klischee konnte er sich am WM-Qualifikationspiel Schweiz-Israel vom letzten Mittwoch gleich selbst überzeugen. Per Zufall traf Pipo «seinen» Ueli Maurer auf der Tribüne des St.Jakob-Parks. In breitem Walliser-Dialekt habe er zu Maurer gesagt: «Üeli, du bisch a geile Siech.» Dieser habe über seine Äusserung gelacht. Maurer habe nicht bemerkt, dass er der Mann aus dem Scharfschützen-Video ist. Darauf ansprechen konnte er den Bundesrat nicht: «Es hatte zu viele Leute.»
Dem Walliser drohen 10 Tage Knast
Dem Macher des Kultvideos ist das Lachen mittlerweile vergangen: Die Militärpolizei hat ihm eröffnet, dass sie ihn demnächst noch einmal verhören will. «Zeitweise habe ich deswegen regelrechten Verfolgungswahn.» Er habe schon von Scharfschützen geträumt. «Ich wollte mit dem Video kein Theater machen, es sollte nur Spass sein», erzählt Pipo. Es tue im Leid, wenn Leute in der Armee wegen dem Filmchen Schwierigkeiten bekommen haben. Die Armee habe ihn gezwungen, das Video vom Netz zu nehmen und alle Dateien auf dem Computer zu löschen. Seiner Schuld ist er sich durchaus bewusst: Er hatte zwar eine Drehgenehmigung; in der Armee ist es jedoch ausdrücklich verboten, Filmaufnahmen im Internet zu veröffentlichen. «Die Militärpolizisten haben mir gesagt, dass ich mit bis zu 10 Tagen scharfem Arrest oder 1000 Franken Busse rechnen muss.»
Das Kultvideo: Ueli Maurer übt sich als Scharfschütze.
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Alle 124 Kommentare






























Die Armee hat Humor
Das Filmchen ist doch einfach lustig und wird von unserem Bundesrat Maurer auch so verstanden. Ich bin auf jeden Fall froh, in einem Land leben, wo es noch möglich ist, etwas lustiges auch über ein Regierungs-mitglied zu zeigen.
Schiessübung mit Herrn BR Maurer
Es ist eine Frechheit einen Bundesrat so zu behandeln - wo sind wir eigentlich. Dieser Instruktor will nur Leute schlecht hinstellen. Schade für das Bildmaterial.
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