Zahlungsverkehr ausgefallen

28. Oktober 2009 13:24; Akt: 29.10.2009 10:05 Print

«Kleineres Problem», grosse Wirkung«Kleineres Problem», grosse Wirkung

von Amir Mustedanagic - Wer am Dienstagabend mit Karte bezahlen wollte, blieb blank: Ein Software-Problem legte den Zahlungsverkehr in der Schweiz für zwei Stunden lahm – und nicht nur den. Das Problem mit dem Plastikgeld sorgte für Chaos an den Kassen.

storybild

Bis hierher und nicht weiter: Aufgrund eines technischen Problems war das bargeldlose Bezahlen am Dienstagabend «nur eingeschränkt» möglich.

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Dienstagabend in der Ikea: Hunderte Leute strömen an die Kassen. Ihre Wagen sind voll. Doch wer mit Karte bezahlen will, schaut in die Röhre: «Transaktion nicht möglich», heisst es vom Kartenleser. «Es brach Chaos aus», sagt Karin L.* gegenüber 20 Minuten Online. Sie sei extra wegen eines Tisches nach Dietlikon gefahren – «und dann konnte ich ihn nicht einmal kaufen», so L. weiter. Wie ihr sei es Dutzenden weiteren Kunden ergangen, nur die wenigsten Leute hätten genug Bargeld dabei gehabt. Die Schlange vor dem Geldautomaten sei auch immer länger geworden. «Es war eine sehr unangenehme Situation für uns», bestätigt Ikea-Sprecherin Sonja Blöchlinger die Ereignisse. Trotz dem Versuch mit weiteren Kassen das Problem zu lösen, blieb das Chaos bestehen. «Zahlreiche Leute mussten letztlich einfach ihre Waren stehen lassen und gehen», so die Augenzeugin.

Anderer Ort, gleiche Szene: Im Coop am Zürcher Stauffacher bildeten sich meterlange Schlangen vor den Kassen. «Einige Leute hatten nur eine Karte dabei und versuchten immer wieder damit zu bezahlen», so ein Augenzeuge gegenüber 20 Minuten Online. Die Warteschlange sei länger und länger geworden. Letztlich waren zahlreiche Kunden gezwungen, ihre Waren liegen zu lassen oder Bargeld zu besorgen – und damit waren sie nicht alleine.

«Technisches Problem» war schuld

«Das Zahlungsproblem betraf die gesamte Schweiz», sagt Bernhard Wenger, Mediensprecher von «Six Group». Das Unternehmen ist für den grössten Teil des bargeldlosen Zahlungsverkehr in der Schweiz verantwortlich und hatte am Dienstagabend ein «technisches Problem», so Wenger. «Ein Softwarefehler blockierte 20 bis 60 Prozent der Transaktionen.» Deshalb konnte zwischen ca 17 Uhr und 19 Uhr nur ein Teil der üblichen 2000 bis 5000 Anfragen pro Minute abgewickelt werden. Gemäss Wenger bestand das Problem vor allem bei höheren Beträgen. Tiefere Beträge hätten auch im «Offline-Modus» verarbeitet werden können.‬‪

Tatsächlich hatten zahlreiche Personen auch mit kleineren Beträgen Probleme. Wie mehrere Augenzeugen berichten, hätten auch Beträge von zehn bis 100 Franken nicht mit Karte bezahlt werden können. Gemäss Wenger hätte man es «manchmal einfach zwei-, dreimal versuchen müssen». Für die Ikea ein schlechtes Argument: Sie überlegt sich ein «Notfall-Szenario» für solche Ereignisse. Mediensprecherin Blöchlinger: «Dieses Chaos wollen wir unseren Kunden nicht noch mal zumuten.»

Karte rein und nichts geht - Waren auch Sie betroffen? Schreiben Sie uns: feedback@20minuten.ch