Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Job weg wegen Facebook
09. Juni 2011 13:26; Akt: 09.06.2011 17:29 Print
«Solche Fälle werden sich in Zukunft mehren»
von Felix Burch - Eine 15-jährige Schülerin hat in Freienbach SZ ihre Lehrstelle verloren, weil sie ihre Lehrerin auf Facebook beleidigte. Dies ist nicht der erste Vorfall - und sicher nicht der letzte.

CVP-Nationalrätin Barbara-Schmid-Federer glaubt, dass es in Zukunft zu weiteren Entlassungen wegen Facebook-Einträgen kommt.
Eigentlich war alles unter Dach und Fach. Im Sommer hätte eine 15-jährige Schülerin in ihrer Wohngemeinde Freienbach ihre Lehrstelle angetreten. Ein entsprechender Vertrag war unterschrieben. Doch jetzt hat die Gemeinde einen unerwarteten Rückzieher gemacht. Grund: Die Schülerin schrieb auf Facebook zu einem Bild, auf dem eine Holzkiste zu sehen ist: «Frau H. passt mit ihrem Arsch sicher nicht in diese Kiste». Bei Frau H. handelt es sich um A.S.' Lehrerin. Weiter hat A.S. auf Facebook 750 «Freunde». Die Gemeinde Freienbach findet das abnormal, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt.
Deshalb, und weil es im Dorf Gerüchte über den schlechten Umgang der 15-Jährigen gebe, beschloss Freienbach im Mai, die Schülerin nicht einzustellen. Ihr Vater kann laut der Zeitung noch immer nicht glauben, dass «so wenig» für eine Auflösung des Lehrvertrags ausreicht. Er geht mit der Gemeinde hart ins Gericht. Weil sich diese auf Gerüchte von anderen Lehrlingen gestützt habe, spricht er von Mobbing. Irene Helbling von der Gemeinde entgegnet im «Tages-Anzeiger»: Da mehrere Jugendliche auf den schlechten Ruf der 15-Jährigen hingewiesen hätten, habe sie sich gezwungen gefühlt, dem nachzugehen. Das sei wohl überlegt und nicht ohne Grund geschehen. «Eine Gemeinde ist ein ganz heikler Betrieb; unsere Lehrlinge haben auch Zugang zu sensiblen Daten. Da dürfen wir kein Risiko eingehen.»
«Wer Facebook besuchen kann, kann auch arbeiten»
Der Fall Freienbach sorgt für viel Wirbel, ist aber nicht der erste in der Schweiz. Im Jahr 2009 kündigte die Versicherung Nationale Suisse einer Mitarbeiterin weil sie sich krank meldete, Zuhause aber auf Facebook surfte. Die Begründung damals: «Wer Facebook besuchen kann, kann auch arbeiten.» In Frankreich wurde letztes Jahr ein Mitarbeiter entlassen, nachdem er auf Facebook «Scheisstag, Scheissjob, Scheissfirma, Scheisschefs» veröffentlichte.
Barbara Schmid-Federer ist CVP-Nationalrätin und Cybermobbing-Expertin. Sie sagt: «Das ist erst der Anfang, solche Fälle werden sich in Zukunft häufen.» Sie habe schon immer geraten, mit neuen Medien wie Facebook sorgfältig umzugehen. «Schreibt jemand etwas auf Facebook ist es im öffentlichen Raum und kann nicht mehr gesteuert werden.» Man soll nichts allzu Persönliches preisgeben. Deshalb fordert sie Medienkompetenz-Schulungen für Jugendliche.
Jugendliche auf das Thema sensibilisieren
Auch Marc Kummer, Chef des Mittelschul- und Berufsbildungsamts in Zürich, ist überzeugt: «Jugendliche müssen für das Thema sensibilisiert werden und lernen, mit dem Medium Internet umzugehen - mit dem Ziel, es nicht zum Nachteil von sich, beziehungsweise anderen einzusetzen.»
Zu Lehrvertragsauflösungen wegen Facebook kommt es laut Kummer im Kanton Zürich äusserst selten. Aber: «Uns sind Einzelfälle bekannt, in welchen aufgrund von Veröffentlichungen von Lernenden auf Facebook Probleme im Lehrbetrieb oder in der Schule entstehen.»
Kennen Sie ähnliche Fälle oder sind Sie gar selbst betroffen? Dann schreiben Sie uns an feedback@20minuten.ch Sämtliche Informationen werden selbstverständlich anonym behandelt.
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
-
Alle 118 Kommentare






























Peinliches Verhalten der Leute hier
Wie hier alle 20min.ch nachplappern vonwegen sensible Daten ins Facebook stellen. Einer 15-jährigen, die über Ihre Lehrerin einen dummen Spruch macht kommt natürlich als nächstes gerade in den Sinn ne Steuererklärung mal eben so ins Facebook zu stellen!(zu diesen Daten hat Sie vorallem am Anfang der Lehre noch überhaupt keinen zugriff) Bei uns auf der Arbeit wird dauernd irgendwas dummes, manchmal auch etwas fieses gelästert und jeder der hier sagt is völlig ok von der Gemeinde wäre selbst wohl schon 100x gekündigt worden wegen solcher Sprüche! Jugendliche sind keine Erwachsenen!! (zum Glück!)
Stalking? Eigenfehler?
Was soll das eigentlich? Klar, es war verantwortungslos/frech, aber wer kennt ihre Absichten? Wurden die hier genannt? "Big brother is watching you", sag ich nur, es wird immer schlimmer. Facebook ist für mich eher eine private Sache, nur dummerweise vergessen einige, dass alles öffentlich ist. Seit ehrlich, wer hat sich schon nicht aufgeregt über Arbeitgeber/Lehrer? Versetzt euch mal bitte in eure Jugendzeit, bevor Kritisierung und Diskriminierung zum Einsatz kommen.
ein Chef
Hatte selber eine Mitarbeiterin, die sich mit "Migräne" nach Hause begab und danach am Abend auf FB postete, dass sie den Nachmittag in der Badi sehr genossen habe! Für mich ist das schlicht Betrug am Arbeitgeber und ich sehe keinen Grund, so eine Person weiter zu beschäftigen
Kein Kontext.
Da hast du vollkommen recht, jedoch ist das etwas anderes, als wenn man eine Lehrerin, die mit der Lehrstelle selbst gar nichts am Hut hat, beleidigt.