Reaktionen

11. Februar 2010 07:32; Akt: 11.02.2010 09:36 Print

ÖV-Ärger: «Es geht zu wie bei den Ratten»ÖV-Ärger: «Es geht zu wie bei den Ratten»

von Adrian Müller - Passagiere urinieren ins Abteil oder besetzen mit Laptop und Tasche gleich ein ganzes Viererabteil: Der Ärger über die Bahnpassagiere ist enorm, wie die Flut an Kommentaren empörter Leser zeigt. Die SBB zucken mit den Schultern und raten zur Höflichkeit.

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Das Bild trügt: Viele Zugfahrer beklagen sich über mangelnden Anstand ihrer Mitreisenden. (Bild: Keystone)

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Die Pendler sind des Pendlers grösster Feind: Was eine Umfrage von 20 Minuten Online zu Tage brachte, hat eine Flut von Reaktionen ausgelöst. Besonders angeprangert wird die schlechte «Kinderstube» vieler Passagiere. Für grosses Unverständnis sorgt etwa die Aussage eines Vaters, der seine Kinder bei verstopften Zugtoiletten in den Wagen urinieren lässt. «Beim Pendler hat sich im Verlauf der Zeit ein apathisches Verhalten eingeschlichen, das wenig Rücksicht und Anstand kennt. Das konsequente Blockieren eines zweiten Sitzes mit der Tasche ist der sichtbarste Beweis», sinniert Leser C. Geisser.

Kondukteure sind keine Kindergärtner

In der Tat: Wer in der Rushhour etwa von Zürich nach Luzern fahren will, findet wegen der vielen Taschen nur mit viel Mühe einen Sitzplatz. «Die Reisenden sind in der Tat das Problem. Jeder zweite Fahrgast besetzt zwei Sitzplätze. Wenn man reklamiert, wird man nur blöd angeschaut. Hier dürften die SBB-Kontrolleure ruhig durchgreifen», fordert User Manfred Jost.

In den Doppelstöcker-Intercitys beaufsichtigen selbst während den Spitzenzeiten nur zwei Zugbegleiter die über 1500 Passagiere. «Die SBB sind ein Transportunternehmen und kein Erziehungsinstitut», sagt SBB-Sprecher Roman Marti. Aber auch den Bundesbahnen ist das unflätige Verhalten einiger Zugpassagiere ein Dorn im Auge. Als Reaktion haben die SBB im Jahr 2009 in allen Fernverkehrswagen bei den Türen ein Schild mit Verhaltensregeln montiert: «Diese sollen insbesondere als Argumentationshilfe für Passagiere und Zugbegleiter bei Streitigkeiten dienen», so Marti weiter. Nicht überall zeigen Piktogramme Wirkung: Die SBB haben beim Fahrplanwechsel vom vergangenen Dezember die Ruheabteile abgeschafft – weil sich viele Pendler einen Deut um das Ruhebedürfnis des Gegenübers kümmerten.

Oropax gegen iPod

Auch bei den SBB gehen jährlich hunderte Beschwerdeschreiben wegen des unrühmlichen Verhaltens von Mitreisenden ein. Wie bei der Umfrage von 20 Minuten Online betreffen die meisten Reklamationen laute und anhaltende Handygespräche. Nicht alle Leser haben Verständnis für die Beschwerden: «Zugfahren ist keine Wellnesskur. Packt eure Oropax rein, wenn ihr allergisch gegen Geräusche anderer Menschen seid», schlägt User John den durch Musik geplagten Pendlern vor.

Britta holt gleich zum Rundumschlag aus: «Pendeln macht krank. Dieser Schwachsinn bringt unter dem Strich nichts. Keine Freizeit, kein Freundeskreis, Bahnwagen voller Elektrosmog und Grippeviren.» Viele Leute sind aber gezwungen, einen weiten Arbeitsweg in Kauf zu nehmen. Pendler nerven so oftmals Pendler: User Boris Keller erkennt darin das «Rattensyndrom»: «Wer sich in überfüllten Zügen vermehrt über die Mitreisenden aufregt, leidet mit grosser Wahrscheinlichkeit unter dem Rattensyndrom. Je mehr Ratten sich in einem Käfig aufhalten, desto grösser der Stress. Desto mehr beissen sie sich gegenseitig … bis hin zum Kannibalismus.»

Soweit will es SBB-Sprecher Marti nicht kommen lassen. «Anstatt die Faust im Sack zu machen fragt man besser höflich die Mitreisenden, die Tasche vom Sitz zu nehmen oder leiser zu sprechen. Es ist durchaus möglich, dass man so interessante Menschen kennen lernt.»

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  • Egon am 20.02.2010 20:22 Report Diesen Beitrag melden

    Schmarotzer

    Es gibt in den Zügen viele Egoisten.

  • M.H am 20.02.2010 09:54 Report Diesen Beitrag melden

    Tasche oder füsse auf sitz

    jeder zahlt für ein sitzplatz als wer 2 baucht muss 2 tikets lösen. problem gelöst

  • Fabio am 19.02.2010 20:30 Report Diesen Beitrag melden

    Mandanici

    Ich stelle meine Tasche, wenn ich eine habe, auch vorrübergehend auf dem Nebensitzplatz, aber wenn ich sehe das jetzt der Bus oder Zug langsamm voll wird, nehme ich die Tasche weg damit sich einer hinstellen kann ohne damit er mich fragen muss, denn ich finde dass hat einfach mit Anstand zu tun !