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Challenger-Katastrophe
05. Februar 2010 11:31; Akt: 11.02.2010 15:17 Print
«Wir haben einen historischen Moment gefilmt»
In einem Keller in Florida ist ein fast 25 Jahre altes Betamax-Video aufgetaucht. Es handelt sich um die wohl weltweit einzige Amateuraufnahme der Challenger-Katastrophe von 1986.
Es war das bislang schwerste Unglück der US-Raumfahrtgeschichte: Am Morgen des 28. Januar 1986 explodierte die Raumfähre Challenger 73 Sekunden nach dem Start vom Kennedy Space Center in Florida. Alle sieben Astronauten starben, darunter zwei Frauen. Als Ursache wurden fehlerhafte Dichtungsringe bei den seitlichen Feststoffraketen ermittelt. Die Katastrophe war ein Schock für die Amerikaner, die den Start live am Fernsehen mitverfolgten, sie warf das Raumfahrtprogramm um Jahre zurück.
Etwa 150 Kilometer entfernt, in der Ortschaft Winter Haven, filmte der pensionierte Optiker Jack Moss den Challenger-Start mit seiner neuen Betamax-Videokamera. An die Öffentlichkeit gelangten die sensationellen Bilder jedoch erst heute. Fast 25 Jahre lang lag das Videoband unbeachtet im Keller von Jack Moss’ Haus. Ans Licht geholt wurde es von Marc Wessels, dem Leiter eines Weltraumarchivs in Kentucky. Moss habe ihm letztes Jahr von dem Video erzählt und gesagt, er könne das Band nach seinem Tod haben, sagte Wessels laut dem «Guardian». Im Dezember starb der ehemalige Optiker an Krebs.
«Die Leute müssen das sehen»
Marc Wessels brauchte eine Weile, bis er einen alten Betamax-Videorecorder fand, und dann musste er vier Stunden Sitcoms und Gameshows aus den 80ern erdulden, ehe er die Challenger-Aufnahme fand. «Meine Reaktion war, dass die Leute das unbedingt sehen müssen», sagte Wessels. Bei dem vierminütigen Film dürfte es sich um die einzige Amateuraufnahme der Katastrophe handeln, denn damals waren Videokameras für den Heimgebrauch eine Seltenheit, und von Videohandys träumte man nicht einmal.
Aufschlussreich sind nicht nur die Bilder, sondern auch die Kommentare. «Da gibt es irgendwelche Probleme», sagt eine Männerstimme, vermutlich Jack Moss, und meint dann: «Das sieht nicht gut aus.» Schliesslich realisieren die Anwesenden, dass der Shuttle explodiert ist. Am Ende meint die gleiche Stimme: «Ich glaube, wir haben einen historischen Moment gefilmt.» Das war definitiv keine Übertreibung.
(pbl)



























