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23. November 2007 13:37; Akt: 24.11.2007 10:42 Print
Neonazis verunstalten Mädchen mit Hakenkreuz
Neonazis sollen im deutschen Mittweida ein sechs Jahre altes Kind einer Aussiedlerfamilie belästigt und einer zu Hilfe eilenden 17-Jährigen ein etwa fünf Zentimeter grosses Hakenkreuz in die Haut geritzt haben.
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Neonazis in Europa
An der Tat vor einem Supermarkt seien vier glatzköpfige Männer beteiligt gewesen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Ein Verdächtiger wurde ermittelt, einen Haftbefehl lehnte das Amtsgericht Chemnitz aber ab. Der Tatverdacht sei nicht ausreichend nachzuweisen gewesen, hiess es. Der Vorfall habe sich bereits Anfang November ereignet. Die 17-Jährige zeigte dies aber erst neun Tage später an.
Aussagen glaubwürdig
Die Neonazis sollen das sechsjährige Mädchen hin und her geschubst haben. Das Kind habe bereits geweint, als die Jugendliche dazwischen ging, teilte die Polizei mit. Die Männer hätten daraufhin die 17-Jährige angegriffen und zu Boden gerissen. Drei sollen sie dann festgehalten haben, so dass einer der jungen Frau das Nazi-Symbol im Hüftbereich in die Haut ritzen konnte. Die Männer hätten anschliessend auch versucht, eine Rune ins Gesicht der Jugendlichen zu ritzen. Das misslang allerdings.
Die Polizei hält die Aussagen für glaubwürdig. Das kleine Mädchen habe den Hergang bestätigt, sagte Polizeisprecher Frank Fischer. Rechtsmediziner hätten ausgeschlossen, dass sich die junge Frau die Verletzung selbst zufügte. Der ermittelte Tatverdächtige stammt aus dem Raum Burgstädt. Bei der Durchsuchung seines Zimmers in der elterlichen Wohnung stellten die Beamten mit Sand gefüllte Lederhandschuhe, einen Button der verbotenen Neonazi-Kameradschaft «Sturm 34» sowie Datenträger sicher.
Anwohner beobachteten die Tat
Die Polizei sucht nach Zeugen. Nach Angaben der 17-Jährigen hatten mehrere Anwohner von ihren Balkonen aus das Geschehen beobachtet. Mit Hilfe der Jugendlichen wurden Phantombilder der Tatverdächtigen erstellt. Zwei von ihnen sollen zum Tatzeitpunkt Jacken mit der Aufschrift NSDAP getragen haben, einer hatte Runen auf die Finger tätowiert.
In Mittweida war zu Jahresbeginn die Zahl der Übergriffe mit rechtsextremem und ausländerfeindlichem Hintergrund massiv gestiegen. Im April reagierte Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) und verbot die Kameradschaft Sturm 34. Seitdem war es in der Region ruhig geworden. Der mutmassliche Rädelsführer (19) der Kameradschaft muss sich derzeit wegen Körperverletzung vor dem Amtsgericht Chemnitz verantworten. Er sitzt in Untersuchungshaft. Bei der Staatsschutzkammer des Landgerichtes Dresden liegen derzeit zehn Anklagen gegen Mitglieder der verbotenen Organisation vor.
(Quelle: dpa)

























