Horrorfahrt

05. August 2009 15:35; Akt: 06.08.2009 15:03 Print

Prügelattacke auf BusfahrerPrügelattacke auf Busfahrer

Busfahrer Ian Chalmers versuchte verzweifelt, seinen Bus zu steuern, während sein letzter Fahrgast ihn brutal attackierte. Dank der schockierenden Aufnahmen der Videokamera im Bus wandert der Angreifer jetzt für zwei Jahre hinter Gitter.

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Busfahrer Chalmers, der für einen Kollegen eingesprungen war, hatte den 20-jährigen Fahrgast spätabends in Wollongong südlich von Sydney aufgeladen. Joseph Elphick befolgte brav die Aufforderung des Fahrers, draussen fertig zu essen, löste ein Ticket und setzte sich hin. Dummerweise schlief er ein und verpasste seine Haltestelle. Er war inzwischen der einzige Passagier und rastete aus, als sich Chalmers weigerte, ihn zu Hause abzusetzen.

«Er fluchte und schrie», erinnert sich Chalmers im Gespräch mit der Lokalzeitung «Illawarra Mercury», «und als er zutrat, sagte ich ihm, dass ich zur Polizei fahren würde.» Er habe keine Angst gehabt, Elphick sei da erst ein Ärgernis gewesen. «Aber am Ende hatte ich fürchterliche Angst.» Denn Elphick, der vor Gericht zugab, an jenem Abend getrunken zu haben, schwang sich plötzlich an den Haltestangen hoch und stiess mit den Füssen mit voller Kraft gegen den Kopf des Fahrers, immer und immer wieder.

Er wollte den Bus nicht in der dunklen Gegend anhalten

Ian Chalmers sagte aus, er habe gehofft, der Angreifer würde das Gleichgewicht verlieren, wenn er den Bus beschleunige und im Zickzack fahre. «Ich glaubte, das sei besser, als den Bus in der sehr dunklen, sehr ruhigen Gegend anzuhalten. Die Attacke wäre schlimmer geworden im stehenden Bus.» Und wäre er ausgestiegen, hätte er das schwere Gefährt in seiner Gewalt gehabt: «Was wäre dann wohl passiert?»

Chalmers tat, was ihn in der Situation das Beste dünkte: Er steuerte seinen Bus weiter durch die Nacht. Sein Angreifer liess nicht locker, trat unaufhörlich auf ihn ein. Irgendwann verliess Chalmers seinen Sitz und drängte Elphick nach hinten. Der Bus, dessen Tür inzwischen aufgegangen war, fuhr immer noch, geriet auf die andere Strassenseite und rammte beinahe ein paar Autos. Einer der Automobilisten sah, was im Bus los war, und fuhr ihm nach, bis er auf einem Grünstreifen endlich zum Stehen kam. Der Automobilist kam in den Bus und bugsierte den Prügelpassagier hinaus.

«Ein Irrer darf nicht dein Leben kontrollieren»

Busfahrer Chalmers bekommt noch heute, ein halbes Jahr nach der Attacke, jedesmal Kopfschmerzen, wenn er sich ärgert oder aufregt. Aber Elphick ins Gefängnis zu stecken, findet er nicht richtig: «Er wird als schlechterer Mensch herauskommen als er hineingegangen ist.» Und seine Leidenschaft fürs Busfahren hat der brutale Angriff auch nicht geschmälert: «Es gibt keinen Grund, Angst zu haben. Man darf nicht zulassen, dass eine irre Person dein Leben kontrolliert. Ich war einfach zur falschen Zeit am falschen Ort.»

(be)