Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Neuste Daten
29. Januar 2009 12:02; Akt: 29.01.2009 12:27 Print
Gletscher schmelzen rasant weiter
Die Gletscher schmelzen weltweit in hohem Tempo weiter. Ihre Eisdicke wurde 2007 im Durchschnitt mehr als 70 Zentimeter dünner. In den Alpen verloren einzelne Gletscher rund drei Meter an Dicke.
Dies teilte die Universität Zürich am Donnerstag mit. Eine Sondermarke soll zu deren Schutz beitragen. Die neusten Zahlen des Gletscherbeobachtungszentrums an der Universität Zürich, dem «World Glacier Monitoring Service», bestätigen den weltweiten Trend der Eisschmelze seit 1980. Die Daten von über 80 Gletschern zeigen, dass der durchschnittliche Rückgang der Eisdicke im Jahr 2007 rund 73,7 Zentimeter betrug.
Der Aletschgletscher in der Nähe von Bettmeralp im Kanton Wallis, aufgenommen am 18. August 2007. (Bild: Keystone)
In Norwegen einzelne Gletscher mit Zuwachs
Dramatische Eisverluste wurden in den europäischen Alpen registriert, etwa am Careser in Italien mit rund drei Metern, am Sarennes in Frankreich mit 2,75 Metern oder am österreichischen Sonnblickkess mit 2,4 Metern. In der Schweiz verloren der Griesgletscher im Wallis knapp 1,9 Meter und der Bündner Silvrettagletscher 1,4 Meter an Dicke.
Dagegen konnten in Norwegen einige küstennahe Gletscher Eis zulegen. Laut dem Glaziologen Michael Zemp ist dies auf den Umstand zurückzuführen, dass für die Massenbilanz eines Gletschers nicht nur die Temperaturen, sondern auch die Niederschlagsmengen massgebend sind. Die küstennahen Gletscher hätten so viel Schnee erhalten, dass dadurch der Temperaturanstieg mehr als kompensiert worden sei.
2007 weniger schlimm als 2006
Durchschnittlich fiel der Eisverlust im Jahr 2007 nicht so extrem aus wie 2006. Trotzdem ist gemäss Zemp 2007 das sechste Jahr dieses Jahrhunderts, in dem der durchschnittliche Eisverlust der Gletscher mit langen Messreihen einen halben Meter übersteigt. «Damit hat sich die Schmelzrate der 1980er- und 1990er-Jahren mehr als verdoppelt», sagte Zemp. Insgesamt verloren die Gletscher mit langen Messreihen, bei denen es sich um 30 Gletscher in neun Gebirgsregionen handelt, seit 1980 im Schnitt über zwölf Meter an Dicke. Wie Zemp weiter ausführte, ist die mittlere Dickenänderung eines Gletschers die Reaktion auf das Wetter des Vorjahres. Die Längenänderung hingegen sei ein verzögertes und indirektes Signal auf das Klima. Die Zahlen der Universität Zürich dienen Wissenschaftlern zu genaueren Analysen.
Sondermarke der Post
Eine neue Sondermarke der Schweizerischen Post soll die Bevölkerung darauf aufmerksam machen, wie sensibel Gletscher auf die Klimaänderung reagieren, wie MeteoSchweiz gleichentags mitteilte. Die Schweizer Marke, die den drastischen Rückzug des Morteratsch-Gletschers während der letzten 150 Jahre veranschaulicht, ist Teil einer internationalen Briefmarkenkampagne von 40 Ländern. Die Gletscherbriefmarke im Wert von einem Franken ist ab dem 5. März an jeder Poststelle erhältlich.
(dapd)

























