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S-Bahn-Schläger
06. September 2010 09:50; Akt: 06.09.2010 15:21 Print
«Die Täter wollten sich rächen»
Das Gericht hat das Urteil über die zwei Täter verkündet, die den Geschäftsmann Dominik Brunner erschlagen haben. Der Haupttäter erhält fast die maximale Strafe. Die Verteidigung kündigte Revision des Urteils an.
Knapp ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod des Geschäftsmanns Dominik Brunner sind seine beiden Peiniger vom Münchner Landgericht zu hohen Jugendstrafen verurteilt worden. Der 19 Jahre alte Haupttäter Markus S. muss wegen Mordes für neun Jahre und zehn Monate ins Gefängnis. Den ein Jahr jüngeren Sebastian L. verurteilte der Vorsitzende Richter Reinhold Baier am Montag zu sieben Jahren Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge.
Der 50 Jahre alte Geschäftsmann war am
«S. nahm den Tod seines Opfers billigend in Kauf», betonte Baier in seiner Urteilsbegründung. Brunner starb zwei Stunden nach der Attacke in einem Münchner Krankenhaus. «Wer derart mit Wucht und aggressiv auf ein wehrloses Opfer eintritt, muss mit einem tödlichen Verlauf rechnen», sagte der Vorsitzende Richter. «Das gesamte Verhalten der Angeklagten L. und S. war ursächlich für den letztlich durch Herzkammerflimmern ausgelösten Tod Brunners.» Baier betonte, dass das Gericht für den «weitaus aggressiveren S.» eine lebenslange Haftstrafe verhängen hätte müssen, «wenn S. Erwachsener wäre».
Klares Signal gegen Gewalt
Der Fall wurde vor der Jugendkammer des Landgerichts verhandelt. Mit dem Strafmass blieb das Gericht etwas unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Für Haupttäter S. hatte die Anklagebehörde die Jugendhöchststrafe von zehn Jahren Haft wegen Mordes verlangt. Für L. plädierte die Staatsanwaltschaft auf eine achtjährige Gefängnisstrafe wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann sagte, das «klare und konsequente» Urteil sei ein «klares Signal, dass wir brutale Gewalt nicht dulden oder uns gar damit abfinden». Das Strafmass sei schuldangemessen.
Die Dominik-Brunner-Stiftung zeigt sich erleichtert über das Ende des Prozesses. Die vergangenen Monate seien für Familie, Freunde und Weggefährten des Toten eine emotionale Ausnahmesituation und eine starke Belastung gewesen, sagte Stiftungsvorstand Peter Maier. «Ob das Urteil angemessen ist oder nicht, möchten und können wir nicht kommentieren. Das ist Sache der Justiz», betonte Maier. Das Hauptaugenmerk der Stiftung sei von Anfang an nicht auf der Höhe des Strafmasses für die Täter gerichtet gewesen, sondern darauf, dass sich eine solche Gewalttat nicht wiederhole.
Verteidigung kündigt Revision an
Die Verteidiger des Mörders von Dominik Brunner haben unmittelbar nach der Verurteilung von Markus S. Revision angekündigt. «Wir werden unserem Mandanten dringend raten, in Revision zu gehen», sagte Rechtsanwalt Maximilian Pauls am Montag in München. Der Verteidiger betonte, er halte den Schuldspruch «für falsch». Auch Roland Autenrieth, einer der Anwälte von Sebastian L., sagte, «es spricht vieles für eine Revision». Er gehe davon aus, dass L. den Tod Brunners nie gewollt habe. «Dieser Auffassung ist das Gericht gefolgt, und vor diesem Hintergrund halten wir das Urteil für zu hoch», argumentierte Autenrieth. Die Jugendkammer des Münchner Landgerichts hatte die beiden Täter zuvor zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Der Haupttäter Markus S. muss wegen Mordes für neun Jahre und zehn Monate ins Gefängnis. Sebastian L. wurde wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu sieben Jahren Haft verurteilt.
(dapd)


























