04. September 2007 14:58; Akt: 04.09.2007 16:23 Print

Anna Göldi  bleibt HexeAnna Göldi bleibt Hexe

Der Glarner Regierungsrat bleibt hart. Die als Hexe verbrannte Anna Göldi wird nicht offiziell rehabilitiert. Immerhin: Sie gilt inzwischen offiziell als unschuldig.

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Anna Göldi war nach einem schon damals höchst umstrittenen Prozess am 13. Juni 1782 in Glarus geköpft worden. Sie war die letzte Frau, die in Europa als Hexe hingerichtet wurde.

Ihr Schicksal wurde in verschiedenen Büchern und einem Film verarbeitet. Am 22. September wird zudem in Mollis das Anna-Göldi-Museum eröffnet.

Trotzdem beantragt der Glarner Regierungsrat jetzt dem Parlament, die Motion zur Rehabilitation abzulehnen und schlägt stattdessen eine wissenschaftliche Arbeit über den Fall vor.

Die Verantwortung für die Geschichte einer einstigen Lebensgemeinschaft könne nicht übernommen werden, wie dies die Motion fordere, argumentiert der Regierungsrat gemäss Mitteilung vom Dienstag. Setze man allerdings rehabilitieren mit «für unschuldig erklären» gleich, wie dies die Motion tue, so sei diese Forderung erfüllt.

Der Regierungsrat habe nämlich das damalige Urteil als Fehlurteil bezeichnet und damit Anna Göldi für unschuldig erklärt. Zur Forderung, der Fall Anna Göldi müsse «mit der nötigen Würde abgeschlossen» werden, schreibt der Regierungsrat: «Das Schicksal der Anna Göldi wird nicht abgeschlossen werden können.» Das sei auch richtig so, bleibe damit doch die Mahnung bestehen.

Der Regierungsrat schlägt dem Landrat die Ablehnung der Motion vor. Er solle aber allenfalls die nötigen Aufträge erteilen, welche die Erstellung einer «wissenschaftlich gesicherten Darstellung des Falles der Anna Göldi» erlauben.

(sda)