12. September 2007 11:05; Akt: 12.09.2007 12:06 Print

Geschlechtsverkehr als StaatsaktGeschlechtsverkehr als Staatsakt

In der russischen Region Ulyanovsk findet heute zum dritten Mal ein «Tag der Empfängnis» statt. Paare müssen nicht zur Arbeit - sondern ins Bett.

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Wenn die Geburtenrate sinkt, geht’s mit der Volkswirtschaft bachab. In der russischen Region Ulyanovsk hat man das Problem erkannt und schreitet mit aussergewöhnlichen Mitteln zur Tat: Bereits zum dritten Mal wurde der 12. September zum «Tag der Empfängnis» erklärt. Der Staat gibt den Gebärfreudigen extra frei, damit sie ihren Bürgerpflichten während des ganzen Tages ungehemmt nachkommen können.

Mach ein Baby – gewinne eine Waschmaschine

Neben Mutter- oder Vaterfreuden locken auch attraktive Preise die potentiellen Eltern zum erfolgreichen Kopulieren. Wer nach dem «Tag der Empfängnis» den strammen Nachwuchs termingerecht in die Welt setzt, kann Geldpreise, Waschmaschinen, Fernsehgeräte oder sogar ein Auto mit nach Hause nehmen.

Gemäss Angaben der Verantwortlichen geht die Baby-Planwirtschaft auf: Die Zahl der Teilnehmer sei jährlich gestiegen, was sich natürlich auch positiv auf die Geburtenrate auswirkt. 2006 haben sich über 500 Frauen für den Wettbewerb angemeldet - neun Monate später kamen 78 Babys zur Welt. In der Region Ulyanovsk ist die Geburtenrate im Vergleich zur Vorjahresperiode bereits um 4,5 Prozent gestiegen.

Russische Männer trinken sich ins Grab

Russlands Bevölkerung nimmt dramatisch ab. Während zu Beginn der 90er Jahre noch 1,3 Millionen Kinder jährlich geboren wurden, sind es heute nur noch 650 000 pro Jahr. Wenn sich die Geburtenrate so weiter entwickelt, bewohnen bis ins Jahr 2050 nur noch 100 Millionen Menschen das riesige Land – das sind gleich viele Menschen wie heute in Mexiko leben.

Ein weiterer Grund für den rapiden Bevölkerungsrückgang in Russland ist die Sterblichkeit der Männer. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt heute bei 58 Jahren. Grund für die niedrige Lebenserwartung ist der häufige Griff zur Flasche. Russische Frauen hingegen leben im Schnitt 72 Jahre.

Tina Fassbind