
Der Plan klang einfach: Der 50-jährige Yves Rossy wollte auf rund 2000 Metern über Tanger, Marokko, aus einer einmotorigen Pilatus PC-6 springen. Zunächst ging alles nach Plan: Er zündete die Miniraketen an seinem Flügelrucksack und raste mit einer Geschwindigkeit von 220 km/h Richtung Europa. Doch anstatt 13 Minuten später die Triebwerke abzustellen und am Fallschirm beim spanischen Atlanterra zur Erde zu gleiten, verlor das Kamerateam den Kontakt zu Rossy. Nach bangen Minuten des Suchens und Wartens wurde der 50-jährige Schweizer im Wasser treibend entdeckt und um 15:35 Uhr offenbar war er unverletzt von einem Rettungshubschrauber geborgen. Die Raketenflügel treiben zur Zeit noch im Atlantik am Sicherheitsfallschirm.
Zwar ist der Trip über die Meerenge mit 14,4 Kilometern kürzer als sein Flug über den 38 Kilometer breiten Ärmelkanal, doch nicht minder spektakulär: Sollte das Unterfangen gelingen, wäre Rossy der erste Mensch, der mit einem Jet-Wing von einem Kontinent auf einen anderen geflogen ist. Doch vorerst muss diese Premiere auf einen späteren Tag verschoben werden.
Wind brachte Rossy ins Trudeln
Ein Kleinflugzeug hatte den Schweizer auf eine Höhe von 1950 Metern gebracht, von wo aus er seinen Flug begann. Die Windverhältnisse seien schlecht gewesen, erklärten die Organisatoren im Kurzmitteilungsdienst Twitter. Rossy geriet daher auf halber Strecke ins Trudeln. Ein Sprecher seines Sponsors sagte im spanischen Atlanterra, Rossy wolle den Versuch vermutlich im kommenden Jahr wiederholen.
Seine Düsenflügel hatte der ehemalige Pilot im Mai 2008 erstmals öffentlich präsentiert und Loopings über den Alpen gezogen. Im September vergangenen Jahres überquerte er mit seiner Erfindung den Ärmelkanal.
Wie der revolutionäre Jet-Wing von Yves Rossy funktioniert, sehen sie in der Infografik.
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