Tragödie in Sichuan

07. Mai 2009 07:41; Akt: 07.05.2009 10:46 Print

5335 Kinder starben bei Erdbeben5335 Kinder starben bei Erdbeben

Knapp ein Jahr nach dem verheerenden Erbeben in China haben die Behörden erstmals die Zahl der ums Leben gekommenen Schüler genannt. Die Behörden reagieren auf die Veröffentlichung mit schweren Vorwürfen gegen Journalisten.

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Ein improvisierte Gedenkstätte für getötete Kinder in Mianzhu (Bild: Keystone/AP/Vincent Yu)

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Die Zahlen seien «durch legale Methoden» ermittelt worden, sagte der Leiter des Bildungsamtes der Provinz, Tu Wentao, am Donnerstag vor Journalisten. Bislang war die Zahl der getöteten Schüler auf 9000 geschätzt worden.

Die Angaben über getötete Schüler sind besonders sensibel, weil viele Eltern den Vorwurf erhoben haben, dass die Schulgebäude marode oder nicht solide gebaut waren. Nach Angaben von Staatsmedien waren bei dem schwersten Beben in China seit drei Jahrzehnten 14 000 Schulen ganz oder teilweise eingestürzt.

Insgesamt starben gemäss offiziellen Schätzungen 87 000 Menschen. Rund 375 000 wurden verletzt, mehr als fünf Millionen wurden obdachlos. Die Organisation Human Rights Watch rief China auf, die Angehörigen von Erdbebenopfern zu entschädigen. Eltern getöteter Kinder sollten die Erlaubnis erhalten, vor Gericht zu ziehen.

Die Behörden von Sichuan erhoben ihrerseits schwere Vorwürfe gegen westliche Journalisten, die zum Jahrestag aus der Region berichten wollten. Einige davon reisten nicht ins Katastrophengebiet um zu berichten, sondern um die Bevölkerung gegen die Regierung aufzuhetzen, sagte Hou Xiongfei vom Propagandaamt der Provinz.

Nach Angaben des Vereins der Auslandskorrespondenten in China gab es in Sichuan bereits vereinzelt gewaltsame Übergriffe auf westliche Berichterstatter.

Ein Amateurvideo, mutmasslich von Studenten aufgenommen, zeigt die beklemmenden Minuten während des Bebens vom 12. Mai 2008

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(Quelle: YouTube)

(sda)