«Ein denkbar ungünstiger Ort»

26. März 2009 16:53; Akt: 26.03.2009 22:21 Print

Pendlerchaos auf der SBB-HauptachsePendlerchaos auf der SBB-Hauptachse

Gut zwei Stunden lang war die West-Ost-Achse der SBB komplett blockiert. Wegen einer Fahrleitungsstörung beim Bahnhof Dietikon ZH muss im Schienenverkehr auf der West-Ost-Achse mit erheblichen Verspätungen gerechnet werden. Zehntausende von Pendlern mussten warten. Erste Züge fuhren gegen 18 Uhr wieder.

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Zur Fahrleitungsstörung kam es kurz vor 16.00 Uhr, wie die SBB bekannt gaben. Ein Intercity riss im Bahnhof Dietikon im Zürcher Limmattal die Fahrleitung herunter. Die Fahrleitungsstörung ereignete sich «an einem denkbar ungünstigen Ort», sagt SBB-Sprecher Reto Kormann gegenüber 20 Minuten Online. «Mann muss sich das wie eine Weiche in der Stromleitung vorstellen», erklärt Kormann. Hätte sich der Vorfall an einer andern Stelle ereignet, wäre nur ein Gleis betroffen gewesen. Aber so fielen alle sechs Geleise in Dietikon aus. Zudem sei die Störung mitten im Feierabendverkehr aufgetreten, was die Auswirkungen noch verschlimmert habe.

Laut SBB-Sprecher Reto Kormann erlitten bis gegen 20 Uhr rund 500 Züge Verspätungen, rund 30 fielen aus. Die Züge zwischen Bern und Zürich sowie zwischen Basel und Zürich wurden zunächst teilweise über das Furttal umgeleitet. Die Passagiere mussten in der Folge Verspätungen von rund einer Stunde hinnehmen.

Gegen 18 Uhr konnten vier der sechs Gleise wieder in Betrieb genommen werden. Im Fernverkehr war aber weiterhin mit Folgeverspätungen zu rechnen.

Betroffen war auch der S-Bahnverkehr. Nachdem die Strecke für den Fernverkehr wieder beschränkt befahrbar war, blieb der S-Bahn-Verkehr weiterhin unterbrochen. Die Zürcher S-Bahn-Linien S3 und S12 wendeten in Schlieren und Killwangen. Es wurde ein Busersatzdienst eingerichtet. Mit einer Wiederaufnahme des Betriebes wurde erst für Freitag gerechnet.

Wie es zu dem Unfall gekommen ist, ist laut Kormann Gegenstand von Untersuchungen. Die Gleise und Fahrleitungen würden aber immer stärker genutzt, weshalb auch der Verschleiss höher sei. Die SBB unternähmen aber alles, um eine möglichst lange Lebensdauer der Infrastruktur zu gewährleisten.

Am vergangenen 15. Februar hatte eine Schleiereule eine Fahrleitungsstörung auf der Strecke Dietikon - Zürich Altstetten verursacht, welche den Bahnverkehr in der ganzen Schweiz beeinträchtigte. Der zweistündige Ausfall des Stellwerks Dietikon zur Hauptverkehrszeit hatte zudem im September 2008 zu grossen Verspätungen geführt.

Situation 18.15 Uhr:

Mobile-Reporter Markus H. stand ohne Anschluss am Perron. Er wollte um vier Uhr nach Genf fahren. Aber daraus wurde nichts. Wie Tausende andere Reisende, ist er ratlos vor der grossen Abfahrtsanzeige im Zürcher Hauptbahnhof gestanden und wartete auf Informationen.

(dapd)