Verwahrt

26. Februar 2010 21:30; Akt: 26.02.2010 22:01 Print

Die «Parkhausmörderin» bittet um Gnade

Die so genannte «Parkhausmörderin» will ihre lebenslage Verwahrung in eine stationäre Therapie umwandeln lassen. Sie hat dem Zürcher Obergericht deswegen einen Einblick in ihre Persönlichkeit gewährt.

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Caroline H., bekannt als die Parkplatzmörderin, ersucht das Gericht um Milde. (Bild: Keystone)

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Das Gericht wird voraussichtlich in den kommenden vier Wochen darüber entscheiden, ob ihre lebenslange Verwahrung zugunsten einer stationären Therapie aufgehoben wird. Dies würde ihr nach zehn Jahren Isolationshaft wieder Kontakt zu Mithäftlingen ermöglichen.

Sie leide unter der Perspektivenlosigkeit, sagte die Verwahrte vor Gericht. «Man muss mir irgend ein Ziel geben, auf das ich hinarbeiten kann.» Man dürfe sie nicht einfach wegschliessen und somit lebendig begraben.

Für den Oberstaatsanwalt war jedoch klar, dass die 37-Jährige «nach wie vor hochgradig gefährlich ist und auch bleiben wird». Der Wunsch nach Veränderung sei verständlich, die Verwahrte sei jedoch nicht behandlungsfähig.

Genau gegenteiliger Meinung war ihr Anwalt. Seine Mandantin werde dämonisiert. Die ihretwegen erhobenen Sicherheitsmassnahmen im Frauengefängnis Hindelbank BE seien geradezu grotesk.

Opfer «regelrecht abgeschlachtet»

Die Überprüfung der «Parkhausmörderin» wird aufgrund des neuen Strafgesetzbuches vorgenommen, das 2007 in Kraft trat. Die neue Rechtslage verlangt, dass jeder Verwahrte neu beurteilt wird und allenfalls in eine offenere Station mit Therapie verlegt wird.

Im Dezember 2001 wurde die damals 28-Jährige zu lebenslanger Verwahrung verurteilt, weil sie laut Gericht eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellte. Bekannt wurde sie in der ganzen Schweiz, weil sie im Juni 1991 im Zürcher Urania-Parkhaus eine 29-jährige Frau erstochen hatte.

Sechs Jahre später brachte sie im Chinagarten am Zürichsee eine 61-jährige Passantin um. Laut Urteil hatte die Innerschweizerin ihr Opfer mit unzähligen Messerstichen «regelrecht abgeschlachtet». Ihr sei es einzig um die Lust am Töten gegangen.

Im März 1998 verletzte sie zudem eine 75-jährige Buchhändlerin mit einem Messer lebensgefährlich. Auf ihr Konto gehen ausserdem über 50 Brandstiftungen und Vandalenakte.

(sda)