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22. November 2007 11:56; Akt: 22.11.2007 13:35 Print
Tödliche Taser: Drei Opfer an einem Tag
Elektroimpulswaffen, kurz Taser genannt, gelten als nicht tödlich. Doch immer wieder kommt es zu Todesfällen - allein am letzten Sonntag starben in den USA drei Personen.
Tod nach der Verhaftung
Gerannt aber nicht gekämpft: Allen mit seiner Freundin.
Tod nach Taser-Einsatz: Saenz (20).
Modeartikel Taser
Der Taser, der dem Opfer mit Nadelelektroden einen kurzen, heftigen Elektroschock von bis zu
In Jacksonville im US-Staat Florida starb am vergangenen Sonntag einem Bericht von Jacksonville.com zufolge Christian Fitzgerald Allen, nachdem er sich einer Polizeikontrolle durch Flucht entziehen wollte. Sein Wagen war von der Polizei gestoppt worden, worauf er davonrannte. Als der Polizist ihn einholte, widersetzte sich der 21-Jährige seiner Verhaftung und wurde getasert.
Nach seiner Verhaftung wurde Allen von Sanitätern untersucht und dann in den Fond des Polizeiwagens gesetzt. Dort wurde er plötzlich bewusstlos. Nach der Ankunft im Krankenhaus wurde der Tod festgestellt. Es soll eine Autopsie vorgenommen werden.
Seine Mutter, Lisa Jackson, sagte der Zeitung, sie könne wohl glauben, dass ihr Sohn weggerannt sei. Aber dass er gekämpft habe, das «sehe» sie nicht.
Allen trug eine Handfeuerwaffe auf sich, stellte die Polizei nach der Verhaftung fest.
Einmal oder mehrfach getasert?
Ebenfalls am Sonntag erwischte es laut einem Bericht von «Action 7 News» den 20-jährigen Jesse Saenz in Raton (US-Staat New Mexico). Auch hier kam es zum Einsatz des Tasers, als sich Saenz der Verhaftung widersetzte. Allerdings gab es in diesem Fall die Aussage eines anonymen Zeugen, der behauptete, die Polizei habe im Widerspruch zu ihren eigenen Aussagen den Taser mehrmals eingesetzt und Saenz habe sich nicht gewehrt. Saenz starb nach dem Transport ins Gefängnis. Auch hier soll eine Autopsie durchgeführt werden.
Bewusstlos, dann tot
Auch der dritte Vorfall ereignete sich am Sonntag. In Frederick im US-Staat Maryland starb Jarrel Gray nach einem Taser-Einsatz, der eine Schlägerei beenden sollte, wie FrederickNewsPost.com berichtet. Vier Personen, darunter Gray, kämpften miteinander, als ein Polizist intervenierte. Der Schuss des Tasers traf Gray, der bewusstlos zusammenbrach und darauf Erste Hilfe erhielt. Der 20-Jährige starb dennoch auf dem Weg ins Krankenhaus.
Über 280 Tote seit 2001
Seit 2001 sind laut der «New York Times» in den USA über 280 Menschen gestorben, nachdem sie von einem solchen Schuss getroffen wurden. In Kanada wurden seit Juli 2003 18 Todesfälle registriert.
«Hilfsmittel» bei Ausschaffungen
Auch in der Schweiz wird derzeit über den Einsatz der Waffe diskutiert. Der Nationalrat hatte die Taser im Herbst mit 75 zu 67 Stimmen zusätzlich in die Liste «Hilfsmittel» aufgenommen, die bei Rückführungen von Personen mit widerrechtlichem Aufenthalt in der Schweiz eingesetzt werden dürfen.
Die knappe Mehrheit der Ständeratskommission will demgegenüber nur Schlag- und Abwehrstöcke, Reizstoffe und Schusswaffen zulassen, nicht aber «nicht tödlich wirkende Destabilisierungsgeräte». Die kleine Kammer soll deshalb in der Wintersession bei ihrer Version und beim ursprünglichen Antrag des Bundesrates bleiben.

























