25. Februar 2008 22:35; Akt: 26.02.2008 11:53 Print

Trend: Teenager als BordellgästeTrend: Teenager als Bordellgäste

Auch Teenager kaufen sich Liebe: Sex-Club-Betreiber zählen vermehrt minderjährige Freier zu ihren Kunden.

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Sex-Etablissements verzeichnen ein wachsendes Kundensegment, das so gar nicht ins Klischee vom Freier passt: Vermehrt nehmen auch Minderjährige die Dienste von Prostituierten in Anspruch. Das ist legal, solange der junge Puffgänger mindestens 16 Jahre alt und damit dem Schutzalter entwachsen ist. «Ich stelle in letzter Zeit in allen Betrieben, die ich in der Deutschschweiz betreue, eine deutliche Zunahme von jugendlichen Freiern fest», sagt Milieu-Berater Alfredo Lardelli. «Oft verlangen sie Praktiken, wie man sie aus den Internet- und Handy-Pornos kennt, die unter den Jugendlichen kursieren.»

Auch Thomas Seeholzer, Leiter des Freier-Projekts Don Juan der Zürcher Aidshilfe, kennt das Phänomen: «Viele Teenager scheinen zu glauben, der Gang zu Prostituierten gehöre zum Mannsein, sind aber auch sehr unsicher.» Ähnlich tönt es beim Erotiksalon Villa Kunterbunt in Bischofszell TG: «Die wollen, meist betrunken, zu fünft oder zu sechst zu uns kommen. Nach dem Ausgang herrscht immer Riesenandrang», so Inhaberin Regula Leu. 13-, 14- und 15-Jährige habe sie schon heimschicken müssen. 16-Jährige lässt sie rein, obwohl sie es «schlimm» findet, dass so hübsche Junge nicht lieber eine Freundin suchen.

Marco Lüssi/loo