22. März 2007 10:43; Akt: 22.03.2007 20:07 Print

Tiermarkt des GrauensTiermarkt des Grauens

Bären, Tiger und Warane: Die Chinesen sind ganz verrückt nach exotischen Tieren. Am liebsten mögen sie die vom Aussterben bedrohten Tierarten zerlegt auf ihrem Teller. Der Schweizer Fotograf Karl Ammann dokumentiert schonungslos die Dinge, bei denen manche lieber die Augen schliessen würden.

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Die burmesische Stadt Mong La liegt an der Grenze zu China. Mong La ist bekannt für seine Bordelle, Casinos und den riesigen Tiermarkt. Affenhirn, Tigerpenis und Behälter randvoll mit abgezapften Bären-Gallensaft werden hier als Delikatesse oder als Zugabe für die traditionelle chinesische Medizin gehandelt.

«Die fressen alles, was kriecht und fliegt»
Wo manche lieber wegschauen würden, hält der Schweizer Fotograf Karl Ammann unverfroren seine Kamera hin. In einer Reportage für das Schweizer Fernsehen wurde Ammann von SF-Reporter Res Gehriger nach Mong La begleitet. Die aufgezeichneten Bilder sind schockierend. Auf dem riesigen Tiermarkt werden tausende von Tieren tot oder lebendig zum Verkauf angeboten: Eulen, Affen, Bären, Tiger, Hunde, Warane, Ratten, Kobras, etc. - einfach alles, was die örtliche Fauna hergibt. Abnehmer sind die meist benachbarten Chinesen. «Die fressen alles, was kriecht und fliegt», erklärt Ammann.

Bären-Gallensaft für China
In Farmen werden Bären unter widrigsten Umständen am Leben erhalten. Ihre Galle wird mit einem einfachen Plastikschlauch angezapft und in regelmässigen Abständen gemolken. Die traditionelle chinesische Medizin schwört auf den Gallensaft von Bären. Er wird bei chronischen Magen- beschwerden verwendet. Die Bären- pranken gelten in der kantonesischen Küche als Delikatesse. Der Zwischen- händler verdient pro Tatze 300 US-Dollar. Ein ausgewachsener Bär bringt so 10'000 Dollar. Ein Vermögen, wenn man bedenkt, dass der monatliche Durchschnittslohn bei ungefähr 35 Dollar liegt. Eine Mahlzeit mit Bärenfleisch kostet zwischen 300 und 400 Franken.

Handel gesetzlich verboten
Asiatische Schwarzbären sind durch eine UNO-Konvention geschützt. CITES, die internationale Artenschutzbehörde, stuft sie als bedroht ein. Ein Handel über die Grenze ist laut Gesetz ganz klar verboten. Dass CITES trotz Kenntnisnahme der katastrophalen Umstände nicht mit mehr Vehemenz interveniert, findet Karl Ammann skandalös: «China und Myanmar haben die UNO-Konvention unterzeichnet und müssten sich auch daran halten. Dass seitens von CITES nicht mehr Druck auf die Regierungen ausgeübt wird, ist mir unverständlich», so der Fotograf im Gespräch mit 20minuten.ch.

Regierung hat Kontrolle verloren
Karl Ammann berichtet, dass CITES auch schon den Kontakt zu Myanmar und China gesucht hatte, mit mässigem Erfolg: «Die Regierung von Myanmar musste zugeben, dass sie über die Region rund um Mong La die Kontrolle verloren hat und liess ausrichten, dass sie daher nichts unternehmen kann. Die Chinesen wiederum erklärten, dass sich der Tierhandel jenseits ihrer Grenze abspielt und ihnen somit die Hände gebunden seien. Dies, obwohl die exotischen Tiere in chinesischen Kochtöpfen landen», sagt Amman gegenüber 20minuten.ch.

China will von nichts wissen
Der chinesische Vertreter von CITES weilte letzten Herbst an einem Treffen in Genf. Karl Ammann und Vertreter von CITES Schweiz packten die Gelegenheit am Schopfe und stellten ein paar Fragen: «Obwohl die Fragen zu den katastrophalen Zustände in Mong La schriftlich eingereicht wurden, wollte der Chinese sie partout nicht beantworten», ärgert sich der Fotograf noch heute.

Schlechte Aussichten für die Tierwelt
Langfristig sieht Karl Ammann für die Tierwelt schwarz: «Es wird geliefert, was gejagt und eingefangen werden kann. Damit kann zwar im Moment die Nachfrage befriedigt werden, doch in ein paar Jahren wird dieser Markt verschwinden, da es schlicht und einfach keine Tiere mehr geben wird.»

Manuel Bühlmann

Das können Sie machen: CITES ist inzwischen über die katastrophalen Verhältnisse in Mong La aufgeklärt. Besorgten Lesern wird geraten, ihr Missfallen bei den betreffenden CITES Myanmars und Chinas zu deponieren. Die Adressen finden Sie in der Info-Box.

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  • Priska Schüpbach am 05.09.2007 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    Mensch-das Tier des Grauens

    es tut mir jedesmal entsetzlich weh, wenn ich so was höre. Der Mensch behandelt die Tiere wie Abfall, dabei sind es so wundervolle Lebewesen. Die Besten auf dieser Erde. Schade haben die Tiere keine Chance sich zu wehren, wann machen wir das endlich für sie!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  • Monika Lehmann am 05.09.2007 13:36 Report Diesen Beitrag melden

    Monstermenschen

    Irgendwann werden alle Tiere ausgerottet sein. Das ist zum weinen! Schlage vor, dass sich die Zweibeiner dann selbst verzehren, würde viele Probleme auf dieser Erde beheben. Die Rechte die sich die Menschen nehmen werden Folgen haben.

  • Gygli, Sabine am 30.05.2007 23:42 Report Diesen Beitrag melden

    Quo usque tandem???

    Wieso werfen sie nicht gleich Menschen zum Frass vor, das wäre doch die einzige richtige Konsequenz!