16. November 2007 15:18; Akt: 16.11.2007 15:18 Print

Mann stirbt nach Taser-EinsatzMann stirbt nach Taser-Einsatz

Ein neu im Internet aufgetauchtes Amateurvideo zeigt, wie vier kanadische Flughafen-Polizisten einen verwirrten Mann mit einer Elektroschockwaffe niederstrecken.

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Die Aufnahmen stammen vom 14. Oktober 2007: Der polnische Passagier Robert Dziekanski wartet nervös im Wartebereich des Flughafens Vancouver International. Er marschiert auf und ab. Dann beginnt er zu randalieren: Zuerst nimmt er ein Tischchen, dann einen Stuhl in die Hand, bleibt unentschlossen an einer Türe zu dem Bereich stehen, wo sich ein junger Mann mit einer Kamera aufhält.

Die Türe geht immer wieder auf und zu, die Menschen versuchen mit ihm zu reden, er reagiert nicht. Zuerst wird behauptet, Dziekanski sei Russe und könne nichts verstehen. Eine junge Frau, die keinerlei Angst vor ihm zeigt, versucht mit ihm zu reden und ihn zu beruhigen. Irgendwann wirft er dann einen Computer zu Boden und das Tischchen an die Glaswand.

Sicherheitskräfte werden gerufen. Als die Polizisten eintreffen, ist Dziekanski ruhig. Trotzdem setzen sie nach nur einer halben Minute zum ersten Mal den Taser ein. Dziekanski stürzt zu Boden, er windet sich vor Schmerzen. Drei Polizisten nähern sich dem Polen und einer ruft: «Schiess noch mal!» Erst als der Mann reglos daliegt, rufen sie die Rettung.

Warum taucht das Video jetzt erst auf?

Passagier Paul Pritchard, der den Vorfall filmte, gab seine Aufnahmen der Polizei weiter. Diese hatte versprochen, das Material zurückzugeben. Als die Beamten die Herausgabe verweigerten, erzwang der Kanadier sie vor Gericht. Erst am Mittwoch erhielt Pritchard den Film von der Polizei zurück und verkaufte ihn dem kanadischen Sender CBC, der ihn mit der Erlaubnis der Mutter des Toten auch auf der Website publizierte.

Zehn Stunden gewartet

Dziekanski hatte am 13. Oktober in Frankfurt am Main zum ersten Mal in seinem Leben ein Flugzeug bestiegen, um nach Kanada auszuwandern, wo seine Mutter lebt, wie der Anwalt der Familie mitteilte.

Wegen eines Missverständnisses wartete er zehn Stunden lang in einem gesicherten Bereich des Flughafens auf sie, während sie im Besucherbereich wartete. Der Anwalt kritisiert, dass niemand vom Flughafen-, Zoll- oder Sicherheitspersonal die geringsten Anstalten gemacht habe, den beiden zu helfen. Als Dziekanski endlich den Weg in den Besucherbereich gefunden habe, sei seine Mutter nicht mehr da gewesen. Daraufhin sei der Mann in Panik geraten.