06. Oktober 2005 16:26; Akt: 06.10.2005 17:15 Print

Werbekampagne mit Schwulen  verbotenWerbekampagne mit Schwulen verboten

Das Selbstkontrollorgan der Werbewirtschaft (LAP) in Italien hat die Veröffentlichung von Modeaufnahmen, die zwei Männer in inniger Umarmung zeigen, untersagt.

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Die Fotos seien provozierend und vulgär, urteilte LAP. Auf den beanstandeten Werbefotos für die Männerbekleidungsmarke Ra-re sind zwei etwa 40-jährige Männer in ausgelassener Umarmung zu sehen, die sich an intimen Stellen berühren. Nach Einschätzung von LAP verletzt die Kampagne das sittliche Gefühl der Italiener und sei zudem jugendgefährdend.

Gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur ansa erklärte LAP, das Verbot stelle keine Diskriminierung Homosexueller dar. «Wenn es um Heterosexuelle gegangen wäre, hätten wir genauso reagiert», beteuerte das Kontrollorgan.

Die Bilder stammen von Oliviero Toscani, der durch seine Kampagnen für die Modefirma Benetton bekannt wurde, geriet immer wieder in Kritik, weil er Homosexualität, Rassismus oder auch geistig behinderte Menschen für seine Kampagnen in Szene setzte.

In der Schweiz wäre ein solches Verbot undenkbar, erklärte der Pressesprecher der Lauterkeitskommission, Piero Schäfer, gegenüber 20min.ch. Einerseits werde die Kommission nur auf eine Beschwerde hin aktiv, andererseits hat sie auch keine gesetzlichen Möglichkeiten eine Werbekampagne zu verbieten. Zudem meinte Schäfer, bedeutet ein solches Verbot eine Diskriminierung der Schwulen.

(sda)